Azubi-Mindestlohn Ingrid Hartges beanstandet Pläne der Bundesregierung

Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin des Dehoga Bundesverbandes (Bild: Dehoga)

Auszubildende sollen nach Plänen der Bundesregierung bald einen Mindestlohn bekommen. Betriebswirtschaftlich sieht Dehoga-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges in diesem Kontext weniger Probleme, dafür aber im politischen Bereich.

Gegenüber dem Inforadio von RBB erklärte Ingid Hartges, dass es nicht Aufgabe des Gesetztgebers sei, die Ausbildungsverütungen zu regeln. Dies sei ordnungspolitisch und bildungspolitisch der falsche Weg. “Wir sind der Auffassung, dass es orginäre Aufgabe der Gerwerkschaft und der Dehoga-Landesverbände ist, die Ausbildungsvergütungen zu vereinbaren. Das funktioniere auch in der gastgewerblichen Branche, wo in den vergangenen Jahren überproportionale Steigerungen festzustellen waren”, so Hartges.

Der Dehoga befürchtet – ähnlich wie beim gesetzlichen Mindestlohn – dass die Mindestausbildungsvergütung politisch instrumentalisiert werden könnte und zu einem Überbietungswettkampf der Parteien führt.

Alle tarifgebundenen Unternehmen trifft ein möglicher gesetzlichen Mindestlohn für Auszubildende betriebswirtschaftlich laut Hartges nicht. Der überproportionale Anstieg der Ausbildungsvergütungen – die Dehoga-Hauptgeschäftsführerin führt die jüngsten Tarifverhandlungen in Berlin und Brandenburg an – habe deutlich gemacht, dass verstanden wurde, dass auch dieser Bestandteil die Attkrativität der Ausbildung ausmache.

Hintergrund: Der Plan der Bundesregierung sieht vor, dass ab dem Jahr 2020 eine Mindestvergütung von 515 Euro pro Monat realisiert werden soll, die sich in den Folgejahren weiter erhöht – im Jahr 2021 auf 550 Euro, ein Jahr später auf 585 Euro und ab 2023 auf 620 Euro.