Hoteltest im Steigenberger Frankfurter Hof

Die Luxus-Luft wird dünner - Restaurant / Check-out

 

19:45 Uhr

Restaurant »Breeze by lebua«

»OSCAR’s« Café-Bar-Restaurant und das mit einem Michelin-Stern gekrönte Restaurant »Français« sind feste Institutionen in der Frankfurter Gastronomie. Mein besonderes Interesse hat jedoch beim Durchstöbern der Homepage das jüngste Outlet des Frankfurter Hofs geweckt, das »Breeze by lebua«, welches mit panasiatischer Fusionsküche wirbt. Ein 30-Sekunden-Videoclip in atemberaubenden Stakkato macht mich vollends neugierig. Wird schon das »Mutterrestaurant« in Bangkok zu den zehn innovativsten Restaurants der Welt gezählt, so hat es auch die Frankfurter Dependance gleich nach Eröffnung 2015 zum »spannendsten Newcomer der Stadt« gebracht (»Frankfurt geht aus«). Dass das Restaurant zwar im Hotel angesiedelt ist, aber nicht zu diesem gehört, erfahre ich erst beim Check-out. Aus der Homepage geht dies nicht hervor. Doch tut es der Hotelwertung im Test keinen Abbruch, im Gegenteil. Der Besuch im »Breeze by lebua« ist für mich das Highlight meines zweitägigen Aufenthalts. Tief in den Katakomben des Hotels gelegen, hat das Restaurant ein Ambiente, das seinesgleichen sucht. Teils Bar, teils Club, teils Restaurant – tageslichtlos werden schwarz-steinerne Gewölbe golden bestrahlt, führen lackierte Holzstege über beleuchtete Wasserbecken, vorbei an opulenten Orchideen-Beeten. Ein DJ legt auf, ein »Mixologe« zaubert an der Bar die aberwitzigsten Kreationen, verschwiegene Nischen und kommunikative Sitzbänke geben Raum für intime Dinner oder die Freundesrunde.

Ein ebenso ausgefallenes wie gelungenes Konzept, das scheinbar bestens funktioniert. Meine Begleitung und ich werden von Restaurantmanager K. locker wie alte Freunde empfangen und an die Bar begleitet. Dort nehmen wir zwei fulminante Cocktailkreationen zu uns, plaudern ein Weilchen mit Chefbarkeeper Z. und werden schließlich zu unserem Tisch geführt. Ein junger Servicemann berät uns gekonnt bei der Auswahl von Speisen und Getränken. Es folgt ein mehrgängiges Aromenspektakel von Süß und Sauer, Scharf und Fruchtig, Nussig und Kräuterig, ein Entensalat mit Pinien- und Granatapfelkernen, Grapefruit und Pflaumensauce und der knusprigsten Entenbrust, die ich je gegessen habe, eine butterzarte Hochrippe vom Rind mit wildem Yaan-Pfeffer und delikatestem Süßkartoffelpüree, ein in Honig marinierter schwarzer Seehecht mit Spinat, Pilzen und Trüffelsauce sowie die Breeze Signature Hakka Nudeln mit Hummer, Riesengarnele und Jakobsmuschel. Den süßen Abschluss bildet eine bildschöne Komposition aus Schokoladen-Semifreddo, Passionsfruchtgel, Schokoladen-Microcake und dem ebenso trendigen wie köstlichen Yuzu-Sorbet. Ein Menü für Auge und Gaumen gleichermaßen, dessen Genuss nur dadurch etwas geschmälert wird, dass die Gänge genauso stakkatomäßig hintereinander weg serviert werden, wie man sie im Videoclip zubereitet sah. Fazit: ein kulinarisches Erlebnis der Extraklasse, das dem Begriff Event-Gastronomie neues Leben einhaucht. Gekostet hat es 131,50 Euro, ist aber definitiv jeden Cent wert.
Wertung: ausgezeichnet

 

MI. 25/01, 07:14 Uhr

Zimmerfrühstück

Mit einem scheuen Lächeln und auf die Minute pünktlich schiebt der Zimmerkellner den Servierwagen durch die Tür. Das »Vitality«-Zimmerfrühstück kostet 28 Euro plus acht Euro Servicezuschlag. Dafür bekomme ich dreierlei verpacktes Brot, zwei Vollkornbrötchen, Geflügelwurst, Birchermüsli, körnigen Frischkäse, etwas aufgeschnittenes Obst, Kaffee und einen als frisch gepresst deklarierten Orangen-Direktsaft. Alles appetitlich präsentiert, aber nicht preiswert. 
Wertung: noch sehr gut

07:45 Uhr

Weckruf

Ich werde namentlich angesprochen und erfahre die Uhrzeit. »Sie wollten gerne geweckt werden«, sagt die weibliche Stimme um 7:45 Uhr ins Telefon. »Ja«, antworte ich, »allerdings vor einer Stunde.« »Oh«, sagt die Stimme hörbar betroffen, »das tut mir sehr leid.«
Wertung: ungenügend

10:45 Uhr

Check-out

Gut, dass ich es nicht eilig habe. Fast eine Dreiviertelstunde dauert es vom Start des Check-outs bis zu dem Moment, an dem ich endlich in meinem Wagen sitze. Es scheint ein ungewöhn-
liches Anliegen zu sein, die Einzelbelege zur Rechnung mitnehmen zu wollen; Herr R. muss sie erst langwierig zusammensuchen. Dabei verliert er jedoch weder Geduld noch Höflichkeit und ich bemühe mich es ihm gleich zu tun. Schließlich ist alles beisammen, die Parkgebühr aufgebucht und die Rechnung bezahlt (1.187,61 Euro). Herr R. erkundigt sich freundlich danach, ob mein Aufenthalt angenehm verlaufen sei und bedankt sich für das Trinkgeld. Einem Pagen drückt Herr R. 40 Euro für das Auslösen meines Autos sowie die Autoschlüssel in die Hand. Der Page gibt den Auftrag weiter an den Portier, der in Richtung Parkhaus entschwindet. Fast eine Viertelstunde ist das Portiersdesk nun verwaist und ich muss im zugigen Eingang warten. Endlich hält mein Wagen in der zweiten Reihe. »Ich musste eine große Runde drehen, um wieder hierherzukommen«, entschuldigt sich der Portier und lädt meine Koffer ein. Dann wünscht er mir eine gute Heimreise. 
Wertung: noch gut