Hoteltest im Erbprinz Ettlingen
Adel verpflichtet  –  eigentlich

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Der Erbprinz blickt auf über 220 Jahre Geschichte zurück und wird auch als »Wiege der deutschen Gastronomie« bezeichnet. Ob die kulinarischen Angebote dieser Einschätzung gerecht werden und ob auch Zimmer, Service und Spa-Bereich überzeugen, überprüfte unser Hoteltester.

SA. 30/07, 16:20 - Telefonische Reservierung 

Frau N. spricht prima Deutsch. Und ihr osteuropäischer Einschlag kommt überaus sympathisch rüber: »Wir haben Weinstube, das ist badische Landküche, oder wir haben noch Gourmetrestaurant, der an den Tagen geöffnet ist.« Im Nu hat die engagierte Mitarbeiterin des Erbprinz Ettlingen für mich außer einem ruhigen Einzelzimmer zu 159 Euro pro Nacht inklusive Frühstück auch noch eine Tischreservierung im Gourmetrestaurant klargemacht – nachdem sie sich vergewissert hat, dass das an betreffendem Abend auch »mäglich« ist. Das Telefonat mit der hörbar jungen Frau macht Spaß, weil sie so fröhlich wirkt, und tüchtig dazu. Nur nach dem Wellnessbereich muss ich mich selbst erkundigen, aber dann beschreibt sie diesen anschaulich und bietet mir sogleich an, mich für die Buchung von Behandlungen mit der Spa-Rezeption zu verbinden.
Wertung: sehr gut

Internet-Auftritt / Online-Buchung

Als ich bei Google nach »Erbprinz« suche, lande ich zunächst bei Ernst August von Hannover. Nein, den einschlägig bekannten Namensvetter meine ich nicht. Denn im Gegensatz zu diesem präsentieren sich Hotel und Website stilvoll – mit viel Gold, ungewöhnlicher Hausschrift, vielen Krönchen und dem immer wiederkehrenden, geschnörkelten »E« des Logos. Ein aktuelles Angebot wird der Homepage dominant vorangestellt, alternierende Fotos machen Lust auf Haus, Spa und die Gastronomie. Als nützlich empfinde ich die Daten und Fakten »Auf einen Blick«, informativ sind die Seiten zu Wellness, Tagung, Feiern und Freizeit. Und das Wasser läuft mir schon im Mund zusammen, als ich mich durch die Speisekarten schmökere. Das Degustationsmenü ist allerdings nicht auf dem neuesten Stand. Und ob sich wirklich jemand den überambitionierten, elfminütigen Hotelfilm antut, wage ich zu bezweifeln.
Wertung: noch sehr gut

Lage / Anreise

Eine malerische Altstadt, durch die ein kleiner Fluss fließt, ein Schloss, in dem sommers Festspiele stattfinden, und ein Park, der einmal die Landesgartenschau beherbergt hat – Ettlingen ist eine eher gemütliche, knapp 40.000 Einwohner zählende Stadt im nördlichen Schwarzwald, nur wenige Kilometer von Karlsruhe entfernt. Früher einmal ein Verkehrsknotenpunkt, begründet dies auch die Historie des »Erbprinz«, welche auf Ende des 18. Jahrhunderts als Posthalterstation mit Schankerlaubnis datiert wird. Und es begründet auch die Tatsache, dass das Hotel an einer Straßenkreuzung liegt, auf der ganz ordentlich Verkehr braust. Man ist schnell da in Ettlingen, vorausgesetzt, man steht nicht auf der A5 im Stau. Die Stadt hat einen eigenen Bahnhof, und wer mit dem Flieger anreist, kann sich vom Hotel am Flughafen Stuttgart oder Frankfurt abholen lassen. Die Postkutsche von einst ist durch Nobelkutschen von heute ersetzt worden: Ein Porsche Panamera und zwei schnittige Maseratis stehen bereit. Ich reise bescheiden mit dem eigenen Pkw an und parke diesen auf dem Hotelparkplatz. Der Platz ist begrenzt, steht dort doch ein großer Kran aufgebaut. Bauarbeiten? Davon war weder beim Reservierungsgespräch noch in der Bestätigung die Rede ... – Ich nehme mehrere unterschiedliche Gebäude wahr, die miteinander verbunden sind und offenbar alle zum Hotel gehören.
Wertung: sehr gut