Quality Check von Top hotel
So präsentierte sich das Riva Konstanz im aktuellen Hoteltest - Terrasse / Öffentliche Bereiche / Zimmer 303 / Bad

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 13:53 - Terrasse: Bilderbuchmäßig

 

Es wird nicht das letzte Mal sein, dass ich von diesem Ambiente schwärme. Die Terrasse auf zwei Ebenen, beschirmt von Sonnendächern und Platanen und mit direktem Blick zum See, zumindest von der oberen Ebene aus, ist wahrlich ein schöner Platz zum Entspannen und Genießen. Bequeme Korbmöbel stehen vor Teakholz-Tischen, die nonchalant eingedeckt sind mit Tischsets, Stoffservietten und einem Rosmarin-Topf. Obwohl es schon kurz vor zwei ist, darf ich sowohl aus der großen (bis 14 Uhr) als auch aus der kleinen Karte wählen. Das Rindercarpaccio mit Waldpfifferlingen, Kopfsalatherzen und Schalotten-Vinaigrette ist genau das Richtige für diesen heißen Mittag – ein bisschen mehr Vinaigrette hätte es allerdings schon sein dürfen. Viel Spaß macht mir Herr K., ein kommunikativer, ohrberingter und wie seine Kollegen hemdsärmeliger junger Mann, der hier perfekt Badisch plaudert, dort Stammgäste verabschiedet und dennoch mit den Augen überall ist. Mir schenkt er Wasser nach, bietet Kaffee an, erkundigt sich nach meinen Plänen für den Aufenthalt und erzählt von seiner vor Kurzem beendeten Zeit auf der MS Europa. Mitarbeiter wie Herr K. bereichern ein Restaurant ungemein. Und seine Freude scheint ehrlich, als ich bei ihm einen Tisch für den Abend bestelle.
Wertung: sehr gut

Öffentliche Bereiche: Gekonnt, gestylt, gepflegt

»Riva« heißt »Ufer« – und Wasser spielt eine wichtige thematische Rolle im Hotel. An vielen Stellen begegnet man der Welle als Gestaltungselement und wo immer es möglich ist, orientieren sich die Räume hin zum See. Als mich Herr R. vom Empfang aufs Zimmer begleitet, nehmen wir die Treppe nach oben: ein freitragendes, oval gewendeltes Prachtstück, das doch tatsächlich einem Wasserbassin im Untergeschoss entspringt. Hohe, weite Flure, hier ein lila Sofa, dort eine Granitkonsole voller Orchideen, große moderne Gemälde an den Wänden – überall in diesem lichten, geradlinigen Gebäude stößt man auf stylishe Hingucker und innenarchitektonische Highlights. Geschmackvoll, gekonnt und – wichtig – bestens gepflegt. Anders, aber ebenfalls schön und gut: das Ambiente der Jugendstilvilla, in der einige Zimmer und das Gourmetrestaurant untergebracht sind.
Wertung: sehr gut

Zimmer 303: Luftig, licht und komfortabel

Mein Gepäck ist schon da, als wir das Zimmer betreten. Als erstes bittet mich Herr R. auf den Balkon, um mir den schönen – seitlichen – Blick auf den See zu zeigen. Dann erklärt er mir die Minibar (kostenlos) und die Klimaanlage (einfach zu bedienen). Er macht mich auf das separate WC aufmerksam (»Das haben wir in allen Zimmern«) und auf die beiden Bademäntel in unterschiedlichen Größen (wobei die Badeschlappen einheitlich groß sind). Mit der Information, dass die Rezeption 24 Stunden besetzt sei und quasi nur darauf warte, mir behilflich zu sein, verabschiedet sich der liebenswürdige Empfangsmitarbeiter und wünscht mir »ein paar wunderschöne Tage«.

Geschätzte 35 Quadratmeter hat das quer zur Front liegende Superior-Zimmer, dessen durchgehende Verglasung mit großen Schiebetüren es sehr licht wirken lässt. Verdunkelungsvorhänge und ein Mückengitter sorgen für dennoch erholsamen Schlaf bei frischer Luft. Den raumbreiten Balkon überspannt ein Sonnensegel, zum Nachbarn wächst als Sichtschutz eine Glyzinie. Mit Liege, Tisch und zwei Stühlen lässt es sich hier gut aushalten, wenn man die Sonne für sich genießen will. In ruhigen, hellen Naturtönen gehalten, mit ein paar Farbtupfern in Türkis, nimmt sich der Raum zurück und lässt den schönen, wertigen Teakholzboden wirken. Teak ist im Zimmer, im Bad sowie im ganzen Haus ein wiederkehrend eingesetztes Material – auch das eine Referenz ans Wasser beziehungsweise an den Schiffsbau, in dem dieses Holz von jeher gern verwendet wird. Neben dem geräumigen Boxspring-Doppelbett mit Beistelltischen besteht die Einrichtung aus zwei Sesseln und einem Couchtisch, unter dem ein Hochflorteppich den Füßen schmeichelt, sowie einem kleinen Schreibtisch aus weißlackiertem Holz mit einer unbequemen Bank darunter, deren Polster ihr ein Minimum an Sitzkomfort verleiht. Arbeiten sollte man hier besser nicht müssen. Der Flachbildschirm über dem Schreibtisch lässt sich auch Richtung Bett drehen, ist jedoch mit einer Diagonale von 64 Zentimetern eher bescheiden ausgefallen. In drei schmalen Schrankabteilen hängen zwei Pullover- und zehn Holzkleiderbügel; ein weiteres Schrankabteil bietet Fächer und Schubladen. Hier ist auch der Safe untergebracht. Die kostenlose Minibar ist bestückt mit Bier, Cola, Saft und Wasser, die dazu bereit gehaltenen Gläser sind sauber.  Auf dem Couchtisch empfängt mich ein adrettes Obstarrangement samt Begrüßungskärtchen der Empfangsleiterin (nicht: der Inhaber) sowie ein kleines Weckglas mit Walnüssen und Cranberrys. Ein origineller und gesunder Minisnack.

Ich habe zwei Zimmerkarten erhalten, sodass ich mit der einen – permanent in den Stromschlitz eingesteckt – die Klimaanlage am Laufen halten kann, selbst wenn ich nicht im Zimmer bin. Auch ohne eingesteckte Karte geht das Licht kurz an, wenn man das Zimmer betritt, was am Abend hilfreich ist, um sich zu orientieren. Bett und Sessel sind be-quem, Bettwäsche und Matratze präsentieren sich hochwertig und sauber. Die Beleuchtung ist angenehm und reicht am Bett zum Lesen. Das Zimmer passt gut zum Interieur des Hauses, hat definitiv Wohlfühlatmosphäre und ist, sieht man einmal vom Schreibtischhocker ab, sehr komfortabel. Nur eine Espressomaschine oder wenigstens einen Heißwasserbereiter vermisse ich schmerzlich.

Die Lichtschalterumrandungen und der Holzboden in den Ecken sind hinsichtlich Staub dem prüfenden Blick der Hausdame entgangen. Ansonsten ist das Zimmer wirklich gut gereinigt.
Wertung: sehr gut

Das Bad: Viel Licht, ein bisschen Schatten

Ein separates WC ist immer von Vorteil, insbesondere wenn man das Hotelzimmer zu zweit bewohnt. Auch die großzügige, begehbare Dusche und der Waschtisch aus Teak, der viel Ablage- und Staufläche bietet, verleihen dem Bad Wertigkeit. Wohlduftende Amenities von L’Occitane (Duschgel, Shampoo, Body Lotion und Seife) tragen ein Übriges hierzu bei. Ein raumhohes Glaselement zum Zimmer hin bringt Tageslicht und kann per Jalousie blickdicht gemacht werden. Zu guter Letzt sind es noch die Fußbodenheizung, der Heizkörper mit Handtuchhalterung, die Regenbrause, die schicken Armaturen und die nicht minder schicke ovale Form des Waschtischs, die bei diesem Bad Eindruck machen.

Wie schade, dass nicht alles hundertprozentig stimmt: Über den schlichten, weder höhenverstellbaren noch beleuchteten Vergrößerungsspiegel kann ich nur den Kopf schütteln. Das Gleiche gilt für die Deckenstrahler, die so angebracht sind, dass sie – egal, wo man vor dem Spiegel steht – das Gesicht verschatten. Zum Rasieren und Schminken geht man deshalb besser in die Toilette – dort ist das Licht besser. Was den Erhaltungs- und Sauberkeitszustand des Bades betrifft, so ist die Silikonleiste an der Duschtür nicht mehr ganz einwandfrei und auf der Sockelleiste im WC findet sich ein bisschen Staub. Ansonsten ist das Bad gut geputzt. Sogar das Vlies in den Abluftgittern ist einwandfrei sauber.
Wertung: gut