Hoteltest im Roomers Baden-Baden
Flamingo im Schwarzwald

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Roomers Baden-Baden

Das Roomers in Baden-Baden hat seit seiner Eröffnung im Oktober 2016 frischen Wind in die Kurstadt gebracht. Aber wird das lockere Konzept des Lifestyle-Hotels auch seinen fünf Sternen gerecht?

MO. 15/01, 19:50 und DI. 16/01, 08:47
Telefonische Reservierung

Montagabend, kurz vor acht: »Für eine Zimmerreservierung drücken Sie bitte die Eins, für alle anderen Anliegen die Zwei.« Doch egal welche Nummer ich drücke – ich lande in der Warteschleife. Der Song dort ist cool. Aber nach drei Minuten nicht mehr so sehr. Und nach dreimal drei Minuten ist er nur noch nervig. Ich gebe auf. Die Reservierung sei nur von 9 bis 18 Uhr besetzt, bescheidet mich der Mitarbeiter am nächsten Morgen. Aber die Rezeption hätte eigentlich … Nun ja. Wir widmen uns meiner Reservierung. Der smart klingende junge Mann bietet mir als günstiges Zimmer den »Select Room« zur Standardrate an und nennt alternativ die darüber liegende Kategorie mit Badewanne und fünf Quadratmetern mehr (»Deluxe Room«). 239 Euro kostet das günstigste Zimmer, das mit Badewanne 269 Euro, ohne Frühstück, als Zimmerpreis für eine oder zwei Personen. »Sie können also gern noch jemanden mitbringen«, schlägt mein Gesprächspartner vor. Ich buche das »Select Zimmer«, was der Mitarbeiter so kommentiert: »Ja, dann fangen wir mal klein an und wenn es Ihnen bei uns gefällt, wovon ich stark ausgehe, dann buchen Sie nächstes Mal vielleicht das Deluxe Zimmer.« Die angekündigte Bestätigung trifft nie ein. Ob der junge Mann die E-Mail-Adresse falsch notiert hat? Er kann es nicht klären, denn nach einer Telefonnummer hat er nicht gefragt.
Wertung: befriedigend

Vorabbestellung: Limousinentransfer

»Selbstverständlich holen wir Sie vom Bahnhof ab«, erklärt eine Rezeptionistin mit viel Charme in der Stimme. Der Guest Relation Manager werde gern zurückrufen, um die Details zu klären. Das tut Philipp wenig später. Der sympathisch klingende GRM, der sich nur mit Vornamen meldet, notiert meine Ankunftszeit und informiert mich über die Kosten des Transfers: 30 Euro pro Strecke. »Der Fahrer wartet draußen«, sagt er. Und lacht: »Die dicke, fette Roomers-Limousine erkennen Sie dann schon.«
Wertung: sehr gut

Internet-Auftritt

Die Roomers-Macher spielen gern – mit Worten, mit der Sprache, mit Bildern und ein bisschen auch mit ihren Gästen. Das zeigt sich schon beim Namen, der sich aus den englischen Wörtern »room« (Zimmer) und »rumours« (Gerüchte) zusammensetzt. Dunkel, geheimnisvoll, verführerisch – so präsentiert man sich bewusst und in vielerlei Hinsicht; im Frankfurter »Stammhaus« allerdings deutlich provokanter als in Baden-Baden. Die Website des Roomers Baden-Baden konzentriert sich wirksam auf großformatige Fotos, prägnante Überschriften und zackige Claims, gern in Englisch. Text so wenig wie möglich, aber so viel wie nötig, alle weiterführenden wichtigen Infos gibt es als Downloads. »Work hard, party louder«, heißt es beispielsweise bei den Tagungs- und Veranstaltungsräumen, ein aussagestarkes Meeting & Fact Sheet lässt sich herunterladen. Die Roomers Website transportiert, was ihre Macher transportieren wollen: Design, Lässigkeit, Lifestyle. Das romantische Wochenende heißt hier »Make Love« und beinhaltet ein »Time to tease«-Set. Was auch immer das ist.
Wertung: sehr gut

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