In Anbetracht der jüngsten Ankündigung seitens der neuen Landesregierung von Schleswig-Holstein, die Mehrwertsteuer wieder anheben zu lassen, fürchtet der Dehoga negative Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort. Er appeliert an die Politiker von SPD, Grüne und SSW, die Inititiative auszusetzen.
Kategorie: News
Text: Top hotel, 10. Juli 2012
„Im Vertrauen darauf, dass die geringere Mehrwertsteuer auch nach den Wahlen Bestand hat, haben unsere Hoteliers Kredite bekommen, um in ihre Betriebe investieren zu können. Nur wenn wir Planungssicherheit haben, können wir unsere Hotels und Pensionen modernisieren und so zusätzliche Arbeitsplätze schaffen“, gibt Peter Bartsch, Präsident des Dehoga Schleswig-Holstein (Foto) zu bedenken.
Der Dehoga bezieht sich mit seinen Äußerungen auf ein im Koalitionsvertrag festgelegtes Vorhaben der neuen schleswig-holsteinischen Landesregierung. Sie plant eine Bundesratsinitiative, um die 2010 in Kraft getretene Mehrwertsteuerabsenkung für Beherbergungsbetriebe rückgängig zu machen. „Die geringere Steuer hat bundesweit einen gewaltigen Investitionsschub freigesetzt und wichtige Impulse für den Tourismusstandort geliefert. Davon profitieren nicht nur wir, sondern auch Handwerk und Zuliefererindustrie“, erläutert Dehoga-Hauptgeschäftsführer Stefan Scholtis.
Nach Untersuchungen der Fachhochschule Westküste stehen für dieses Jahr bunde-weit wieder Investitionen in Höhe von mehr als 800 Millionen Euro sowie die Einstellung von weiteren 6000 neuen Mitarbeitern in den überwiegend klein- und mittelständischen Hotelbetrieben an. „Die Vorhaben können in dieser Höhe jedoch nur realisiert werden, wenn wir genau wissen, woran wir in Zukunft sind. Gerade Schleswig-Holstein profitiert doch vom Tourismus und sollte alles zur Standortsicherung unternehmen, anstatt diesen Wirtschaftszweig zu gefährden“, so Bartsch.
Stefan Scholtis verweist in diesem Zusammenhang an die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Hotelgewerbes: „Die Mehrwertsteuersenkung hat für deutlich mehr Steuergerechtigkeit in Europa gesorgt, da auch in fast allen anderen Ländern der ermäßigte Steuersatz für Übernachtungen gilt.“ Daher sei besonders das Preis-Leistungsverhältnis nachhaltig verbessert worden.
Angesicht der Vorhaben appelliert der Dehoga Schleswig-Holstein an die Landesregierung, die Bundesratsinitiative auszusetzen und die bestehende Mehrwertsteuer zu belassen.
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