Bildquelle: Grand Hotel Heiligendamm

Heiligendamm-Insolvenz
Mit weniger Betten in eine bessere Zukunft

Nach Informationen des Radioprogramms NDR Info steht das insolvente Grand Hotel Heiligendamm vor nachhaltigen Veränderungen. Sowohl die Anzahl der Betten als auch die Zusammenarbeit mit Jagdfeld soll reduziert werden. Der Geschäftsführende Direktor Henning Matthiesen sieht das Insolvenverfahren als Chance.

Kategorie: News
Text: Top hotel, 28. Juni 2012

Die Gläubigerversammlung hat am Mittwoch, den 27. Juli nach Angaben von Insolvenzverwalter Jörg Zumbaum ein von ihm vorgelegtes Programm verabschiedet, das einen kostendeckenden Betrieb des Hotels sicherstellen soll. Zumbaum zufolge ist geplant, die bislang 444 Betten um 80 zu reduzieren. Frei gewordene Räume sollen zum Teil in Mitarbeiterwohnungen umgewandelt werden. Zudem werde das Hotel versuchen, den Betrieb hauptsächlich mit der Stammbelegschaft zu bestreiten. Die derzeit bis zu 50 Aushilfen sollen nach Möglichkeit nicht mehr beschäftigt werden.

Der Fokus liegt nun insbesondere auf dem Herzstück des traditionellen Ensembles an der Ostsee, dass sich aus Grand Hotel, dem Kurhaus und dem Severin Palais sowie dem Haus Mecklenburg zusammensetzt. Parallel dazu wird die Burg Hohenzollern zu einer separaten Event-Location umfunktioniert, was bedeutet, dass für dieses herrschaftliche Gebäude neue, spezielle Angebote, zu gesonderten Konditionen konzipiert wurden.  Wer möchte, kann dort beispielsweise sein eigener Burgherr werden.

Auch die "Davidoff Smokers Lounge" soll in Zukunft individueller nutzbar sein. Diese kann künftig unabhängig vom Hotelalltag, komplett für kulturelle Veranstaltungen, aber auch private Events gebucht werden. Ebenso wird das italienische Restaurant Medini´s Neuerungen erfahren, noch befindet es sich aber in der Konzeptionsüberarbeitung.

Insolvenzverwalter Zumbaum will außerdem die Zusammenarbeit mit der Jagdfeld-Gruppe reduzieren. Erste Gespräche habe er bereits am Rande der Gläubigerversammlung aufgenommen, so Zumbaum zu NDR Info. Firmen des Dürener Immobilien-Unternehmers Anno August Jagdfeld vermieten dem Grand Hotel bisher unter anderem Parkplätze und Mitarbeiterwohnungen. Der Jagdfeld-Gruppe gehören außerdem Grundstücke in unmittelbarer Nachbarschaft des Hotels. Viele der darauf stehenden Gebäude sind sanierungsbedürftig oder im Bau, woran sich Besucher immer wieder gestört hatten.

„Wir haben die Chance, die uns das Insolvenzverfahren eröffnet hat genutzt und richten das Gesamtkonzept Heiligendamm neu aus. Mehr Zeit mit und für den Gast, ist unser größtmöglicher Luxus. Diesen werden wir jetzt weiter steigern, in dem logistische Abläufe effizienter aufgestellt sind und wir den Service zentralisiert haben“, sagt der Geschäftsführende Direktor Henning Matthiesen.

Top hotel Newsletter

Der kostenlose Top hotel-Newsletter liefert Ihnen regelmäßig Nachrichten aus der Welt der Hotellerie und Gastronomie.

Scroll Top