BerufskleidungWaschen ohne Grenzen

Mit dem neuen Werk an der deutsch-polnischen Grenze erweitert Fliegel Textilservice, einer der neun Gesellschafter des Hotelwäsche-Verbundes Servitex, die Kapazitäten für den Berliner Hotelmarkt

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Hotelwäsche ist Handarbeit, Manufaktur mit Akkuratesse und Blick für Details. Denn Handtücher, Bademäntel und Dienstkleidung müssen stets sauber, frisch, perfekt zusammengelegt und vor allen Dingen rechtzeitig wieder zurück im Hotel sein. Was einfach klingt, ist auf den zweiten Blick ein kompliziertes System aus Transportern, Fahrern, Autobahn-Kilometern und – darauf kommt es besonders an – Wäschereimitarbeitern, die Hand in Hand arbeiten.

Servitex, der Verbund für Hotelwäsche, hat nun die Tore in einem der Werke seiner Gesellschafter geöffnet. In der neuen Wäscherei NC2 von Fliegel Textilservice in Gryfino nahe Stettin werden täglich bis zu 150 Tonnen Hotelwäsche gewaschen. In dem 13 Millionen Euro teuren Werk sind 500 Beschäftigte tätig – überwiegend weibliche Angestellte, die an »Hotspots« wie der Wäschesortierung, der Bestückung der Bügelautomaten oder der möglichst platzsparenden Verräumung der Wäschestücke arbeiten. Takt um Takt bestimmt hier die Transportgeschwindigkeit der modernen Maschinen und Förderbänder das Arbeitsmaß. Das erfahrene Team breitet die Einzelteile in Sekundenschnelle aus und legt selbst große Wäschestücke wie Doppel-Betttücher akkurat und faltenfrei auf die Förderwalze, während sie fast gleichzeitig schon zum nächsten Werkstück greifen. Denn Geschwindigkeit und Sorgfalt werden belohnt – besonders die finanziellen Anreize sind interessant.

Franz-Josef Wiesemann kennt das Geschäft mit der Hotelwäsche ganz genau. Der Großteil, so der Chef von Fliegel Textilservice, bleibe auch im neuen Werk weiterhin Handarbeit: sortieren, die Einzelteile den Maschinen einzeln einführen und entnehmen, einpacken, transportieren – die Effizienz ist nach wie vor vom Einsatz des Menschen abhängig. Preisunterschiede von wenigen Cent bedeuten daher Sisyphusarbeit, um die Profitabilität zu halten, was Preisverhandlungen mit großen Hotels – Fliegel gilt als wichtigster Wäschereipartner der Hauptstadt-Hotellerie – deutlich einschränkt.

Berliner Hotelmarktgibt den Takt vor

Mit der neuen Großinvestition im polnischen Grenzgebiet, die Arbeitsplätze in der strukturschwachen Region garantiert, hat das Traditionsunternehmen jetzt neues Potenzial gewonnen. Statt drei Schichten werden zwei Teams pro Tag angesetzt. Die Nachtarbeit entfällt zwar, dennoch wird an sieben Tagen die Woche gearbeitet. Denn: Der Großteil der Wäsche, die morgens in den Wäschecontainern angeliefert wird, muss am späten Nachmittag zurück in den rund 150 Kilometer entfernten Berliner Top-Hotels sein. Und der potenzielle Markt für die Wäscherei wächst permanent: Immer mehr Gäste – auch aus dem Ausland – strömen in die Hauptstadt, 26 neue Hotels mit insgesamt rund 6.200 Zimmern sind derzeit in Bau. In zwei Jahren wird daher voraussichtlich auch die Kapazität des NC2 ausgeschöpft sein, spätestens dann muss wohl die nächste Werkserweiterung in Angriff genommen werden. Direkt neben dem großen kommunalen Kraftwerk, das den nötigen Dampf für die Wäscherei liefert, sind noch Flächen für einen weiteren Ausbau vorhanden. Fliegel Textilservice betreibt den Standort an der Oder seit 25 Jahren und bekräftigt mit der Millioneninvestition sein Engagement in Polen. Die Partner in der Politik wissen das Engagement durchaus zu schätzen. Die hochmoderne und klimatisierte Wäscherei ist einer der größten Arbeitgeber in der Region. Franz-Josef Wiesemann und Servitex-Geschäftsführer Karsten Jeß laden Hoteliers dazu ein, sich ein Bild vor Ort zu machen: Warum saubere Hotelwäsche ein Handwerk mit Anspruch ist, warum die Zufriedenheit der Gäste mit den Arbeitsbedingungen für Schichtarbeiterinnen zusammenhängt und warum Sonderwünsche wie die Suche nach vergessenen Smartphones in Bademänteln der Suche nach der Nadel im Heuhaufen gleichen.

Servitex in Kürze

●  Textilverbund für Hotellerie und Gastronomie
●  Hauptsitz Berlin (seit 2010)
●  9 Gesellschafter mit 16 Wäschereien
●  Kooperationspartner in der Schweiz (Schwob) und in Österreich (Vienna Textilservice)
●  60 Prozent Marktanteil in First-Class- und Luxushotels in Berlin durch Fliegel Textilservice

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