Hoteldesign

Funktionales mit Aha-Effekt

Top-hotel-Autorin Elke Birke sprach mit Inneneinrichterin Tamara Pallasch über die Bedeutung des Hotelstandorts, Mode als inspirierende Quelle und über die Auswirkungen dieser Design­philosophie auf ihre jüngsten Referenzen: das Spa und die Restaurants im Upstalsboom Hotel Kühlungsborn.

Top hotel: Frau Pallasch, das Upstalsboom Hotelresidenz & Spa Kühlungsborn war Ihr erstes großes eigenes Projekt und gehörte bereits kurz nach seiner Eröffnung im April zu den diesjährigen Anwärtern auf den Preis »Hotelimmobilie des Jahres«. Sind Sie der neue Shootingstar für Hoteldesign?
Tamara Pallasch: Natürlich freut man sich über so eine Nominierung, die mich dennoch überraschte. Und es freut mich sehr, dass dieses Projekt gleich so eine große Resonanz erfahren hat. Während der konzeptionellen Phase konnte ich mich frei entfalten und viele Ideen umsetzen. Das war wunderbar, denn ich lege bei meiner Arbeit Wert darauf, alle fünf Sinne mithilfe von Licht, Materialien, Farben und Formen anzusprechen.

Top hotel: Ist das Ihre Philosophie?
Tamara Pallasch: Ja. Diese wichtige Erkenntnis habe ich mir als Projektleiterin im Berliner Architekturbüro Mahmoudieh Design erarbeitet. Und zwar während eines Ausstellungsprojekts mit dem Namen »five+sensotel«. Die Aufgabe lautete: Wie kann man in einem Hotel alle Sinne ansprechen und auf kleinstem Raum ein temporäres Zuhause schaffen? Erarbeitet haben wir das Konzept in enger Zusammenarbeit mit Spezialisten aus allen Bereichen, etwa der in Dornbirn ansässigen Zumtobel Group, die für das Lichtdesign verantwortlich zeichnete, und der norwegischen Künstlerin und Geruchsforscherin Sissel Tolaas, die für den Raumduft zuständig war. Das Ergebnis wurde in Zürich und London präsentiert – und war mein Einstieg in die Hotellerie.

Top hotel: Wie interpretieren Sie konzeptionell das Thema Hotel?
Tamara Pallasch: Für mich ist der Standort die Basis für die Gestaltung des Hotels. Es ist eine große Herausforderung, diesen zu erkunden, herauszufinden, was ihn besonders macht, welche Kontexte und neuen Wege beschritten werden müssen, damit an diesem ein zeitgemäßes Hotel entstehen kann. Ich gehe inhaltlich immer sehr tief an das jeweilige Thema heran und setze nicht zwingend aktuelle Trends um. Allerdings gehören für mich neue Produkte und Techniken unbedingt dazu, sie sollten aber möglichst unsichtbar sein. Außerdem ist mir ein Raumdesign wichtig, das den Gast atmen lässt. Das heißt: Je nach Zielgruppe integriere ich alle erforderlichen Funktionen, ohne einzuengen.