Hotelinvestmentmarkt: Transaktionsvolumen steigt um 15 Prozent

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Hotelinvestmentmarkt

Transaktionsvolumen steigt um 15 Prozent

Nach dem starken Ergebnis im Jahr 2015 konnte das Transaktionsvolumen der Hotelinvestments in Deutschland im vergangenen Jahr die Erwartungen nochmals deutlich übertreffen. Laut Angaben des Immobilienberatungsunternehmens Colliers International sorgte ein starkes viertes Quartal für einen  Jahresendwert von knapp 5,2 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies eine Steigerung um 15 Prozent.

Andreas Erben, Geschäftsführer bei Colliers International Hotel: „Im vergangenen Jahr waren es vor allem einzelne Hotelobjekte, die den Besitzer wechselten. Mit 54 Prozent am Transaktionsvolumen oder knapp 2,8 Milliarden Euro setzten diese sich vor die Paketverkäufe, die auf rund 2,4 Milliarden Euro kamen. Zu den größten Einzeltransaktionen im vierten Quartal zählte unter anderem der Verkauf des renommierten Grand Hotel Taschenbergpalais Kempinski.“

Waren es zum Ende des Jahres 2015 vorwiegend nationale Käufer, die in deutsche Hotelimmobilien investierten, zeigten sich zum Jahresende 2016 internationale Investoren für den größeren Teil der Investitionen verantwortlich. Mit gut 54 Prozent am Transaktionsvolumen (2,8 Milliarden Euro) konnten diese ihren Anteil im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozentpunkte steigern.

First Class-Boom


Besonders begehrt waren, wie auch schon im Jahr zuvor, Hotels der Vier-Sterne-Kategorie. Sie konnten 54 Prozent des Transaktionsvolumens (2,8 Milliarden Euro) auf sich vereinen. Trotz des Rückgangs um fünf Prozentpunkte blieben sie weiterhin unangefochtener Spitzenreiter. Mit deutlichem Abstand folgten die Drei-Sterne-Hotels, die ihr Vorjahresergebnis um einen Prozentpunkt auf 19 Prozent am Transaktionsvolumen steigern konnten. Dahinter reihten sich die Hotels im Luxussegment ein. Deren Anteil ging um fünf Prozentpunkte auf nun mehr neun Prozent am Transaktionsvolumen zurück. Insgesamt wurden knapp 450 Millionen Euro in Fünf-Sterne-Häuser investiert. Ein- und Zwei-Sterne-Hotels hielten mit einem Anstieg um einen Prozentpunkt auf zehn Prozent am Transaktionsvolumen in etwa ihr Niveau des Vorjahres.

Offene Immobilienfonds und Immobilienspezialfonds waren 2016 die aktivste Käufergruppe. Sie erwarben Hotelobjekte im Wert von gut 1,5 Milliarden Euro (30 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen Anstieg um elf Prozentpunkte. Mit 22 Prozent am Transaktionsvolumen folgten dahinter Corporates und Eigennutzer. Auf dem dritten Platz reihten sich Vermögensverwalter mit einem Anteil am Transaktionsvolumen von zehn Prozent oder rund 520 Millionen Euro ein.

Auf Verkäuferseite erwiesen sich Opportunity Fonds und Private Equity Fonds als die tätigste Gruppe. Diese trennten sich von Hotelobjekten mit einem Gesamtvolumen von rund 1,1 Milliarden Euro (20 Prozent). Knapp dahinter reihten sich auf Platz 2 und 3 Corporates und Eigennutzer (19 Prozent) und Projetentwickler und Bauträger (19 Prozent) ein. 

Anstieg von Projektverkäufen


Rund 3,5 Milliarden Euro (68 Prozent) wurden bis zum Ende des Jahres 2016 in Bestandsgebäude investiert. Allerdings wurden im Vergleich zum Vorjahr auch vermehrt Projektverkäufe getätigt. Durch diese wurden 20 Prozent des Transaktionsvolumens generiert. Damit konnte der Vorjahresendwert um neun Prozentpunkte übertroffen werden. Auch Neubauten konnten ein Plus von zwei Prozentpunkten verzeichnen. Dies verdeutlicht, dass auf den prosperierenden Tourismusmarkt mit stetig steigenden Übernachtungszahlen und Auslastungen in den letzten Jahren mit einer Erweiterung der Bettenzahl durch den Bau neuer Hotels reagiert wurde, die nun vermehrt auf den Markt kommen.

Ausblick: Rekorderwartungen auch für 2017

„Aufgrund der weiterhin starken Nachfrage auf Investorenseite gehen wir auch bei sich vielleicht verändernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen von gleichbleibenden Preisen und Multiplikatoren aus, dies auch vor dem Hintergrund, dass sich das Angebot weiterhin verknappt. Ein ähnlich hohes Transaktionsvolumen ist für 2017 zu erwarten, sofern sich die wirtschaftlichen Rahmendaten nicht maßgeblich verschlechtern“, so Andreas Erben.