Globale Trends bedrohen die Zukunft der Hotellerie – oder vielleicht auch nicht. Denn wer rechtzeitig mögliche Szenarien durchspielt, ist seiner Zeit voraus und kann sich für die Zukunft wappnen. Studien können bei der Vorbereitung helfen.
Kategorie: News
Text: Top hotel, 19. Oktober 2012
Energie-Erzeuger kündigen an, dass der Strompreis in den nächsten Jahren um 30 Prozent steigen werde. Das Klima wird immer unvorhersehbarer und jedes Jahr werden drei neue Öko-Gesetze verabschiedet. Man muss kein Nostradamus sein, um zu erkennen, worauf das hinausläuft: Irgendwann in naher Zukunft wird Reisen wegen der – absolut nötigen, nützlichen und gebotenen – Nachhaltigkeit so stark belastet und eingeschränkt sein, dass Tourismus, Hotellerie und Gastronomie in Existenznöte geraten. Oder?
Für Zukunftsforscher ist genau dieses »Oder« das Sprungbrett in die Zukunft. Denn dass die Ökologie die Hotellerie behindert, ist durchaus möglich – oder eben auch nicht. Hier setzt die wissenschaftliche Zukunftsforschung und die unternehmerische Zukunftskompetenz an. Der Amateur fragt beim (bangen) Gedanken an Zukünftiges stets nach Prognosen: »Wie wird die Zukunft?« Der Profi dagegen weiß, dass die prognostische Qualität solcher eindimensionalen Fragen auf dem Niveau von Roulette und Würfelspiel liegt – eben wegen ihrer Eindimensionalität. Die Zukunft gibt es aus heutiger Sicht nicht. Es gibt immer nur Zukünfte. Und nur jene Unternehmen werden eine davon erleben, die heute schon in vielen davon denken können – man nennt sie auch Szenarien. Manchmal kann sich der Unternehmer dabei von professionellen Zukunftsforschern unterstützen lassen, zum Beispiel in Form der brandneuen Studie »The Future of the European Tourism and Leisure Industry 2030«, die das Institut für Zukunftsforschung und Wissensmanagement der EBS Universität für Wirtschaft und Recht Wiesbaden herausgegeben hat.
Zukunftskompetenz bedeutet für den Profi, in vielen Zukünften – Szenarien – gleichzeitig denken zu können. Nur für den Profi? Dann ist jeder von uns ein Profi. Zumindest beim Kofferpacken. Fast jeder denkt mindestens einmal im Jahr zum Beispiel: Ich mache Urlaub auf den Kanaren und brauche Badeanzug und Bermudashorts (erstes Szenario), aber vielleicht auch eine Vliesjacke für etwaige kühlere Abende (zweites Szenario) und einen Taschenschirm für den eher seltenen Regenschauer (drittes Szenario). Nahezu jeder Mensch ist zukunftskompetent – beim Kofferpacken. Bei der unternehmerischen Planung setzt diese Kompetenz jedoch großflächig und branchenübergreifend aus. Am häufigsten hört man noch: »Wenn der Markt sich so weiter entwickelt …« Dieser Klassiker der linearen Hochrechnung ist in Zeiten des Aufschwungs und der Hochkonjunktur ein wünschenswertes Szenario. Aber wenn es anders kommt? Deshalb setzt der Zukunftskompetente lieber auf einen Fächer von Szenarien – im Idealfall Extremszenarien. Denn: Wer auf das Extreme vorbereitet ist, ist auf nahezu alles vorbereitet. Folgende Extremszenarien und ihre Konsequenzen für die Hotellerie präsentiert die Studie des Institut für Zukunftsforschung:
Das Luxushotel in der Leipziger Innenstadt "entführt Sie mit seiner Geschichte und Tradition in eine andere Welt", verspricht die Marketingabteilung des Hauses – der Top hotel-Tester überprüfte diese Aussage.
Im Best Western Hotel Victoria Freiburg legt man großen Wert auf Umweltschutz: Wo es nur geht, wird Energie und Wasser gespart – dafür engagieren sich die Gastgeber Astrid und Bertram Späth.