PrivatunterkünfteBei Fremden daheim

Für Touristen ist Berlin ein angesagtes Ziel. Immer mehr Besucher wollen die Stadt fernab der Touristenpfade kennenlernen. Das machen sich viele Hauseigentümer zunehmend zunutze und bieten ihre Wohnung online gegen Bares an – oftmals über professionelle Anbieter von Zimmervermittlungs-Webseiten. Auch in anderen Großstädten ist diese Art der Unterkunftssuche im Kommen. Stellen solche Dienste eine ernsthafte Konkurrenz für die Hotellerie dar? Top hotel geht dieser Frage nach.

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Sucht man im Internet nach »Ferienwohnung Berlin«, erhält man ungefähr 22,9 Millionen Treffer. Unter den angezeigten Anbietern finden sich neben »lokalen« Webseiten auch weltweit agierende Online-Vermittlungsdienste für die zeitweise Vermietung von Privatunterkünften an Urlauber. Diese haben seit einigen Jahren einen enormen Zulauf: Oft sind sie billiger als Hotels, der Gast ist vermeintlich näher dran am Geschehen vor Ort und man lernt im Idealfall neue Bekannte – seine Vermieter – kennen.

In Deutschland dominieren drei Anbieter den Online-Markt: Airbnb, Wimdu und 9flats. Die sogenannte »sharing community« definiert sich nicht mehr über individuellen Besitz, sondern über den gemeinsamen Zugang zu Ressourcen. Diese Art des Reisens, auch »social travel« oder »collaborative consumption« genannt, wächst seit einigen Jahren beständig. Vorreiter war das Unternehmen Airbnb aus San Francisco, das 2008 von Joe Gebbia, Brian Chesky und Nathan Blecharczyk gegründet wurde. Der Name setzt sich zusammen aus dem englischen Wort für Luftmatratze (Airbed) und dem Konzept des Bed & Breakfast. Die Idee hinter dem Geschäftskonzept: Gastgeber vermieten ihr individuell eingerichtetes Zuhause an Menschen, die Städte und Kulturen mit Hilfe von lokalen Gastgebern kennenlernen möchten – so als würden sie bei Freunden übernachten. Buchbar sind die zum Teil recht außergewöhnlichen Unterkünfte online oder über ein Smartphone. Heute unterhält die Firma weltweit Büros, unter anderem in Hamburg und Berlin. Nach eigenen Angaben vermittelte Airbnb bis heute über zehn Millionen Nächte in fremden Betten und hält mittlerweile über 300.000 Unterkünfte weltweit in ungefähr 33.000 Städten bereit. Die Expansion nach Deutschland erfolgte im Frühjahr 2011; hier hat das Unternehmen mittlerweile knapp 17.000 Unterkünfte im Angebot. Berlin ist mit knapp 7200 Einträgen der größte Markt in Deutschland für Airbnb. Nathan Blecharczyk: »Berlin zählt zu den Top Ten weltweit. Der europäische Markt wächst inzwischen doppelt so schnell wie unser Heimatmarkt in den USA« (Quelle: Zeit.de-Interview vom 16. August 2012). Zu den Unterkünften gehören nicht nur einfach eingerichtete WG-Zimmer oder kleinere Wohnungen, sondern auch Luxus Penthäuser mit großer Dachterrasse, Yachten, Luxussuiten in einem Schloss oder diverse Zimmer in einer Designervilla mit hauseigenem Wellnessbereich.

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