Wein-Tipp: 2009 Fuentespina Selección, D.O. Ribera del Duero, Bodegas Fuentespina

Erfolgreicher Spanier

Tophotel-Autor Rudolf Knoll stellt in dieser Ausgabe wieder einen für die Gastronomie überaus interessanten Wein vor, der durch sein sehr gutes Preis-Wert-Verhältnis überzeugt.

Die ersten Weine, die aus Spanien auf dem deutschen Markt drängten, waren in den 70er-Jahren des letzten Jahrhunderts jene aus Rioja. Sie überzeugten mit gutem Reifepotenzial und ließen nur anfangs rätseln, wie man diese Herkunft überhaupt ausspricht. Doch längst ist »Riocha« ein Begriff. Ein anderes spanisches Anbaugebiet findet inzwischen fast mehr Beachtung bei Kennern, nämlich Ribera del Duero. Dass hier das Kult-Weingut Vega Sicilia zu Hause ist, hat sicher zur hohen Wertschätzung beigetragen. Aber auch die Region hat sich enorm entwickelt. Als sie 1982 den Status eines Qualitätsweingebietes (D.O.) bekam, gab es hier nur 13 Weingüter, die eine Rebfläche von 6000 Hektar bewirtschafteten. Heute tummeln sich auf über 20.000 Hektar etwa 180 Betriebe, zu denen auch ein weiteres Aushängeschild des Gebietes gehört, nämlich Pesquera.

Auf gutem Weg zu einem der Top-Erzeuger der Region ist die mitten im Gebiet, in der Provinz Burgos gelegene Bodega Fuentespina, die zu den jüngeren Weingütern gehört. Beim Traubenmaterial setzt Gründer Avelino Vegas weniger auf eigene Flächen. Er wählt aus dem Ertrag der Kooperative Santisime Trinidad das beste Material aus und will damit seiner Zielsetzung, optimale Qualität zu erzeugen, gerecht werden. Ein Vorteil ist der Zugriff auf Trauben von alten Reben. Im Keller liegen 2000 Barriques, in denen die Weine der Bodega den letzten Schliff bekommen.

Für unsere Weinempfehlung, als Selección die Spitze des Hauses, wurden ausschließlich Tempranillo-Trauben von mehr als 50 Jahre alten Stöcken verwendet. Sie wurden entrappt (von Stielen und Stengeln befreit), dann angepresst und über einige Stunden hinweg kühl gelagert, um die Aroma-Ausbeute zu fördern. Anschließend wurde die Maische temperaturkontrolliert im Edelstahl vergoren, ehe der Jungwein für 16 Monate in kleinen Eichenholzfässern reifen durfte. Auf diversen Wettbewerben in Wien, Berlin, Bordeaux und Brüssel bekam der jetzt optimal entwickelte Tropfen einige Goldmedaillen, in Weinjournalen wird er – durchaus angebracht – mit mindestens 90 (von 100) Punkten bewertet.

 

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