Beruflich im Ausland: Fehlende A1-Bescheinigung­ kommt teuer

Steuertipp: Durch die A1-Bescheinigung können Hoteliers, die Arbeitnehmer in Hotels im Ausland einsetzen, die korrekte Zahlungspflicht der Sozialbeiträge im Inland nachweisen. Doch dass auch Hoteliers selbst diese Bescheinigung mitführen müssen, ist den meisten unbekannt.

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Das gilt bei Auslandsdienstreisen innerhalb der EU, im Europäischen Wirtschaftsraum sowie in der Schweiz  und seien es auch nur kurzfristige Aufenthalte wie die Teilnahme an Messen oder Fortbildungsveranstaltungen. Selbst wer im grenznahen Gebiet wohnt und mit seinem Firmen-PKW ins benachbarte EU-Land zum Tanken fährt oder sich mit einem Geschäftspartner für ein Meeting trifft, läuft Gefahr, eine Geldstrafe von bis zu 10.000 Euro zu kassieren.

Bereits seit einigen Jahren finden vor allem in Frankreich und Österreich strenge Kontrollen statt. Wer keine A1-Bescheinigung vorweisen kann, muss ein Bußgeld zahlen. Diese Überprüfungen werden auch in anderen Ländern weiter zunehmen. Hintergrund ist, dass bereits seit Juli 2017 ein Datenaustausch zwischen den europäischen Sozialversicherungsträgern stattfindet. Während für Arbeitnehmer seit dem 1. Juli 2019 das elektronische Antragsverfahren Pflicht ist, gilt für Hoteliers derzeit weiterhin das Antragsverfahren in Papierform. Die Bescheinigung ist vom Mitarbeiter beziehungsweise Hotelier die gesamte Zeit im Ausland mitzuführen.

Interne Prozesse optimieren

Hoteliers sind daher gut beraten, spätestens jetzt mit der verpflichtenden Nutzung des elektronischen Antragsverfahrens einen internen Prozess zu organisieren, der die Beantragung einer A1-Bescheinigung und deren Weitergabe an Mitarbeiter vor Beginn der Auslandsdienstreise sicherstellt.

Gesetzlich Krankenversicherte müssen ihre Anträge bei der jeweiligen Krankenkasse stellen. Für Privatversicherte ist die Deutsche Rentenversicherung zuständig. Eine Ausnahme bilden Mitglieder in einem berufsständischen Versorgungswerk: Hier ist der Antrag bei der Arbeitsgemeinschaft berufsständischer Versorgungseinrichtungen zu stellen.

Autor: MARCO SPINDLER ist Steuerberater in der auf die Beratung von Hotels und Gaststätten spezialisierten ETL ADHOGA Steuerberatungsgesellschaft in Arnsberg.

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