Hoteltest im Sofitel Hamburg Alter Wall: So lala statt oh là là - »Seagull Spa« / Rücken-/Fußreflexzonenmassage / Message-Transfer

Hoteltest im Sofitel Hamburg Alter Wall

So lala statt oh là là - »Seagull Spa« / Rücken-/Fußreflexzonenmassage / Message-Transfer

»Seagull Spa«: Rien ne va plus am frühen Morgen

 

»Auf dem Weg zum Hauptpool durchschwimmen die Gäste einen Canyon mit Wasserfall.« Wow! Das klingt grandios! Ob der Website-Texter je die »Strecke« des sich schmal schlängelnden Poolchens zum überschaubaren, quadratischen Becken zurückgelegt hat? Auch ohne derlei Übertreibungen ist das »Seagull Spa« im Untergeschoss des Hotels mit seinen Öffnungszeiten von 6:30 bis 22 Uhr eine interessante Offerte. Aus der zur Verfügung stehenden Fläche haben die Gestalter das Beste herausgeholt: einen Fitnessraum, der sogar über Tageslicht verfügt, einen Empfang, den Pool, an dessen Seite erhöht einige Liegen stehen, zwei Behandlungsräume und einen Saunabereich. Aus der Not haben sie eine Tugend und das Dunkle zum Gestaltungsprinzip gemacht. Schwarz und Grau werden durch schimmerndes Türkis aufgehellt, aber an Platzangst sollte man hier unten doch besser nicht leiden. Vor allem nicht im schwarz gestrichenen Mini-Ruheraum mit seinen vier Liegen. Tipp: Kopfhörer aufsetzen und Augen schließen, dann geht’s. Das Dampfbad ist defekt und auf so unabsehbare Zeit geschlossen, dass es sogar aus dem offiziellen Spa-Angebot herausgenommen wurde. Instandsetzungsstau im Sofitel? Auch ein Laufband geht nicht und die Seitendüsen der Dusche spritzen in alle Himmelsrichtungen. Aber ansonsten ist dieses Spa auf seine ganz eigene Weise attraktiv. Und es gewinnt noch einmal enorm durch Frau B., die Spa-Rezeptionistin. Sie begrüßt, führt herum, berät, terminiert Behandlungen und ist dabei ununterbrochen gut gelaunt. Eine Seele von Mensch und ein Segen für dieses Spa. Da Frau B. nachmittags und abends Dienst tut, ist es jedoch ihre Kollegin J., bei der ich morgens zusammenklappe. Zumindest tue ich so und drücke um 6.45 Uhr den Sauna-Notrufknopf. Ab 6.30 Uhr ist die Sauna benutzbar und ich bin zu diesem Zeitpunkt allein. Keine Minute später »rettet« mich J. – sie hilft mir aus der Sauna und leitet Erste-Hilfe-Maßnahmen ein. Setzt mich vors Kneippbecken, legt mir einen kalten Lappen auf die Stirn, lässt mich Wasser trinken und Wechselfußbäder machen. Kompliment. Dass ich wegen der Baustelle kaum geschlafen habe (meine Begründung für den Kollaps und in der Sache durchaus wahr), erbost J. so, dass sie diese Information telefonisch an die Rezeption weitergibt.
Wertung: noch sehr gut

Rücken-/Fußreflexzonenmassage: KEINE Entspannung im Séparée

Mit eigenen Therapeuten will sich das Hotel nicht belasten. Also arbeitet man mit Freiberuflern, die auf Abruf ins Haus kommen. Das macht die Planung schwierig und es wirkt unglaubwürdig, wenn »Kosmetik bis nächste Woche ausgebucht« ist, aber die beiden Behandlungsräume fast immer leer (und offen) stehen. Frau B. gibt nicht eher Ruhe, als bis sie mir meine Wunschbehandlung – eine Stunde Massage von Rücken und Fußreflexzonen – organisiert hat. Behandelt werde ich von einer veritablen Heilpraktikerin, die ihre Sache gut macht, aber etwas »maulfaul« ist. Leider kann ich nicht wirklich entspannen, da die satinierte Glastür keinerlei Schallschutz bietet und ich sämtliche Gespräche, die an der Spa-Rezeption geführt werden, mithören muss. Von der zu lauten Musik aus dem Fitnessraum ganz zu schweigen. Zudem ist die Gesichtsöffnung der Liege sehr klein und das Kopfteil nicht absenkbar, sodass in Bauchlage mein Kehlkopf gegen die Liege drückt. Dafür sind 90 Euro definitiv zu teuer.
Wertung: mangelhaft

Message-Transfer: Keine Petitesse

Einem Anrufer wird korrekterweise meine Zimmernummer nicht preisgegeben. Die dringende Nachricht soll mir über den TV-Bildschirm vermittelt werden. »Wenn der Gast den Fernseher anmacht, sieht er die Nachricht«, wird meinem Anrufer erklärt. Und wenn der Gast den Fernseher nicht anmacht? Ich mache ihn an und sehe – nichts.
Wertung: mangelhaft