Bayern boomt:Erstmals mehr als 100 Millionen Übernachtungen

Erstmals wurden die 100 Millionen Übernachtungen geknackt. Bei der Pressekonferenz zum Thema Tourismus (v.l.) Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger; Barbara Radomski, Geschäftsführung by.TM; Angela Inselkammer, Präsidentin Deutscher Hotel- und Gaststättenverband Bayern; Klaus Holetschek, Vorsitzender des Bayerischen Heilbäder-Verbands. (Bild: StMWi/E. Neureuthe)

Zum zehnten Mal hintereinander wächst der Tourismus in Bayern gegenüber dem Vorjahr: Erstmals verbucht das Bundesland im Süden der Republik mehr als 100 Millionen Übernachtungen. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger kündigte zudem Invest in die Digitalisierung an. 

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Bayerns Wirtschafts- und Tourismusminister Hubert Aiwanger sagt: „Der Bayerntourismus ist ein Stabilitätsanker. Mit 100,9 Millionen Übernachtungen konnte 2019 der Rekordvorjahreswert um nochmals 2,2 Prozent gesteigert werden. Bei den Gästeankünften war es ein Plus von 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.“ Insgesamt gab es erstmals über 40 Millionen Ankünfte von Gästen in Bayern im Jahr 2019. Aiwanger: „Wir nehmen diese Beliebtheit zum Anlass, die Nachhaltigkeit unserer Tourismuspolitik zu stärken, damit wir unsere Vorreiterrolle auch in Zukunft behalten. Das Interesse an nachhaltigen Angeboten steigt. Das bietet erhebliche Potenziale für die Weiterentwicklung des Tourismus in der Fläche. Der Tourismus soll noch mehr regionale Wertschöpfung und hochwertige Arbeitsplätze im ländlichen Raum schaffen und von der Bevölkerung akzeptiert werden.“

Zudem veränderten die Digitalisierung und die steigende Mediennutzung die Geschäftsmodelle im Tourismus massiv. Auf Dauer könne die Querschnittsbranche Tourismus nur bestehen, wenn nicht nur ökonomische, sondern auch soziale und ökologische Aspekte stärker thematisiert würden. Tourismus in Bayern könne nur im Einklang mit Mensch und Natur funktionieren, sagte Aiwanger. Um das Tourismusland Bayern in der digitalen Welt noch stärker zu präsentieren und die bayerischen Akteure im Tourismus fit für die Digitalisierung zu machen, müsse man Innovation, digitale Infrastruktur und Information voranbringen. Die für dieses Jahr geplante Gründung der „by.TM Kompetenzstelle Digitalisierung“ in Waldkirchen setze hier an. Aiwanger: „Der Bayerntourismus soll nachhaltig und zukunftsfähig sein, deswegen schalten wir den digitalen Turbo ein.“ Im Rahmen der High-Tech Agenda Bayern werden für den Bereich Tourismus 30 Millionen Euro an zusätzlichen Mitteln veranschlagt, die Haushaltsverabschiedung durch den Landtag ist für April geplant.

„Hotellerie und Gastronomie sind die regionalen Wirtschaftsmotoren, sie sind Garanten einer positiven ländlichen Entwicklung“, erläutert Dehoga Bayern-Präsidentin Angela Inselkammer. „Doch obwohl die Umsätze steigen, sinkt aufgrund der überproportional gestiegenen Personalkosten in vielen Betrieben die Umsatzrendite.“ Aus diesem Grund fordert Inselkammer eine Entlastung der Gastronomiebetriebe: „Den reduzierten Mehrwertsteuersatz auch in diesem Bereich einzuführen, würde die Betriebe wirtschaftlich rentabler werden lassen, sie könnten in den Substanzerhalt investieren,die Investitionen kämen direkt der Wirtschaft zugute und der Ort würde sofort an Lebensqualität gewinnen. Wie gut das funktioniert, hat man bei der Hotellerie gesehen. Das sage übrigens nicht ich, das sagt auch der aktuelle Betriebsvergleich für Hotellerie und Gastronomie in Bayern“, so Inselkammer. „Wenn dann noch ein weniger bürokratisches Umfeld geschaffen werden würde, das wieder mehr selbstverantwortliches Handeln zuließe und das Arbeitszeitgesetz an die Lebenswirklichkeit angepasst werden würde, wäre der Branche extrem geholfen“, sagt Inselkammer.

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