The Danna Langkawi
Kleine Reproduktion des Raffles

Die Koreaner kopieren deutsche Autos, die Japaner schottischen Whisky, die Chinesen sogar ein österreichisches Dorf – es war nur eine Frage der Zeit, bis in Asien auch Luxushotels kopiert werden. Dies ist jetzt in Malaysia geschehen. Allerdings diente hier nicht ein europäisches Grandhotel als Vorlage, sondern eine Hoteldiva aus Singapur

Legenden wie das altehrwürdige Raffles, Nationalmonument des Stadtstaates und mittlerweile 112 Jahre alt, reizen zum Nachahmen. Die neueste Variante wurde vor Kurzem in Malaysia in Betrieb genommen, genauer gesagt auf der Halbinsel Langkawi, wo sich mit einem Four Seasons, einem Westin und dem Datai bereits drei Luxushotels etabliert haben. Die kleine Tochter des Raffles heißt The Danna und kokettiert ganz offen damit, den kolonialen Charme von Singapur nach Malaysia transferiert zu haben. So wirbt das Domizil mit dem Slogan »A Legacy of Luxury« – »Ein Erbe des Luxus« und zielt damit nur zu gern auf zahlkräftige internationale Kundschaft. Von außen verströmt das ganz in Weiß gehaltene Gebäude strenge architektonische Symmetrie, innen verbreiten heller Marmor, ausladende Treppenaufgänge, imposante Kandelaber an hohen Decken und eine dezente Lichtregie den Glanz der Kolonialzeit. »Wir wollten einen Mix aus traditioneller malaysischer Architektur und dem britischen Kolonialstil um die Zeit von 1920 schaffen«, sagt General Manager Aamir Khan, »einen Tribut an den Charme der Vergangenheit in modernen Zeiten.«

Höchst beeindruckend an dem neuen Boutiquehotel ist die »Royal Imperial Suite«. Mit einer Größe von 600 Quadratmetern zählt sie nicht nur zu den größten Luxussuiten der Welt, sondern beherbergt auch noch einen eigenen Poolbereich, der das gesamte obere Stockwerk umfasst. Auch die anderen 125 Zimmer und Suiten bieten viel Stil und Raum, kein Zimmer ist kleiner als 65 Quadratmeter. In allen Räumen dominieren edle Braun-, Beige- und Goldtöne, verbunden mit kunstvollen Holzschnitzereien. Der Boden ist aus dunklem Mahagoniholz, Nacht- und Beistelltischchen aus weißem Marmor. Nicht zu vergessen ist der Blick vom Balkon auf den puderweißen Sand und das glasklare Wasser. Wer auf die lautlos vor sich hin arbeitende Klimaanlage verzichten möchte, findet über dem großzügigen Bett einen leise schnurrenden Ventilator, der für eine sanfte Brise bei ansonsten tropischen Temperaturen sorgt.

Der junge amerikanische General Manager ­Aamir Khan hat nicht nur das gesamte Konzept des Danna mitentworfen und die Innenarchitektur maßgeblich beeinflusst, auch zeichnet er für ein fast schon revolutionäres Personalkonzept verantwortlich: Khan setzt beim Service fast ausschließlich auf junge Novizen, die nahezu keine Hotellerie-Erfahrung haben, schon gar nicht im Luxussegment. Beigebracht wurden ihnen die Basics in Intensiv-Schulungen vor der Eröffnung – und dies mit beachtlichem Erfolg: Vom Check-in bis zum Check-out läuft der Service so erstaunlich rund ab, dass man sich während des gesamten Aufenthalts bes­tens umsorgt fühlt. Die Küche ist international, aber auch typisch malaysisch, wie das vorzügliche Gericht »Laksa Johor« (Reisnudeln mit Fisch, Curry-Soße und Gemüse) unter Beweis stellt. Insgesamt verfügt das Danna über sieben F&B Outlets, von denen vor allem das »Al Fresco« in Erinnerung bleibt – von hier aus scheint der Infinity-Pool nahtlos ins Meer überzugehen. Bis die Kopie Danna Langkawi dem Original Raffles Singapur das Wasser reichen kann, wird allerdings noch einige Zeit vergehen.