Befragung zum Thema E-Charging-Stationen Volle Ladung Potenzial

Arborea stellt seinen Gästen E-Fahrzeuge leihweise zur Verfügung. (Bild: Arborea Hotels und Resorts)

Nur ein einstelliger Prozentanteil der Hotels in Deutschland bietet bisher Ladestationen für Elektrofahrzeuge an – so weit eines der Ergebnisse einer Online-Befragung unter deutschen Hoteliers. Doch nicht nur in quantitativer, auch in qualitativer Hinsicht sind noch Defizite zu beheben.

Die bundesweit erstmals durchgeführte Hotel-Charging- Studie, die vom Anbieter für Strom- und Mobilitätslösungen GP Joule Connect initiiert und vom Online-Magazin Touremo erstellt wurde, ging der Frage nach, inwieweit sich die Hospitality-Branche bereits heute den Herausforderungen einer zunehmend elektrifizierten Mobilität stellt. Befragt wurden 676 deutsche Hotels, die über Ladeeinrichtungen verfügen. Aufgrund der wachsenden Verbreitung von Elektrofahrzeugen mit höheren Reichweiten und dem Ausbau der Ladeinfrastruktur speziell an Autobahnen gehen Experten davon aus, dass künftig immer mehr E-Driver mit ihren „Stromern“ auch verreisen werden. Die Fachleute sehen darin ein großes Marktpotenzial sowohl für die deutschen Beherbergungsbetriebe als auch für Anbieter von Ladetechnologien. „Noch können sich Hoteliers damit einen Wettbewerbsvorteil sichern, in wenigen Jahren wird Hotel-Charging ein von den Gästen erwartetes Standardangebot sein“, ist Peter Grett, Mitherausgeber des Magazins Touremo und Co-Autor der Studie, überzeugt.

Und: „Die Befragung hat gezeigt, dass viele Betriebe auf der Suche nach Informationen und Beratung zum 1nnovationen, Trends, Konzepte Thema Elektromobilität sind.“ So sollten nach Ansicht des Mobilitätsexperten weitere Services angeboten werden. Bei Tagungs- und Businesshotels sind Ladeeinrichtungen etwas stärker verbreitet als bei anderen Arten von Beherbergungsbetrieben. Die Größe der Häuser – ob nun kleine Pension oder großes Kettenhotel – entscheidet laut Studie nicht darüber, ob eine Ladeeinrichtung angeboten wird oder nicht. Auch zwischen den Bundesländern ließen sich keine signifikanten Unterschiede hinsichtlich der Verbreitung erkennen.

Mehr als die Hälfte der bundesdeutschen Hotels mit Ladeeinrichtungen nutzen bereits heute regenerative Energien für ihre Ladeinfrastruktur. Von diesen Betrieben erzeugen knapp 50 Prozent ihren Strom über eigene Blockheizkraftwerke oder Photovoltaik-Anlagen. Mangelnde Fachkenntnis bremst Innovationsbereitschaft Zwei Drittel der Ladeeinrichtungen bestehen aus speziellen „Chargern“ wie Wallboxen oder Ladesäulen, ein Drittel der Betriebe verfügt lediglich über Steckdosen, die allerdings nicht den Sicherheitsanforderungen in den Gastbetrieben gerecht werden. „Leider mangelt es vielen Hoteliers noch an entsprechender Fachkenntnis und am Bewusstsein, dass intelligente, auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene und zukunftsfähige Ladelösungen längst verfügbar sind und sich deren Anschaffung in jeder Hinsicht rechnet“, so Peter Grett.

Der Touremo-Herausgeber: „Hotels schaffen mehr und mehr elektrische Betriebs- und Mitarbeiterfahrzeuge an. Hoteliers überlegen zudem, ihren Gästen Leihfahrzeuge anzubieten.“ Dafür gebe es auch gute Gründe, denn gerade in entspannter Urlaubsatmosphäre seien Gäste aufgeschlossen, etwas Neues auszuprobieren. Rund ein Drittel der Hotels mit Ladeeinrichtungen bieten ihren Gästen laut Studie schon Elektrofahrzeuge zum Ausleihen an oder haben dies demnächst vor.

„Immer mehr Betriebe erkennen die Chancen und nutzen sowohl Leihfahrzeuge als auch Ladesäulen zu Kundenbindungs- und Marketingzwecken“, sagt Manuel Reich, Business Unit Manager bei GP Joule Connect. „Eine Ladesäule kann ein erster guter Schritt sein, um den Einstieg in die Elektromobilität zu tätigen. Leihfahrzeuge oder Angebote für Mitarbeiter und Nachbarn sind dann die logischen nächsten Schritte.“

Die gesamte Studie ist abrufbar unter www.touremo-mag.com