Einem Bericht der "Lübecker Nachrichten" zufolge plant die neue Landesregierung im nördlichsten Bundesland Deutschlands den Mehrwertsteuervorteil für Hotels wieder rückgängig zu machen. Die positiven Effekte der Reform gerade für den Tourismusstandort Schleswig-Holstein werden ignoriert.
Kategorie: News
Text: Top hotel, 06. Juli 2012
"Schleswig-Holstein wird sich zügig für eine Abschaffung der Ermäßigung für Hotels bei der Mehrwertsteuer einsetzen" – Mit diesem Passus im Koalitionsvertrag sorgt die neue Landesregierung in Schleswig-Holstein, bestehend aus SPD, Grünen und SSW, für entsetzen bei den Hoteliers. Gegenüber den "Lübecker Nachrichten" bestätigte SPD-Fraktionschef Ralf Stegner, dass Gespräche über eine entsprechende Bundesratsinitiative nach der Sommerpause beginnen sollen.
Stefan Scholtis, Hauptgeschäftsführer des Dehoga Schleswig-Holstein, ist ob der Ankündigung empört und erklärt, dass davon ein fatales Signal für den Tourismus- und Wirtschaftsstandort ausgehe. Nach einer Studie der Fachhochschule Westküste in Heide wurde im Rahmen der gesenkten Mehrwertsteuer auch im Land zwischen den Meeren kräftig investiert, insgesamt 70 Millionen Euro sowie 227 neue Stellen. Dem entgegnet die neue Regierung in Kiel, dass dem ohnehin klammen Bundesland durch die Ermäßigung rund 100 Millionen Euro an Steuergeldern pro Jahr verloren gehen.
Nach Informationen der "Lübecker Nachrichten" macht sich Ralf Stegner realistische Chancen auf einen Erfolg aus, da Rot-Grün jetzt im Bundesrat über eine Mehrheit verfügt. Für die Hotellerie ist es schon jetzt negativ zu bewerten, dass das Thema Mehrwertsteuersenkung wieder in die Schlagzeilen rückt.
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