Hoteltest im Steigenberger Frankfurter Hof

Die Luxus-Luft wird dünner - Housekeeping / Tea Time

 

14:25 Uhr

Housekeeping / Wäscheservice

Ich kreuze bei der einfachen Hose »Waschen« an und gebe das kurze, schlichte Strickkleid als »Pullover« in die Reinigung. Der Housekeeper, der die Sachen abholt, ist des Deutschen kaum mächtig und versichert sich nur des ausgefüllten Wäschezettels. Beide Teile hängen am nächsten Abend um 18 Uhr an der Garderobe meines Zimmers – unter gemeinsamem Zellophan und mit einem geänderten Wäschezettel, der »ein Kleid mit langen Ärmeln« ausweist und 30 Euro für dessen Reinigung aufruft. Die gereinigte Hose, die eigentlich nur gewaschen werden sollte, schlägt mit 15 Euro zu Buche. Das sind – auch wenn man hier einen externen Service bemüht – stolze Preise.
Wertung: noch gut

15:50 Uhr

Tea-Time

Das Interieur ist stilvoll, die Blumendeko opulent, der Lounge-Bereich am Nachmittag gut besucht. Zum »Royal High Tea« in der altehrwürdigen Autorenbar habe ich zwei Erwachsene angemeldet – und eine temperamentvolle Zweijährige. Während für mich und meinen Besuch einer der niedrigen Couchtische eingedeckt wurde, bleibt Klein-Greta außen vor – es gibt für sie kein Kinderstühlchen und keine wie auch immer geartete, kindgerechte Aufmerksamkeit. Die Gäste von morgen scheinen hier heute eher eine Ausnahme zu sein. Wir werden zuvorkommend, aber nicht aufmerksam genug bedient. Nach dem Erscheinen meiner Gäste dauert es zehn Minuten, bis der Champagner an den Tisch kommt, weitere 25 Minuten bis zum Tee und dann noch einmal zehn Minuten, bis endlich auch die Etagere mit Leckereien vor uns steht – obwohl angeblich alles vorbereitet war. 35 Minuten sind eine lange Zeit für ein kleines Kind. Doch was sich da auf der Etagere türmt, begeistert Groß und Klein gleichermaßen: Stückchen von Frankfurter Schokotorte, Zitronen-Biskuit-Rolle und Käsekuchen sowie eine Himbeercreme im Glas. Auf Etage zwei finden sich Früchtebrot, zweierlei frisch gebackene, noch warme Scones, Clotted Cream und Himbeermarmelade. Und ganz unten schließlich eine Auswahl herzhafter Sandwiches mit Avocado-Aufstrich, Roastbeef und Lachs. Die Etagere voller Köstlichkeiten stellt nicht nur eine Augenweide dar, sondern auch einen delikaten Schmaus. Das versöhnt wieder mit der wenig originellen Tee-Auswahl, der fehlenden Beratung, dem Einsetzen des Tees ohne Tea-Timer und dem nicht erfolgten Nachreichen des Getränks. 38 Euro kostet die Tea Time für eine Person inklusive Tee und Champagner, acht Euro die Extraportion Tee und 14,50 Euro das Extraglas Champagner. 
Wertung: gut

Turndownservice 1. Abend

Ob es im Sinne des Hotels ist, die Bettdekoration auf dem Boden zu stapeln? Andererseits – wohin damit? Der Turndownservice, der in meiner Abwesenheit durchgeführt wird, erledigt neben dem Abdecken des Bettes das Notwendigste: Bettvorleger und Schlappen sind ausgelegt, die Vorhänge zugezogen, der Papierkorb geleert. Im Bad war ohnehin nichts zu tun. Zur Nacht gibt es einen hochwertigen Schokoladentaler und eine Flasche Wasser. Doch weder liegt die Frühstückskarte auf dem Bett noch die TV-Bedienung auf dem Nachttisch, auch der Schuhputzkasten ist nicht sichtbar platziert.
Wertung: gut