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Hotel am Park Freudenstadt
Todesfall durch Legionellen?

Gegen das Freudenstädter Hotel am Park hat die Staatsanwaltschaft Rottweil nach Informationen der "Stuttgarter Zeitung" Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet. Eine 50-Jährige soll nach einem Aufenthalt in dem Hotel an einer Legionelleninfektion erkrankt und später gestorben sein; ihr Mann hat die Klage eingereicht.

Kategorie: News
Text: Mathias Hansen, 10. August 2012

Der Bilanzbuchhalter aus Abtsgmünd im Ostalbkreis hatte seine Frau im vergangenen Jahr geheiratet; zu den Hochzeitsgeschenken gehörte ein Gutschein für einen Aufenthalt im Hotel am Park in Freudenstadt. Diesen löste das Paar im Juli ein, kurze Zeit später erkrankte die Frau und verstarb an einer Lungenentzündung.

Die Ärzte hatten auf Basis der Symptome nach Legionellen gesucht und auch entdeckt. Anschließend wurde gezielt nach Aufenthaltsorten gesucht, in denen die Frau mit den Legionellen in Kontakt gekommen sein könnte. Proben im Hotel am Park ergaben Medienberichten zufolge, dass pro 100 Milliliter Wasser 10 500 kolonialbildende Einheiten von Legionellen gemessen wurden. Der Grenzwert liegt bei 100. Daraufhin sei ein sofortiges Duschverbot in einem der beiden Hotelgebäude und ein Schwimmbadverbot verhängt worden.

Ob der Tod der Frau mit dem Legionellen-Fund zusammenhängt, müssen die Ermittlungen jetzt klären. Der Ehemann ist seinerseits sicher, dass – wenn die technischen Anlagen ordnungsgemäß betrieben worden wären – seine Frau jetzt noch am Leben wäre.

Dass Legionellen im Hotel keine Seltenheit sind, zeigt das Beispiel Ritz-Carlton Berlin: Kurz nach Eröffnung des Fünf-Sterne-Hotels wurden bei Routinekontrollen in einigen Zimmern überhöhte Werte der Wasserbakterien festgestellt worden. Auch waren erst im Januar in einem modernen Hotel in Calpe an der Costa Blanca 18 Menschen an Legionellose erkrankt.

Um die Gefahr zu minimieren, das Gäste an Legionellen erkranken, empfiehlt das Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit folgende Maßnahmen:

  • regelmäßige Erwärmung des Warmwassers im Boiler auf mindestens 60 Grad, möglichst 1 x pro Tag, am Boileraustritt müssen 60 Grad eingehalten werden,
  • Zirkulationstemperaturen im Netz von mehr als 55 Grad,
  • gleichmäßige Durchströmung gewährleisten (z.B. durch Strang-Regulierventile)
  • Vermeidung von langen, weit verzweigten Heißwassersystemen und Toträumen
  • dezentrale Trinkwassererwärmung (z.B. Durchlauferhitzer an weit entfernt benutzten Entnahmestellen)
  • Vermeidung unnötiger Wasseranschlüsse oder stehender Leitungsabschnitte
  • Abisolierung der Kaltwasserleitungen, um eine Erwärmung und damit eine Verbesserun der Lebensbedingungen für Legionellen in eben diesen zu verhindern.

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