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Treugast Trendbericht
Banken bremsen Expansionstempo

Die Halbjahreszahlen der großen Hotelketten trotzen allen Krisengerüchten – jedoch verlangsamen sich Projektentwicklungen und Transaktionen brechen ein. Finanzierungen gestalten sich zunehmend schwieriger. Banken ziehen sogar bei großen, renommierten Hotelketten die Handbremse an.

Kategorie: News
Text: Top hotel, 10. September 2012

In der Entwicklung neuer Hotels behaupten sich bereits personalarme Konzepte erfolgreich im Markt. So ist beispielsweise die Hamburger Novum-Gruppe mit ihrem reinen Hotel Garni-Konzept auf Wachstumskurs und expandiert an innerstädtischen A- bis B-Lagen. Auch Serviced Apartments wie die Derag Livinghotels gehören nach Ansicht der TREUGAST Solutions Group durch ihre schlankeren Strukturen mit geringeren Prozesskosten weiterhin zu den erfolgreichen Nischenprodukten. Die Performance-Zahlen der neu ins Investment Ranking aufgenommenen Adina Apartment Hotels (Toga Hospitality) beweisen dies ebenfalls. In ihren Expansionsbestrebungen sind die Ketten jedoch bei der Standortwahl unter anderem durch deutlich knappere Angebote an bezahlbarem Bauland eingeschränkt. Zwar gibt es in Berlin noch viele innerstädtische Flächen und Hamburg profitiert von der Hafencity, doch gerade in München gibt es kaum erschwingliche Flächen. Die Gesellschaften interessieren sich jedoch weiterhin für die bayrische Landeshauptstadt, da der Markt überdurchschnittlich performt, jedoch nicht zu Pachten von 1200 Euro pro Zimmer. Der Kapazitätsausbau stößt daher an seine Grenzen, Umbauten und Konversionen nehmen weiter an Bedeutung zu.

Neben erfolgsversprechenden Konversionen wie Das STUE in Berlin oder dem 25hours Hotel im Bikini Berlin besteht bei der Umnutzung von Bestandsimmobilien jedoch oft die Einschränkung, dass bestehende Gebäude einerseits zu groß sind für die Einzelnutzung oder aber zu klein für einen wirtschaftlichen Kettenbetrieb. Daher wird zukünftig nach Meinung der Treugast in der Planungsphase die Möglichkeit für Zweit- und Drittverwendungen immer wichtiger.

Umbauten bestehender Betriebe können jedoch ganz andere Probleme verursachen. Viele Pachtverträge von Hotels die vor 20-30 Jahren gebaut und in Betrieb gegangen sind, laufen inzwischen aus. Ihre Architektur deckt sich nicht mehr mit den gewandelten Gästeansprüchen, so dass kostspielige Renovierungsmaßnahmen getätigt werden müssen, um die Immobilie wieder fit für den Markt zu machen. Dies gilt nicht nur für veraltete Kettenhotels, sondern auch für Einzelhäuser, bei denen die Nachfolge nicht geregelt ist und die unter ihrem Marktwert verkauft werden müssen. Die Schnäppchenjagd hat begonnen – auch für Hotelgesellschaften wie Grand City Hotels, RIMC oder Bierwirth & Kluth, die bei diesen Betrieben mit einer niedrigen Anfangsinvestition von vielversprechenden Renditen ausgehen.

Fazit: Derzeit öffnet sich eine Schere zwischen dem erfolgreichen Betrieb der Kettenhotels, in welchen die Krise (noch) kaum zu bemerken ist und der Entwicklung neuer Hotels, die durch gesättigte Märkte und Schwierigkeiten in der Finanzierung gehemmt wird. Dies ist nicht nur der Euro-Staatsschuldenkrise, sondern auch Betreiber- und Franchiseverträgen geschuldet, die massive Eingriffe in die Rechte der Eigentümer und Investoren bedeuten. Zusätzlich sehen internationale Ketten und Investoren Deutschland auch weiterhin als wichtigsten Markt für Hotelinvestments und verschärfen den Wettbewerb um geeignete Immobilien, Wertstabilität und zufriedenstellende Renditen. Die ersten Ergebnisse des TREUGAST Investment Ranking Hotellerie für Deutschland und Österreich präsentieren die Branchenanalysten am 8. Oktober auf der Messe Expo Real in München.

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