Peninsula-COO Peter C. Borer im Tophotel-Interview

Auf Euro-Kurs

Über 30 Jahre arbeitet »Mr. Peter« bereits für die ­Peninsula Hotels, seit 2004 als COO. Über die anstehende Renovierung des chinesischen Stammhauses, in dem »bahnbrechende« technische Innovationen umgesetzt werden sollen, sprach der gebürtige Schweizer mit
Top hotel-Autor Detlef Berg ebenso wie über das erste Peninsula in Europa und die Folgen der Naturgewalten auf die Märkte in Bangkok und Tokio.

Tophotel: Herr Borer, in Kürze startet die aufwendige Umgestaltung der luxuriösen Zimmer und Suiten im Peninsula Hongkong. Ist es wieder an der Zeit, die Maßstäbe in der Grand Hotellerie etwas nach oben zu setzen?
Peter C. Borer: Wir sind nie mit uns selbst zufrieden und leisten uns den Luxus, ständig etwas Neues zu machen. Und mit diesen Neuerungen haben wir in der langen Historie der Peninsula Hotels oft Geschichte geschrieben.
Tophotel: Was haben Sie konkret für Ihr Flaggschiffhotel geplant?
Borer: Wir setzen ein ganz neues Technologiekonzept mit einigen interessanten Innovationen um. Das wird schon ziemlich bahnbrechend sein. Es geht uns vor allem darum, neue Formen der Kommunikation zu entwickeln, damit man mehr jener Zeit gerecht wird, in der wir leben. Und wir denken noch weiter: Wir wollen vorbereitet sein auf das, was uns die Technologie in den nächsten fünf Jahren beschert. Viel mehr will ich noch nicht verraten.
Tophotel: Müssen die Gäste jetzt cool gestylte Zimmer mit einem Höchstmaß an Technik befürchten?

Borer: Ganz bestimmt nicht. Die Technik muss sich unterordnen. Alles was an modernster Technik nötig ist, wird da sein, aber man muss es nicht sehen. Und es muss auch möglichst einfach bedienbar sein. Unsere Gäste ­sollen sich wohlfühlen wie in einem Cocoon, wenn sie nach einem anstrengenden Arbeitstag in ihr Hotelzimmer kommen.  Wir nennen das ›understated quality‹ – das Zimmer schreit den Gast nicht an ›Schau her, wie schön ich bin!‹, sondern überzeugt mit edler Gestaltung und Funktionalität. Ich denke dabei zum Beispiel an besondere Materialien wie die stoffbezogenen Wände in den Fluren oder an Details wie Sofas mit kleinen ausziehbaren Trays. Bei der Farbgebung setzen wir auf fein abgestimmte Beige- und Brauntöne mit dazu passendem Mobiliar.
Tophotel: Die Renovierung eines 297 Zimmer großen Luxushotels ist kein einfaches Unterfangen. Wie wird das Refurbishing
organisatorisch ablaufen?
Borer: Die Umgestaltung wird in zwei Phasen in den beiden separaten Gebäudeteilen vorgenommen. Damit wollen wir unseren Gästen weiterhin einen störungsfreien Aufenthalt ermöglichen. Zunächst werden ab 8. Januar 2012 die Gästezimmer des Peninsula Tower einer Verjüngungskur unterzogen. Nach der Wiedereröffnung des Towers im August 2012 erhalten dann die Zimmer im Original-Gebäude ihren neuen Look und ihre neue Ausstattung. Wir rechnen damit, dass alle Arbeiten Anfang 2013 abgeschlossen sein werden.
Tophotel: Das ist ein sehr ehrgeiziges Ziel. Ist der Zeitplan realistisch?

Borer: Ja, durchaus. Wir haben alles genau geplant und vorbereitet. Und in Hongkong können Sie Projekte viel schneller als anderswo umsetzen – und das in einer ausgezeichneten Qualität.
Tophotel: Welche Ratenpolitik verfolgen Sie nach der Renovierung?
Borer: Die Preise werden schon etwas angehoben. Aber wenn Sie ein exzellentes Preis-Leistungs-Verhältnis, außergewöhnliche Qua­- lität und ein besonderes Gasterlebnis bieten, dann ist der Gast auch bereit, dementsprechend dafür zu zahlen.
Tophotel: Wie gehen die Bauarbeiten am jüngsten Projekt Ihrer Gruppe in Paris voran?

Borer: Dort wird fleißig gebaut. Natürlich dauern die Prozesse in Europa länger, aber das ist einkalkuliert. Wir haben es in Paris ja mit einem historischen, rund 100 Jahre alten Beaux-Arts-Anwesen zu tun, bei dessen Umgestaltung zum Hotel diverse Behörden mitreden, unter anderem vier verschiedene Denkmalschutzämter. Die wichtigsten Fragen sind aber geklärt und ich gehe davon aus, dass wir planmäßig im letzten Quartal 2013 eröffnen können.