Ausbildung So verringern Sie die Abbrecherquote

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Das neue Ausbildungsjahr steht vor der Tür. Vor dem Hintergrund einer hohen Abbrecherquote in der Hotellerie appelliert die Hoteldirektorenvereinigung Deutschland (HDV) an die Betriebe und Ausbilder, durch geeignete Maßnahmen Abbrüche zu verhindern. Doch wie sehen solche aus?

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„Vor allem im ersten Jahr ist es wichtig, die jungen Leute so zu empfangen und zu begleiten, dass es erst gar nicht so weit kommt, dass ihre Verträge aufgelöst werden“, sagt Jürgen Gangl, 1. Vorsitzender der HDV und Direktor des Hotels Park Inn in Berlin. Dazu könne ihm zufolge jeder Hotelier, jeder Ausbilder beitragen.

Ein solcher Hotelier ist Bernhard Langemeyer, General Manager des Sheraton Düsseldorf Airport Hotel. Hemmschwellen abbauen, Fehler zulassen, Sicherheit geben: all dies sind Wege, junge Auszubildende an ihre Aufgaben heranzuführen und zu motivieren, berichtet Langemeyer. Dazu gehört im Sheraton eine gute Willkommenskultur.

Ängste nehmen

Diese beginnt bereits vor dem ersten Arbeitstag. Denn bereits nach Vertragsabschluss bekommen die angehenden Azubis ein Mitarbeiterhandbuch und den Versetzungsplan, in dem sie erfahren, welche Inhalte und Methoden, welche Aufgaben und Abteilungen sie erwarten. „Die Auszubildenden sollen wissen, was auf sie zukommt. Das nimmt ihnen Ängste“, sagt Langemeyer. So dient der erste Arbeitstag dazu, die jungen Leute an ihr künftiges Arbeitsumfeld heranzuführen. An diesem sogenannten Orientierungstag lernen sie das Hotel kennen, die Abteilungsleiter, die Struktur des Hauses, auch erste Verhaltensregeln.

Während der Probezeit haben die Azubis mit den Ausbildern zwei Feedback-Gespräche, die Korrekturen erlauben. So besteht die Möglichkeit, die Abteilung zu wechseln, „wenn dem Azubi die Arbeit in dem Bereich nicht liegt“, berichtet der GM. Auch auf diese Weise lässt sich ein Abbruch der Ausbildung verhindern. Und „durch ständiges Feedback, ebenso durch einen Paten, der dem Auszubildenden zur Seite steht.“

Exzellente Ausbildung

Natürlich kommt es entscheidend auf den Auswahlprozess an. Der „Dienstleistungsgedanke muss bei den Bewerbern im Ansatz vorhanden sein. Den Rest bringen wir den jungen Leuten dann bei“, so Langemeyer. Das Sheraton Düsseldorf beschäftigt zurzeit 19 Auszubildende. Im August kommen sechs neue hinzu. Abbrecher gab es 2014 nicht.

Das Sheraton gehört zu den Hotels, die sich mit dem HDV-Gütesiegel  „Exzellente Ausbildung“ haben zertifizieren lassen. Gerade wurde das Zertifikat verlängert. Es läuft nach zwei Jahren aus, so dass sich die Betriebe neu auditieren lassen müssen. Gute Erfahrungen hat der General Manager mit dem Gütesiegel gemacht: „Die Auszubildenden sind stolz, in einem zertifizierten Hotel zu lernen, erzählen in der Berufsschule davon und locken neue Auszubildende ins Haus. Auch der Bewerberkreis hat sich über die Region hinaus erweitert. All dies hat mit dazu beigetragen, dass die Zahl der Bewerber konstant geblieben ist.“

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