Ruby Lilly Hotel Munich

Schlanker Luxus für die alte Liebe

Das erste Ruby Hotel auf deutschem Boden steht in München. Weil jedes Haus der noch jungen Gruppe eine eigene Persönlichkeit haben soll, heißt dieses Hotel mit Vornamen Lilly, mit dem an die unerreichte Liebe der Kultfigur Monaco Franze erinnert werden soll.

Das neue Ruby Lilly am Stiglmaierplatz bietet dem Auge des Betrachters viel. Vor allem Fans von Monaco Franze, dem TV-Helden des Regisseurs Helmut Dietl in den 1980er-Jahren, werden sich nicht sattsehen können. In der schwarz mit Goldakzenten gestylten Lobby ergeben unter hoher offener Decke handverlesene Vintage-Möbel und bunte Sessel, verschiedene Holzstühle sowie kleine und große Tische einen lässig-eleganten Mix rund um die Bar. Eine E-Gitarre an der Wand animiert zum Ausleihen und Musizieren.

Michael Struck, Gründer und CEO der Ruby Hotels, zu denen bisher zwei Häuser in Wien gehören, hat ein Klientel im Visier, das sich »in modernen bis postmodernen Lebenswelten bewegt und das Außergewöhnliche sucht«. Sein Konzept lautet »Lean Luxury« (siehe re. oben) und steht für Luxus, der sich nicht durch Marmorbäder definiert, sondern das Wesentliche mit Erlebnis kombinieren will. Minibar, Roomservice und Restaurants werden weggelassen. Auch das Frontoffice entfällt zugunsten des Self Boarding: Der Gast checkt am Tablet in der Lobby ein, das Check-out erübrigt sich durch Vorkasse. Als Online-Concierge dient auf den Zimmern ebenfalls ein Tablet-PC, mit dem sich unter anderem der hauseigene, persönlich erarbeitete City-Guide, ein Blog und das Ruby Internet-Radio bedienen lassen. Auf die 174 Zimmer übertragen bedeutet »Lean Luxury« Eichenparkett, edle Kirschholz-Wandvertäfelungen, komfortable Betten, teilweise mit Cashmere bezogene Fensterbänke und schicke Lampen. Ein Eyecatcher ist das Fernseh-Testbild der 1980er-Jahre, das in den Hotelfluren immer mal wieder im Teppich erscheint.

Das Ruby Lilly Hotel Munich befindet sich in einem ehemaligen achtstöckigen Firmengebäude, sodass bei der Umstrukturierung für die Gästezimmer 20 verschiedene Grundrisse entstanden sind. Um möglichst flächeneffizient zu sein, wurden eine verglaste Dusche und ein Waschtisch in die Zimmer integriert, somit kann der Gast theoretisch beim Duschen fernsehen. In die Ferne sehen kann er von seinem Refugium ebenso: Bodentiefe Fensterfronten bieten einen Ausblick weit über den Löwenbräukeller und die Dächer der Stadt. Im Sommer ist auf der Dachterrasse eine mobile Bar geplant.

»Ruby ist immer ganz lokal«, betont der 44-jährige Michael Struck. Jedes Haus »erzählt seine Geschichte«, wie die Münchnerin Lilly jetzt eben von der Zeit des Monaco Franze. Passend zur Umgebung präsentiert sich das F&B-Angebot mit Gin, Whisky, Bier und Wasser aus München sowie Brot vom nahen Bio-Bäcker. Die große 24-Stunden-Bar im Zentrum der Lobby ist Anlaufpunkt für Kaffee, Snacks und Drinks. Um Teil der Münchener Szene zu werden, sollen künftig Pop-up-Stores für junge Modeschöpfer realisiert werden, Vernissagen sowie Veranstaltungen mit lokalen Bands und DJs stattfinden. Wer dagegen lieber Zuschauer ist, zieht sich in die Library auf der Galerie darüber zurück, wo er an Working Places ungestört mit dem Laptop arbeiten kann.

Gute Erfahrungen machte die Münchner Hotelgruppe bereits in Wien mit Sofie und Marie, Lissi ging im März an den Markt. Das motiviert zur Expansion. In Düsseldorf sollen im Dezember 2017 und im Herbst 2018 die Häuser Coco (Königsallee) und Leni (Jahnstraße) fertiggestellt werden; Hamburg erhält im Mai 2018 das Lotti an der Stadthausbrücke. Die Realisierung findet mit kapitalstarken Partnern statt – in München zum Beispiel mit der Art-Invest Real Estate.