Porzellan & Tableware

Tischlein deck’ dich

Was vor wenigen Jahren noch wie eine Zukunftsvision klang,  wird immer mehr zur Realität: Tische, die mitdenken, und Gläser, die mit der Theke kommunizieren. Die Digitalisierung ist inzwischen auch in der Gastronomie angekommen.

Online- und Social Media-Aktivitäten gehören mittlerweile zum Standard, auch digitale Services wie Platzreservierungen und Bezahlung per Mobiltelefon in Restaurants und Cafés überraschen den Gast längst nicht mehr. Zu den neueren Entwicklungen zählen hierzulande digitale Speisekarten, mittels derer die Gäste ihre Bestellungen per Fingertipp direkt in die Küche schicken können. Und gerade erst präsentierte Microsoft auf seiner Hausmesse »BUILT 2017« den Gastro-Esstisch »Windows 10 IoT«, der die Digitalisierung in der Gastronomie auf das nächste Level heben soll: Mit dem digitalen Esstisch – ein riesiges Sur-
face-Tablet auf Beinen – können die Gäste ihre Speisen und Getränke anschauen, auswählen und direkt bestellen. Bis das Essen serviert wird, lässt sich die Wartezeit mit verschiedenen Spielen auf dem Tisch überbrücken – Kinder freuen sich dabei über das Malprogramm. Die Software soll den Gästen darüber hinaus Dessertvorschläge machen, wenn der Tisch erkennt, dass eine Tasse Kaffee abgestellt wurde. 

Smarte Trinkgläser

Alles Zukunftsmusik? Mitnichten. In den drei Restaurants der angesagten Kette »Inamo« in London kommt seit Kurzem eine andere Technik mit ähnlichem Nutzen zum Einsatz: Die Gäste sitzen an E-Tables, die über wasserdichte Touch Panels mit integrierter Bluetooth-Technik verfügen. Über jedem dieser Tische befinden sich ein Projektor und ein Computer, die mit dem Zentralserver kommunizieren. Speise- und Getränkekarten werden direkt auf die Tischfläche projiziert, Fotos von den Gerichten – realitätsgetreu abgebildet auf den Tellern vor den Gästen – sollen die Auswahl erleichtern. Für ein Plus an Individualität kann selbst das Tisch-Ambiente durch verschiedene virtuelle Oberflächen der Stimmung und dem Anlass angepasst werden. Mit der »Chefscam« lässt sich zudem die Zubereitung der Speisen in der Küche beobachten; auf Wunsch schlägt der Tisch Aktivitäten und Freizeittipps in der Nähe vor oder bestellt das Taxi für den Nachhauseweg.

Marktreif sind auch die smarten Gläser, die Rastal erstmals zur Brau-Breviale 2016 präsentierte: Kernstück des »Rastal Smartglass« ist ein ringförmiger Chip, der fest am Stiel oder an der Fußplatte des Glases eingearbeitet ist. Und so funktioniert’s: Der kodierte Chip enthält Informationen zu Füllmenge, Getränkesorte, Zeitpunkt und Ort des Ausschanks. Wird dieses Glas nach dem Befüllen auf die zugehörige »Smartbar« gestellt, liest diese die Informationen automatisch aus, sodass Detailinformationen über zu Getränkeabsatz, Schankverlust oder Zeitpunkt des Ausschanks in Echtzeit erhoben werden können. Damit aber noch nicht genug: Das Konzept ist so ausgelegt, dass Mobile Payment grundsätzlich möglich ist. Umsetzen lasse sich das spülmaschinenfeste System laut Hersteller bei allen gängigen Glasformen.