BiermarktEin guter Hopfen!


Blaubeer zum Nachtisch

Wobei die Möglichkeiten der Micro-Brewerys schon sehr vielfältig sind, auch wenn sie sich nur den vier Grundzutaten bedienen. Welche Dimension sich hinter diesen wenigen Rohstoffen auftut, bleibt selbst eingefleischten Biertrinkern oft verborgen. Schon die Auswahl der Getreideart und die Beschaffenheit des daraus gewonnenen Malzes gibt eine erste Richtung vor: »Es gibt ganze Farbpaletten von Mälzereien, worüber die Brauer über Farbe, aber vor allem auch über Volumen und Körper ihres Biers entscheiden können.«

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Alle Biere lassen sich außerdem in ober- und untergärige Biersorten einteilen. Die untergärigen Biere sind die so genannten Lager-Biere, worunter auch Pils oder Export fällt. Die speziellen Hefen arbeiten bei Temperaturen meist bis zehn Grad. Die Biere sind etwas schlanker im Geschmack als die obergärigen Biere, die so genannten Ale-Biere wie Kölsch oder Weizen. Diese Hefen vergären bei höheren Temperaturen bis 24 Grad. Dabei entstehen mehr Nebenprodukte. Die Biere wirken vollmundiger, fruchtiger und haben mitunter eine gewisse Süße.

Neben der Wasserqualität, der Länge der Reifezeit und der Menge an Kohlensäure, die der Brauer hinzusetzt, nimmt der Aromahopfen maßgeblich Einfluss auf den Biergeschmack. Über hundert Sorten gibt es, die grasige bis hin zu fruchtigen oder karamellartigen Nuancen ins Bier bringen. »Hopfen hat zunächst ätherische Öle und Bitterstoffe. Beim Kochen der Würze verdampfen die Öle, die Bitternote bleibt. In der Reifung von vier bis sechs Wochen setzten wir – und da unterscheiden wir uns von vielen Großbrauereien – nochmals Hopfen hinzu. Bei diesen kälteren Temperaturen werden dann kaum Bitterstoffe gelöst und die ätherischen Öle bleiben erhalten.«

Das Resultat lässt sich schmecken. Im »Beverly Pils« der Mashsee Brauerei schwingt trotz des typisch bitteren Abgangs eines Pilseners eine feine Zitrusnote mit. Zurückzuführen auf den verwendeten Hopfen Citra. Im »Trainingslager« werden nicht nur vier verschiedene Malzsorten verwendet, sondern obendrein die beiden Hopfen Simcoe und Crystal, die deutliche Aromen von Mango ins Bier bringen. Der Hopfen Comet sorgt beim »Blaubeer« für die namensgebende Blaubeernote, das außerdem Karamellnoten aufweist – ist Handwerksbier deswegen nicht auch ein prima Essensbegleiter?  

»Faustformel: Leichte Speisen helles Bier, kräftigere Speisen dunkles Bier. Je deftiger das Essen desto höher darf auch der Alkoholgehalt sein«, sagt Herold, der das »Beverly Pils« zu einem Sommersalat mit leichter Vinaigrette empfiehlt. Es ist aber auch durchaus zu einem Zitronenhühnchen mit Couscous denkbar. Das »Trainingslager« schmeckt zu gegrillten Scampis mit fruchtigen Chutneys. Das »Blaubeer« harmoniert hervorragend mit Blauschimmelkäse oder zu kräftigen Braten, die auch eine schöne Süße vertragen, wie Sauerbraten. Oder sogar zum Dessert? Warum auch nicht! Mal ganz unbürokratisch, sozusagen. 

 

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