The Yard Berlin

Mit Blick ins Grüne

Ein neues Boutique-Hotel zur Linken, ein neues Wohnhaus mit Eigentumswohnungen zur Rechten – und in der Mitte ein Garten, der zum Namen The Yard inspiriert hat. Im Berliner Innenstadtbezirk Kreuzberg folgt man dem Londoner Modell von Privatgärten für die Anwohner. Die Hotelgäste haben zumindest einen direkten Ausblick auf das jüngst erschaffene Grün.

Birken im Garten, Birken im Zimmer – Letztere erleben die Gäste in Form eines großflächigen, gepixelten Bildes, hinter dem sich eine Ablage verbirgt. Platzsparend, dekorativ und multifunktional haben die Macher das Ende Mai eröffnete Vier-Sterne Superior-Hotel konzipiert – fast schon ein gegenläufiger Trend zu der sich ausbreitenden »wer braucht schon Haken oder Bügel beim Städtetrip?«-Idee. Kerngedanke dahinter war, hier und dort ein Quentchen mehr zu offerieren – durch eine größere Ablagefläche im Bad, das zudem über ein separates WC verfügt, eine Kleiderstange und Nachttische auf Rollen etwa. 

Alles andere als Standard ist auch der Lieblingsplatz von Direktorin Anja Schönherr, der sich am Fenster befindet. »Eine Fensterbank wie in amerikanischen Spielfilmen«, beschreibt sie die Sitzgelegenheit mit Aussicht passend. Auch in einigen der insgesamt 55 mit Parkett ausgestatteten Zimmer des Acht-Millionen-Euro-Hotels gibt es ein Möbel mit doppeltem Nutzen: Der ausziehbare Sitzwürfel, so die gebürtige Berlinerin und Chefin von 15 Mitarbeitern, könne auch als Zusatz- oder Tagesbett genutzt werden. Anstelle von Hotelmappen gibt auf den 18 bis 30 Quadratmeter großen Zimmern Tablets.

Das Projekt The Yard mit seinem Mix aus Hotel und Wohnen ist das erste der Hamburger RIMC Hotel & Resorts Gruppe in Berlin, die als Pächter und Hotelbetreiber fungiert. Die Entwürfe fürs bauliche Gesamtprojekt stammen aus der Feder des Berliner Architektenbüros Külby + Külby; für den 1.500 Quadratmeter großen Garten zeichnete wiederum der Landschaftsarchitekt Enzo Enea verantwortlich. Mit dem Grundstück in der Alexandrinenstraße wurde einer Brachfläche Leben eingehaucht, auf der früher Zirkusse gastierten und zuletzt eine Autovermietung Geschäfte machte. Die Lage ist ruhig und zentral, sodass die Gäste per pedes acht Minuten zum Jüdischen Museum benötigen, sechs zum Checkpoint Charlie, sieben zum Gendarmenmarkt zehn zum Brandenburger Tor. In puncto Ausstattung punktet das Yard mit einer Besonderheit, die bei Boutique-Hotels wahrlich kein Standard ist. »Im Untergeschoss gibt es neben einer Finnischen Sauna, einem Dampfbad und einem Fitnessbereich auch einen 55-Quadratmeter-Pool«, so Anja Schönherr. Hotelgäste zahlen für die Nutzung des Wellnessbereichs acht Euro am Tag, die Bewohner der Eigentumswohnungen können ihn umsonst nutzen. Ferner entpuppt sich das  Dach des Hauses als – über eine Wendeltreppe zugängliche – 120 Quadratmeter große Hotelterrasse mit Loungebereichen. Zu den F&B-Outlets gehört ferner das hoteleigene Bistro »de Yard«, das mit einem kulinarischen »Rustikal lokal«-Konzept auch externe Gäste ins Haus am Kreuzberger Garten locken soll.