Karriere: »Match« statt Mappe

Karriere

»Match« statt Mappe

Mit »Daumen hoch« zum neuen Job: Das Recruiting-Tool Hotelhead bringt Führungskräfte und Arbeitgeber in der Hotelbranche umkompliziert zusammen – liken sich beide gegenseitig, gibt es ein »Match«. Damit kommt der Kontakt zustande, der klassische Bewerbungsprozess entfällt. Im Gespräch mit Tophotel-Chefredakteur Thomas Karsch erklärt Gründer und Geschäftsführer Arne Lorenzen, wie die Idee zu der Job-Matching-Plattform entstand und was sie anders macht als ihre Konkurrenz.

Tophotel: Herr Lorenzen, nach dem Verkauf der YourCareerGroup an Stepstone sind Sie nun erneut aktiv auf dem Markt mit Hotelhead. In wie weit gehen Sie damit in Konkurrenz zu HotelCareer?
Arne Lorenzen: Hotelhead tritt als Job-Matching-Plattform für Führungskräfte der Hotellerie an und steht in direkter Konkurrenz zu den Personalvermittlern und -beratern. Wir wollen mit Hotelhead eine moderne Alternative zur klassischen Personalvermittlung sein. Der Mitbewerb zu hotelcareer ist marginal, da wir uns auf die Positionen ab Stellvertretende Abteilungsleiter aufwärts konzentrieren. Das große und stark nachgefragte Feld der typischen Fachkräfte decken wir mit Hotelhead nicht ab.

Top hotel: Wie ist die Idee zu Hotelhead entstanden?
Lorenzen: Nach dem Verkauf der YourCareerGroup sind Manuel Konen und ich auf der Suche nach Unternehmensbeteiligungen auf das Start-up Mobilehead gestoßen. Dessen drei Gründer haben 2015 mit der Entwicklung von Job-Matching-Software begonnen und diese erfolgreich mit Legalhead für Juristen und Kanzleien gestartet. Nachdem wir erfahren haben, dass dringend Investoren gesucht werden, sind wir als Seed-Investor eingestiegen. Eine Grundvoraussetzung für uns war, dass wir mit dem Einstieg bei Mobilehead auch die Rechte bekommen, Hotelhead zu gründen.

Top hotel: Wie ist die Resonanz aus dem Hotel- und Bewerbermarkt bisher?
Lorenzen: Wir sind seit Mitte Juli 2017 mit Hotelhead online und konnten in den vergangenen drei Monaten ein sehr gutes Wachstum bei den Bewerberregistrierungen verzeichnen. Bei den Vakanzen der Hotels sind wir auf einem guten Weg, allerdings wünsche ich mir hier noch deutlich mehr Hotels, die den Mut haben, ein neues Produkt zu unterstützen. Da wir zu 100 Prozent erfolgsbasiert arbeiten, gehen die Hotels kein Risiko ein. Viele Bewerber und Kunden finden das Produkt und gerade das einfache Handling unter anderem per Smartphone sehr gut und freuen sich, dass wir ein wirklich innovatives Produkt auf den Markt gebracht haben.

Top hotel: Mit welchen Neuerungen hebt sich Hotelhead von bestehenden Produkten ab?
Lorenzen: Kunden und Bewerber finden aufgrund von verschiedenen Parametern zusammen. So sind etwa gleiche Gehaltsvorstellungen vom Bewerber und vom Hotel Grundvoraussetzung für ein »Match«. Ebenfalls ein Novum ist die Prämie von bis zu 2,5 Prozent vom Bruttojahresgehalt, die wir vermittelten Kandidaten nach Ablauf der ersten drei Monate beim neuen Arbeitgeber auszahlen.

Top hotel: Planen Sie weitere Produkte in diesem Bereich?
Lorenzen: Es wird weitere »Heads« in anderen Branchen geben. Hier werden derzeit Steuerberatende Berufe und Mediziner angestrebt. Für die Hotellerie konzentrieren wir uns im Moment auf Deutschland und werden zügig den Schritt nach Österreich und in die Schweiz wagen. Zu einem späteren Zeitpunkt ist sicherlich auch ein Produkt für die Gastronomie interessant. Vorerst müssen wir aber unsere Hausaufgaben bei Hotelhead erledigen.