Spa-Personality: Erst Sport, dann Spa

Bildquelle: Hans-Peter Veit

Spa-Personality

Erst Sport, dann Spa

Tophotel stellt in loser Folge Spa-Persönlichkeiten vor, die sich durch Erfahrung, »Fingerspitzengefühl« und Leidenschaft für ihren Beruf hervortun und hin und wieder sogar zu einer Art Visitenkarte des Hotels werden. In dieser Ausgabe: Hans-Peter Veit, Spa-Manager im Brenners Park-Hotel & Spa in Baden-Baden und zugleich Director of Spa Development bei der Oetker Collection.

Agil wirkt er, energiegeladen, und so, als sei er immer ein bisschen auf dem Sprung. Tatsächlich nimmt sich Hans-Peter Veit trotz seines prall gefüllten Terminkalenders Zeit für unser Gespräch und lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen. Jungenhaft und verschmitzt ist sein Lächeln, der Blick aus den großen, grau-blauen Augen offen und vertrauensvoll − der smarte Mittvierziger im perfekt sitzenden Anzug mit »LHW«-Button kommt unglaublich sympathisch »rüber«. Hans-Peter Veit ist Spa-Manager im Brenners Park-Hotel & Spa in Baden-Baden. Aber diese funktionale Positionsbeschreibung wird dem 46-Jährigen nicht annähernd gerecht. Denn Hans-Peter Veit arbeitet nicht nur im »Brenners« − er »brennt« für das traditionsreiche Grandhotel, und er ist untrennbar verbunden mit der Entwicklung des luxuriösen Hotel-Spas in den vergangenen 14 Jahren. Wenn im Frühjahr 2014 die zum Hotel gehörende Villa Stéphanie wieder eröffnet, die gerade entkernt und zu einem Spa-Palast der Extraklasse umgebaut wird, dann hat sich Veit, der maßgeblich an der Konzeption des neuen Spas beteiligt war, damit ein kleines Denkmal geschaffen.

Durch Zufall ins Brenners

»Ich bin dem Zufall sehr dankbar, dass er mich ins Brenners geführt hat«, sagt Hans-Peter Veit. »Die Hotellerie war in meinen Berufsplänen eigentlich nicht vorgesehen.« Der in Baden-Baden Aufgewachsene wollte ursprünglich freischaffender Künstler werden, begann aber zur Erleichterung seiner Eltern ein Maschinenbaustudium und landete schließlich aus seiner Begeiste-rung für den Sport heraus bei den Sportwissenschaften, mit einem Schwerpunkt auf Prävention und Rehabilitation. Um neben seinem Studium in München Geld zu verdienen, arbeitete Veit als Begleitläufer und später als Trainer blinder Leistungssportler, unter anderem der zwölffachen Paralympics-Goldmedaillen-Gewinnerin Verena Bentele. »Die Arbeit im Behindertensport war eine unglaublich tolle Erfahrung, aus der ich sehr viel für mein Leben mitnehmen konnte«, resümiert Veit, der selbst als Marathonläufer viele Jahre Leis­tungssport betrieben hat und auch heute den Ausgleich zu seinem anstrengenden Beruf beim Ausdauersport bis hin zum Triathlon findet.

Nach dem Studium arbeitete der junge Diplomsportlehrer in einem ambulanten Reha- und Therapiezentrum in Rosenheim. Hier lernte er auch seine Frau Anja, eine Physiotherapeutin, kennen. Die Liebe wurde auf dem Oktoberfest in München besiegelt. Ein Zufall ließ Hans-Peter Veit 1999 im Internet auf eine Stellenanzeige des Brenners Park-Hotel & Spa stoßen. Gesucht wurde ein Diplomsportlehrer, Veit bewarb sich und wurde eingestellt. »Das Schöne am Brenners ist, dass man als Mitarbeiter im Unternehmen wachsen kann. Wenn neue Positionen zu besetzen sind, wird zuerst in den eigenen Reihen gesucht.« Veit spricht aus Erfahrung: Ursprünglich als Sportlehrer für den damaligen Klinikbetrieb der Villa Stéphanie eingestellt, arbeitete er auch als Personal Trainer im Hotel-Spa, stieg dort zum Assistant Spa Manager auf und übernahm 2004 schließlich den Posten des verantwortlichen Spa Managers. Als sich 2010 die Oetker Collection, eine Hotelmanagementgesellschaft für die unter dem Dach der Oetker-Gruppe betriebenen Grandhotels, formierte und die Neueröffnung einiger Häuser anstand, suchte man eine kompetente Person, die die Konzeptionierung und Umsetzung der jeweiligen Spas begleitete. Eine Aufgabe, wie gemacht für Hans-Peter Veit, die ihm dazu den schönen Titel »Director of Spa Development« bescherte. Das exklusive Palais Namaskar in Marrakesch war das erste Projekt, das Veit erfolgreich mit an den Start brachte. »Schönes Design und eine exklusive Ausstattung sind bei einem Spa nicht alles. Meine Kompetenz ist vor allem da gefordert, wo es um die Funktionalität geht«, erläutert Veit seine Aufgabe. »Dem Spa-Gast ist nämlich der 500-Euro-Bademantel egal, wenn er sich auf der Behandlungsliege nicht wohlfühlt, auf einen Sprinkler an der Decke schaut und nebenan im Fitnessraum die Hantelstangen krachen …«

So wurde aus dem Diplomsportlehrer im Laufe seiner 14-jährigen Zugehörigkeit zum Brenners Park-Hotel & Spa ein international anerkannter Spa-Experte, dessen Fachwissen auch als Hochschul-Dozent und als Jury-Mitglied bei den World Spa Awards gefragt ist. Nichtsdestotrotz hat der Vater zweier Kinder in einer Doppelfunktion auch nach wie vor die Leitung des Spas von Brenners Park-Hotel & Spa inne − »eine manchmal schwierige, aber immer hochinteressante Aufgabe!« Schließlich hat das Brenners eine langjährige Spa-Tradition und trug als eines der ersten Hotels den Begriff »Spa« auch im Namen. Neben einem luxuriösen Beauty-Spa ist es vor allem der Medical Spa-Bereich mit seinen fünf Facharztpraxen, der Gäste aus aller Welt anlockt und dem Brenners eine führende Rolle in der deutschen Spa-Szene eingetragen hat. Und genau an diesem Punkt setzt Hans-Peter Veits spezielles Wirken ein. Aus seinen Erfahrungen im Personal Training und in der aktiven Gesundheitsvorsorge heraus entwickelte er ein umfassendes Fitness- und Ernährungskonzept, das jetzt im Hotel-Spa statt im Klinikbereich der Villa Stéphanie umgesetzt werden konnte. Sein kombiniertes Sport- & Weight Loss-Programm kam bei den Gästen sehr gut an, die später aufgenommenen Detox- und Anti-Allergie-Programme ebenso. Zentraler Punkt bei all diesen Programmen ist, dass sie auf dem Prinzip der Einzigartigkeit des Menschen basieren. Ob drei Tage oder drei Wochen, ob zum Einstieg oder mit einem festen Ziel: Der Gast fühlt sich da abgeholt, wo er gerade steht, und wird weiter begleitet − von »seinem« Ernährungsberater und »seinem« Personal Trainer. Die One-to-one-Betreuung ist typisch für das pro-aktive Gesundheitsmanagement im Brenners. Jedem Gast, der während seines Aufenthaltes Gewicht verlieren möchte, wird sozusagen seine persönliche Diät auf den Leib geschneidert − nach einem Gesundheits-Check und einer ausführlichen Befragung zu seinen Vorlieben. So nimmt der eine ab mit Karotten-Ingwer-Suppe und gebratener Jakobsmuschel, ein anderer bevorzugt Tofu mit Sesam, ein dritter ­libanesischen Country-Salat. Küchen- und Spa-Mitarbeiter sind ernährungsphysiologisch geschult, um diesen Spagat zu vollbringen. »Es gibt Kollegenbetriebe, die das auch machen, aber es macht sich keiner so viel Arbeit wie wir!« Hans-Peter Veit, der die computergestützte Körperanalyse plus anschließender Ernährungsabsprache auch noch sehr gerne selbst macht, ist stolz auf dieses einzigartige Konzept.