DAS GRASECK

»Gesundheit durch Genuss«

So lautet das Motto des im Mai eröffneten Boutiquehotels DAS GRASECK. Das 30-Zimmer-Haus hebt sich jedoch nicht nur mit seinem speziellen Konzept von der Masse ab, sondern zeigt auch durch seine Einrichtung und ein ganz besonderes Highlight, dass es ganz und gar kein Hotel von der Stange ist.

»Es ist ein ganz besonderer Ort«, schwärmt Dr. Sylvia Weingart. Die Rede ist von dem 900 Meter hoch gelegenen Plateau am Fuße der Dreitorspitze im Wettersteingebirge bei Garmisch-Partenkirchen. Dort oben, inmitten von Bergwiesen, umgeben von Wäldern und Berggipfeln liegt das 30-Zimmer-Boutiquehotel DAS GRASECK mit Wellnessbereich, Restaurants und Präventionszentrum. Wahrlich ein besonderer Ort – denn im Grunde führt nur ein Weg hinauf: der Weg mit der Gondel der hoteleigenen Graseckbahn, entlang an steilen Felswänden, über die bekannte Partnachklamm und zahlreiche Berggipfel hinweg.

Ein Ort wie dieser sollte es sein. Vor zehn Jahren hatte Sylvia Weingart gemeinsam mit ihrem Mann Dr. Vincens Weingart die Idee, ein Präventionszentrum zu errichten, in dem auch die Komponenten Ernährung, Sport und Entspannung nicht zu kurz kommen sollten. Und so wuchs nach und nach das Konzept für die Kombination aus Präventionszentrum und Hotel. Als das ehemalige Forsthaus Graseck schließlich zum Verkauf stand, überlegte das Paar lange, denn nur wenig konnte von dem Gebäude erhalten werden – eine komplette Sanierung war notwendig, ein Millionen-Projekt. Schließlich war es eine »Herzensentscheidung«, die das Eigentümerpaar bis heute nicht bereut.

Von dem ehemaligen Forsthaus sind lediglich die Außenmauern erhalten geblieben, das Innere wurde vollständig entkernt und saniert und im Sinne der Nachhaltigkeit wurden neben einem Blockheizkraftwerk auch Gebäudedämmung und dreifachverglaste Fenster installiert. Im Souterrain des Stammhauses fügt sich der Neubau mit drei Zimmern, Seminarraum, Rezeption und dem Präventionszentrum GAP Prevent beinahe unauffällig in das Gesamtbild ein. Mit 30 Zimmern – vom Klassik-Doppelzimmer über das Deluxe-Doppelzimmer und die Juniorsuite bis hin zur Suite – ist DAS GRASECK relativ klein, gar unwirtschaftlich sagen viele. »Wir möchten zeigen, dass es machbar ist«, betont Hoteldirektor Ingo Schmoll. Einen ersten Schritt in diese Richtung hat das Team bereits geschafft: Ende Mai ist das Hotel mit dem Bayerischen Gründerpreis 2015 in der Kategorie Konzept ausgezeichnet worden. Ein Erfolgserlebnis für die Eigentümer: »Es freut uns natürlich, denn das bestätigt, dass das Konzept Zuspruch findet«, so Sylvia Weingart. Diesen Zuspruch erhält das Hotel nicht nur von der Jury des Bayerischen Gründerpreises, sondern vor allem von seinen Gästen.

Gerade das, was von anderen negativ bewertet wird, kommt bei den ersten Gästen – neben Arabern, Spaniern, Franzosen und Amerikanern sind es vor allem Deutsche – besonders gut an: die Größe – pardon, die Kleinheit. Sie ist es, die sich viele Gäste wünschen und auch explizit suchen. Denn in einem Haus wie dem GRASECK kennt Hoteldirektor Ingo Schmoll jeden einzelnen Gast und dessen Wünsche. Hier nimmt man sich die Zeit für einen kleinen Plausch zwischendurch, ohne gleich weiterhetzen zu müssen. Das ist es, was die Gäste schätzen und was im Gegenzug das Hotelteam freut. »Gott sei Dank suchen sie kleine Häuser, wo das Wahrnehmen des Gastes noch stattfindet«, sagt Ingo Schmoll. Und so sieht man die Nachbarn Schloss Elmau und das Kranzbach auch nicht als Konkurrenten. »Wir möchten uns definitiv nicht mit den beiden vergleichen. Wir sind eine andere Schiene. Sie können uns auch gar nicht miteinander vergleichen«, sagt Schmoll. Schließlich sind die beiden Häuser um einiges größer als das Boutiquehotel.