Testfahrt:  X-Trail der Dritte

Testfahrt

X-Trail der Dritte

Nissan zeigt, wie man aus einem Geländeboliden einen besser verkäuflichen SUV macht.

X-Trail der Erste war ein rauer, hochbeiniger Bursche. Hoch und eckig und tüchtig im Gelände. X-Trail der Zweite erhielt die C-Plattform aus der Zusammenarbeit mit Renault, er stand dem Ersten äußerlich aber wenig nach. X-Trail der Dritte ist nun völlig anders: weichere Formen, elegantere Linien und ein gutes Stück höher und geräumiger – wie eine größere Ausgabe des Qashqai. Bei 4,64 Meter Länge lässt es sich bequem sitzen, Beine und Köpfe haben Platz und das Gepäck erst recht. Der X-Trail fasst jetzt stattliche 1.655 Liter und hat einen auf drei Höhen einstellbaren doppelten Ladeboden. Richtet man die beiden Klappsitze auf, wird er für zusätzliche 800 Euro zum Siebensitzer, dann aber schrumpft das Gepäckvolumen auf 135 Liter. Für ein Picknick im Freien aber reicht das allemal.

Setzt man das stattliche Automobil in Bewegung, überrascht seine leichte Handhabung. Man merkt nichts von seiner Größe, findet schnell eine ideale Sitzposition und freut sich über die gute Aussicht und den geringen Verbrauch. Der 1,6-Liter-Dieselmotor von Renault kommt mit sechs bis sieben Liter aus und braucht dabei durchaus nicht mit Samthandschuhen angefasst zu werden. Obwohl ihm Rennambitionen freilich fehlen, überraschen Fahrleistung und Temperament im oberen Drehzahlbereich. Die 130 PS reichen vollauf, wenngleich sie auf den ersten Blick bescheiden wirken. Der Hersteller lässt sich diesen Motor mit 27.200 Euro gut bezahlen, kostet doch der um 33 PS stärkere 1,6-Liter-Benziner nur 24.750 Euro bei gleicher Effizienzklasse A. Wir waren vom Diesel jedenfalls recht angetan, er passt gut zu diesem harmonisch wirkenden Auto.

Nissan X-Trail 1,6 dCi   
Hubraum 1598  ccm
Leistung 130 PS
L/B/H 4.640 / 1.820 / 1.710 mm
CO2-Emission 129 g / km
Kofferraum 1.655/505 Liter
Normverbrauch je 100 km 4,9 l Diesel
Höchstgeschwindigkeit 188 km/h
Grundpreis ab 27.200 Euro



Das sagt DEKRA-Experte Michael Tziatzios:
Der Nissan X-Trail der zweiten Generation landet im DEKRA Gebrauchtwagenreport 2016 in seiner Fahrzeugklasse im hinteren Mittelfeld. Vor allem im Hinblick auf das Fahrwerk werden die Prüfer regelmäßig fündig: Ausgeschlagene Koppelstangen bzw. Trag-/Führungsgelenke sind – vor allem bei Fahrzeugen mit mehr als 50.000 Kilometern Laufleistung – überdurchschnittlich oft vorzu-
finden. Ebenso der Bremsenverschleiß fällt auf.

Michael Tziatzios, Leiter Gebrauchtwagenmanagement, DEKRA Automobil GmbH Info: www.dekra.de