Bereits eine Milliarde investiertPremier Inn setzt künftig auch auf Mixed-Use

Michael Hartung ist hat die weitere Expansions-Strategie von Premier Inn bekanntgegeben. (Bild: Premier Inn)

Premier Inn will bis 2020 mindestens 20 Hotels in Deutschland eröffnen. Dabei setzt das Unternehmen künftig auch auf Mixed-Use-Konzepte, wie die Verantwortlichen bei einer Pressekonferenz in Frankfurt mitteilten. Dort  verrieten sie auch, wie viel Geld bereits in Deutschland investiert wurde.

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Wie Michael Hartung, Managing Director und Director Development der Premier Inn Investment GmbH mitteilte, hat die britische Muttergesellschaft Whitbread in den vergangenen Monaten rund eine Milliarde Pfund (ca 1,1 Milliarden Euro) in die Expansion in Deutschland investiert. Zudem plant das an der Londoner Börse notierte Traditionshaus, jährlich weitere 200 bis 300 Millionen Pfund Kapital zur Verfügung zu stellen. Insgesamt sehe Whitbread ein Potenzial von rund 300 Premier Inn Hotels im deutschen Markt. Eröffnet haben bereits drei Häuser.

Premier Inn setze bei der geplanten Expansion in Deutschland einen Fokus auf gemischt genutzte Stadtquartiere und Projekte. Bei der Realisierung will das Unternehmen flexibel sein: die Spanne reicht vom Einbringen des Mietvertrags in das Projekt bis hin zur selbständigen Entwicklung des Hotels in einem Joint Venture mit einem Büro-, Wohn- oder Einzelhandelsentwickler. Auch für die eigenen Standorte von Premier Inn spiele das Thema Mixed-Use eine wachsende Rolle, insbesondere da die Hotelmarke ihre Immobilien vorwiegend im Bestand hält. Derzeit prüft Premier Inn unterschiedliche Ideen für ein Projekt am Dortmunder Hauptbahnhof. „Das Grundstück ist für eine Hotelentwicklung alleine zu groß. Deshalb sprechen wir mit Partnern, um ein gemischt genutztes Objekt zu realisieren“, erzählt Hartung.

Er ist sich sicher: „Die Großstadt der Zukunft wird aus durchmischten Vierteln bestehen, aus dorfähnlichen Strukturen innerhalb des Stadtgefüges.“ Und weiter: „Die zunehmende Urbanisierung und Alterung der Gesellschaft wird unter anderem zu der vermehrten Realisierung solcher Quartiere führen.“ Die sogenannte Silver Generation wolle Nähe, Sicherheit und eine medizinische Vollversorgung, was vor allem durch durchgängig belebte, kleine Stadtviertel erzielt werden könne, so Hartung. Eine weitere Anforderung an die Stadt der Zukunft sei eine gesunde, lebensfreundliche Umwelt.

Immer wichtiger sei außerdem die Einbindung der Stadt und der Anwohner in die Ideenfindung. „Für jeden Standort gelten andere Voraussetzungen, Präferenzen und Einschränkungen. Entsprechend braucht es individuelle kreative Ideen für jedes Projekt statt Schema F“, betonte Hartung. Die Einschränkungen seien dabei nicht nur regulatorischer Art. „Es gibt tatsächlich relativ wenige Projektentwickler, die Mixed-Use-Objekte realisieren können. Und bis vor kurzem gab es auch seitens der Immobilieninvestoren wenig Interesse. Man wollte Büros für den Bürofonds, Wohnungen für den Wohnfonds; gemischte Gebäude passten nicht ins Schema. Entsprechend war die Finanzierung nicht immer leicht. Das ändert sich zum Glück gerade.“

Premier Inn-Expansion in Deutschland

Premier Inn startete seine Expansion in Deutschland mit einem Hotel in Frankfurt. Anfang 2019 wurde das Premier Inn Hamburg City eröffnet. Voraussichtlich zum Jahreswechsel folgt die Eröffnung des Premier Inn München City (Zentrum), prominent situiert an der Sonnenstraße. Bis Ende 2020 sollen mindestens 20 Hotels in Betrieb sein, unter anderem in Hamburg, München, Leipzig, Stuttgart und Düsseldorf. Insgesamt verfügt das Unternehmen über 39 gesicherte Standorte.

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