25hours Altes Hafenamt

Einmaligkeit in Serie

Kennst du eins, kennst du keins! Diesem Motto bleiben wir treu«,  versprach CDO Henning Weiß bei der Entwicklung des 25hours Altes Hafenamt in der HafenCity, das sich nur wenige Schritte vom Schwesterhaus entfernt befindet. Liegt es da nicht nahe, die Erfolgsgeschichte weiterzuschreiben? Nicht bei 25hours: »Matrosen übernachten in der HafenCity, Kapitäne im Hafenamt«

Mit einer solchen Steilvorlage bekommen es die Macher bei 25hours nur selten zu tun: Im ältesten historischen und denkmalgeschützten Gebäude der HafenCity, dem Alten Hafenamt, hat der Hafenmeister tatsächlich einst sein Büro gehabt und seit 1886 Buch über die Geschicke im Hafen geführt. Wie daraus das Storytelling geformt wird, erklärt Armin Fischer von der Augsburger Agentur Dreimeta: »Die Grundidee war, dass der alte Hafenmeister in seinem Hafenamt sitzt. Und die Kapitäne kommen vorbei, um Geschichten aus der großen weiten Welt zu erzählen. Und er ist traurig, weil er nicht weg kann. Aber die Kapitäne bringen ihm immer mal wieder was von der Reise mit.« Der alte Hafenmeister ist dementsprechend der wichtigste Protagonist des 25hours-Newcomers, weshalb auch viele Zitate auf ihn verweisen und ihn dadurch präsent werden lassen. Aber nicht nur das: Darüber hinaus wurde sein ehemaliger Hafenmeistersaal im ersten Obergeschoss dem Storytelling folgend zu einem der schönsten Gästezimmer des Hauses umgebaut. »Wir gehen mit dieser Thematik aber dennoch eher zurückhaltend um«, betont Chief Development Officer Henning Weiß. »Die Figur des alten Hafenmeisters schwingt mit, aber wir wollten der eigenen DNA des Hauses genügend Luft lassen und sie nicht überfrachten.« Dazu passt die Entscheidung, an Wänden teilweise das Mauerwerk freizulegen und in Kombination mit Putz als Gestaltungselement zu nutzen. Weitere Akzente wurden sensibel, aber dennoch kreativ umgesetzt, indem Erbstücke des Hauses dessen Biografie aufgreifen. »Wir haben möglichst viel erhalten«, bestätigt 25hours-Erfinder Kai Hollmann, »beispielsweise Eingänge und Flure. Und wir integrieren vorgefundene Stücke wie die Holzgeländer des ehemaligen Kartenraums. Zimmertüren dienen als Bettrücken, der Rezeptionstresen besteht aus alten Heizungen, und unsere Architekten von Dreimeta haben aus einer Holzkonstruktion, in der früher Seekarten verwahrt wurden, ein Buffet im Restaurant gebaut.« Alles andere als der Norm entsprechend präsentiert sich auch die Wegführung des 800 Meter von der Elbphilharmonie entfernt gelegenen Hotels, schließlich wird es von diversen Höhenunterschieden geprägt. »Das ehemalige Hafenamt liegt innerhalb der HafenCity quasi in einer Mulde. Allein deshalb haben wir es hier mit mehreren Ebenen und sehr individuellen Grundrissen zu tun«, erläutert Innenarchitektin Britta Kleweken von Dreimeta. Zudem wurde das Gebäude nach Fertigstellung 1886 durch einige Anbauten erweitert, die zum Teil über Brücken im Obergeschoss untereinander verbunden waren. Aus diesem Grund gibt es insgesamt drei verschiedene Gebäudeteile: den Süd- und den Ostflügel sowie den Kopfbau.

Der Gast verspürt nach Betreten das Hauses zunächst eine gewisse Enge, da der Rezeptionsbereich alles andere als groß geraten ist und sich hier zudem noch Aufzug und Shop befinden. Nach dem Hinunterschreiten der Freitreppe ins Restaurant »NENI Hamburg« ändert sich der Eindruck aber schlagartig. Eine bunte, dennoch transparente Glastrennwand gewährt Einblicke in die Küche. Sofas und Sessel bieten ein gemütliches Entree, um Messingtische mit verlebter Oberfläche gruppieren sich unterschiedliche Holzstühle – insgesamt eine kunterbunte Mischung, die von Bänken an der Fensterfront ergänzt wird. Das zweite F&B Outlet des neuen 25hours, die »Boilerman Bar«, kommt ebenso lässig-hanseatisch daher – mit dunkelblauen Wänden, dunklen Holzmöbeln und einem Eichenboden, der mit Fußleisten aus Messing eingefasst ist. Drei erhaltene gusseiserne Säulen geben der Bar Struktur, alte Kassettenvertäfelungen und ein ehemaliges Brüstungsgitter wurden zudem als dekorative Wandverkleidungen neu belebt. Und über all dem wacht der Hafenmeister, dessen Konterfei in künstlerischer Interpretation an der Wand neben der Bar erscheint.

Höchst individuelle Stile erleben die Gäste auch in den Zimmern. »49 Gästerefugien bedeuten 49 unterschiedliche Grundrisse«, erklärt Hausherrin Nina Quitmann (Foto o.) und benennt die Spanne der Zimmergrößen von 20 bis 50 Quadratmeter. Vielfalt ist somit Trumpf: Einige Quartiere im Erdgeschoss verfügen über eine Terrasse, Dachzimmer im dritten Obergeschoss haben freiliegende Balken, andere imponieren mit einer Deckenhöhe von bis zu drei Metern oder dem Blick zum Magdeburger Hafen. Die Bäder sind offen gehalten und in vielen Zimmern durch Schiebetüren mit Sprossenglas vom Schlafbereich getrennt. Alte Waschtische mit Standsäulen, auffällige Armaturen sowie große und komplett verglaste Duschen tragen ihren Teil zum gelungenen Gesamteindruck bei. Doch wie steht es nun mit der Verbindung zum benachbarten 25hours HafenCity? »Das Alte Hafenamt ist mit 49 Zimmern eine Neueröffnung, keine Fortführung. Es gibt zwar die verbindende Klammer des maritimen Themas, aber in einer jeweils unterschiedlichen Ausprägung«, erklärt Henning Weiß. Aus diesem Grund wurde auch bewusst mit anderen Designern zusammgearbeitet, damit eine neue Handschrift den eigenständigen Charakter unterstreicht. Im Sinne seiner historischen Vergangenheit wurde das Ziel ausgegeben, dass das Alte Hafenamt erfahrener und erwachsener wirken soll. Auftrag erfüllt.

 

25hours Hotel
Altes Hafenamt
Osakaallee 12, 20457 Hamburg
Telefon 040-5555750
www.25hours-hotels.com
Kategorie Lifestyle-Hotel
Direktorin Nina Quitmann
Logis 49 Zimmer
Preise ab 135 €,
Frühstück 19 €