GM Sheraton Mallorca Arabella Golf Hotel Babette Ganz

Eigentlich sollte die Pädagogik ihr Leben bestimmen – aber bekanntlich kommt es manchmal anders, als man denkt. Ein Praktikum in Pontresina, diverse Engagements beim Clubanbieter Robinson und letztlich die Verwirklichung eines Lebenstraums auf ­Mallorca prägten die Karriere von Babette Ganz. Seit neun Jahren lebt die Westfälin auf ihrer Trauminsel, seit vier Jahren leitet sie das Sheraton Mallorca Arabella Golf Hotel –
bis jetzt ohne Handicap.

Morgens – tock! – um sieben – tock! – ist die Welt schon in Ordnung – tock! Zumindest für die Golfer am Abschlagplatz, während die Sonne an einem wolkenlosen Frühlingsmorgen auf Mallorcas ältestem Golfplatz wärmende Kraft gewinnt. Son Vida liegt im gleichnamigen Villen-Viertel der beliebten Balearen-Insel, hoch über dem Trubel der Hauptstadt Palma und Galaxien entfernt von Ballermann und Co. Hinter Pinien, Mandelbäumen und monströsen Eisentoren schmiegen sich die Villen der Gutbetuchten in den Hang. Inmitten dieser Idylle liegt ­eines jener Hotels, die auf Mallorca längst kein Geheimtipp mehr sind: das Sheraton Mallorca Arabella Golf Hotel, geleitet von Babette Ganz.  Seit Jahren und Jahrzehnten gilt dieses Haus als eine der magischen Anlaufadressen speziell für Golfer aus Deutschland. Das Alleinstellungsmerkmal: Das Luxushotel liegt direkt an und auf dem Golfplatz. Erbaut im gediegenen Stil eines spanischen Herrensitzes befindet es sich in einem 13.000 Quadratmeter großen mediterranen Garten und ist bestückt mit zahlreichen Kunstwerken und Antiquitäten. So hängt in der Lobby links neben der Bar ein echter Miró – ungesichert, aber auch zu groß, um damit unbemerkt verschwinden zu können.

Seit vier Jahren führt die Deutsche Babette Ganz das Haus mit seinen 104 Angestellten, passioniert und mit hoher Sozialkompetenz beim Umgang mit Personal und Gästen. »Sie hat immer für jeden Zeit und ein offenes Ohr für Probleme, wenn es einmal welche gibt«, berichtet Kellner Marco, der selbst schon seit Jahren im Hotel arbeitet. Lediglich der Funke in Sachen Golf ist noch nicht so richtig übergesprungen auf die großgewachsene Westfälin. »Ich habe die Platzreife gemacht, weil man als Direktorin eines Golfhotels mit entsprechenden Gästen gerne auch die Gespräche verstehen und ein wenig mitreden möchte. Golfer sind doch schon ein eigenes Völkchen für sich. Ein eigenes Handicap habe ich aber noch nicht, das kann aber noch kommen«, betont die 48-Jährige. Um für den täglichen Hotelstress die nötige Kondition zu haben, geht sie morgens zum Joggen und abends in ein Fitness-Studio in der Hauptstadt Palma – »auch um die Birne ­einmal frei zu bekommen«, erklärt die Blondine aus dem Ruhrgebiet.Dass Babette Ganz einmal in der Hotellerie landen würde, damit hat zuhause in Castrop-Rauxel so recht niemand gerechnet, schließlich stammt sie aus einer lupenreinen Pädagogen-Familie.

Der heute 84-jährige Vater war Lehrer, und in die gleichen Fußstapfen sind auch ihre drei Schwestern getreten: Die eine als Sportlehrerin, die andere als Studienrätin für Wirtschaft und Design und die dritte als Schuldirektorin und Lehrerin für Tanz und Bewegungsgestaltung. »Mir war schon früh klar, dass dieser Berufsweg nichts für mich ist.Ich wollte immer hinaus in die Welt, etwas erleben und habe daher schnell nach einem Praktikum während einer Wintersaison im Hotel zur Post in Pontresina beschlossen, eine Ausbildung zur Hotelfachfrau zu machen«, erklärt die Deutsche. Wie sich herausstellte, war dies das Sprungbrett für eine  internationale Karriere. Nach einer zweieinhalbjährigen Berufsausbildung bei den Hubert Imhoff Betrieben in Essen erhielt sie ihre erste Anstellung im Hotel Parkhaus Hügel als Assistentin der Hausdame. »Ich war damals wirklich als Mädchen für alles unterwegs. Auch wenn in der Küche einmal eine Aushilfe gesucht wurde, bin ich eingesprungen«, blickt Babette Ganz auf ihre ersten Jahre im Gastgewerbe zurück.

Es sollte nicht lange so bleiben, zumal die Deutsche die akademische Karriere suchte und Betriebswirtschaft studierte. Nach zwei Jahren hatte sie das Diplom als staatlich geprüfte Betriebswirtin in der Tasche, woraufhin sie der Clubanbieter Robinson als Management Trainee engagierte. Zwei Jahre wurde sie in alle Verantwortungsbereiche der Club-ananlagen eingearbeitet – von Rezeption und Küche bis hin zu Controlling und Verwaltung. In der Folge sollte Babette Ganz die clubeigene Karriereleiter sukzessive emporklettern. Insgesamt zehn Jahre stand sie bei der 100-prozentigen TUI-Tochter unter Vertrag und arbeitete in der Schweiz, auf der Kanareninsel Fuerteventura und zuletzt als stellvertretende Clubdirektorin in den Ferienclubs Cala Serena auf Mallorca und  Tulum in Mexiko, wo sie mit einer Personalverantwortung für 80 Mitarbeiter die Abteilungen Housekeeping, Technik, Rezeption und Unterhaltung führte. Robinsons Philosophie hat sie geprägt, von dieser Einstellung hat sie bis heute vieles übernommen. »Man hat bei Robinson immer sehr viel Wert darauf gelegt, die Rolle eines perfekten Gastgebers zu erfüllen.

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