Digitalisierung der HotelmeldepflichtIHA begrüßt Vorstoß

Papier oder PC? Das Bundeskabinett soll kommende Woche über die Digitalisierung der Hotelmeldepflicht diskutieren. (Bild: pixabay/markusspiske)

Ist ein Durchbruch bei der Digitalisierung der Hotelmeldepflicht in Sicht? Das zumindest hoffen die Mitglieder des IHA. Sie begrüßen den Vorstoß im Bundeskabinett.

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Wie der Hotelverband Deutschland (IHA) mitteilt, wolle Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) kommende Woche Vorschläge zum Abbau von Bürokratieauflagen für die mittelständische Wirtschaft im Bundeskabinett einbringen.  „Damit kommt der Gesetzgeber unserer langjährigen Verbandsforderung nach einer Digitalisierung der Hotelmeldepflicht und der entsprechenden Bürokratieentlastung endlich nach“, sagt Otto Lindner, Vorsitzender des IHA und Stellvertretender Präsident des Dehoga-Bundesverbandes. Er zeigt sich zufrieden mit dem Gesetzesentwurf.

150 Millionen Meldescheine aus Papier pro Jahr

Das bisher gemäß §§ 29, 30 Bundesmeldegesetz zwingend vorgeschriebene papierhafte Hotelmeldeverfahren stelle für die mittelständische geprägte Hotellerie eine enorme bürokratische Belastung und in Zeiten fortschreitender Digitalisierung auch eine ebenso deutliche wie vermeidbare Einschränkung der Servicequalität dar. “Im Einklang mit Zahlen des Statistischen Bundesamtes” gehe der Hotelverband von derzeit rund 150 Millionen papierhaften Hotelmeldescheinen pro Jahr und einer durch Anschaffung, Handling, Lagerung und anschließender Vernichtung verursachten Kostenbelastung von rund 100 Millionen Euro jährlich aus. „Wir erachten es für beispielgebend, wie der Gesetzgeber hier zur Entlastung der mittelständischen Wirtschaft eine Möglichkeit zur Nutzung einer Synergie aus einer ohnehin bereits gemäß europäischem Recht umzusetzenden Pflicht aus dem Bereich der Zahlungsdienste für einen deutlichen Bürokratieabbau an anderer Stelle nutzt,“ lobt Lindner die Initiative des Bundeswirt-schaftsministers.

Papier soll als Option vorhanden bleiben

Der Dehoga und der IHA haben laut Aussage der Verantwortlichen großen Wert darauf gelegt, dass das bisherige papierhafte Meldewesen als vollwertige Option auch zukünftig von den Beherbergungsbetrieben beibehalten werden könne und keine Verpflichtung zur Investition in digitale Infrastrukturen und Softwarelösungen bestehe. „Dennoch gehen wir davon aus, dass mit der gefundenen Lösung zeitnah auch kleinere Betriebe von den Vorteilen der Digitalisierung der Hotelmeldepflicht profitieren können. Wir danken daher ausdrücklich auch den in der Bundesregierung für Inneres und Digitales zuständigen Kabinettsmitgliedern aus Bayern für ihre wertvolle Unterstützung des Branchenanliegens“, ergänzt Angela Inselkammer, Präsidentin des Dehoga Bayern.
Sollte der Gesetzentwurfe durch das Bundeskabinett verabschiedet werden, werde der Hotelverband laut den Verantwortlichen Anbieter von Zahlungsdienstleistungen und Hotelverwaltungssoftware zu einem Runden Tisch einladen.

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