Ab 1. Januar 2013 gilt eine neue Abgaberegelung der GEZ. Betreiber von Hotels und Hostels müssen dann pro Zimmer 5,99 Euro im Monat zahlen – egal ob sie Radio und Fernseher bereitstellen oder nicht.
Kategorie: News
Text: Top hotel, 04. September 2012
Zimmer von Hostels sind in der Regel eher einfach eingerichtet: Bett, Schrank, ein kleiner Tisch, ein Stuhl. „Luxus“ wie Fernseher, Radio oder gar Computer findet man hier selten. Genauso ist es auch im East Seven Hostel Berlin: Das einzige Radio in dem 20-Zimmer-Haus mit circa 60 Betten steht an der Rezeption. „Für dieses Gerät bezahlen wir auch brav unsere GEZ- und Gema-Gebühren“, sagt Jörg Schöpfel, Leiter des Hostels.
Das soll sich nun ändern: Ab 2013 soll Schöpfel für jeden Raum 5,99 Euro GEZ-Gebühr zahlen. Das macht im Jahr rund 1440 Euro – Gema-Abgaben noch nicht eingerechnet. Bisher war mit 100 Euro alles abgedeckt. „Ich soll für etwas bezahlen, wovon weder ich noch meine Gäste irgendetwas haben. Das widerspricht meinem Rechtsempfinden“, erklärt Schöpfel.
Die Gebühren werden im Rahmen der Haushalts- oder Betriebsstättenabgabe erhoben. Diese wurde von den Ministerpräsidenten der Länder Ende 2010 beschlossen. Ab nächstem Jahr ist es nicht mehr entscheidend, ob jemand Radio, Fernseher oder Computer hat, denn jeder Haushalt zahlt einen einheitlichen monatlichen Beitrag von 17,98 Euro. Hotels zahlen zwar einen ermäßigten Beitrag, doch einige Hostelbetreiber wollen sich gegen die in ihren Augen unsinnige Abgabe wehren. Oliver Winter, Geschäftsführer von A&O Hostels, will beispielsweise im Haus am Dom in Köln in allen 33 Zimmern Radios und TV-Geräte abschaffen und „mit diesem Präzedenzfall vor Gericht ziehen“. Eine andere Reaktion von Hostelbetreibern ist der Austritt aus dem Dehoga, weil sie sich nicht mehr ausreichend repräsentiert sehen. Der Hintergrund: Der Hotel- und Gaststättenverband akzeptierte die Abgabenregelung für Hotels, weil sie - im Gegensatz zur bisherigen - oft eine Ersparnis um bis zu 50 Prozent darstellt.
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