Zimmermädchen-Affäre
Weiterhin keine Mindestlöhne in vielen Hamburger Hotels?
(Hamburg, 30. Juli 2009) Das Thema kommt immer wieder auf: In zahlreichen Hamburger Hotels sollen weiterhin die Mitarbeiterinnen von Reinigungsfirmen keine Mindestlöhne erhalten. Dies legt eine Auskunft des Senats der Hansestadt auf eine SPD-Anfrage offen. Lediglich 121 der 300 Hotelbetriebe haben das freiwillige „Tariftreue-Siegel“, das auf eine Initiative des Dehoga-Landesverbandes zurück geht, angefordert. Warum sich 60 Prozent der Betriebe dieser Zertifizierung nicht anschließen, ist nicht klar.

Auch bei den Gebäudereinigern ist ein Siegel unbeliebt. Nur 45 der in der Innung organisierten 123 Betrieben führen ein Zertifikat, das Standards garantieren soll. Immer wieder muss der Zoll Hinweise nachgehen und mühsam recherchieren, ob die Mindestlöhne eingehalten werden. Da zahlreiche Zimmermädchen aus Angst schweigen, sind die Fahnder auf Hinweise von außen angewiesen. Oftmals wird zwar per Vertrag der Mindestlohn zugesichert, aber das vorgegebene hohe Pensum der zu reinigenden Gästezimmer führt zu unbezahlten Überstanden – oder zu Lohnabzug.
Die sog. Zimmermädchen-Affäre hatte ihren Ursprung in Hamburg. Eine junge Frau, die für eine Reinigungsfirma im Sofitel in den Innenstadt Zimmer geputzt hatte, erhielt einen Stundenlohn von 2,46 Euro. Der Skandal fand bundesweit Beachtung und führte bei Accor Hotellerie Deutschland zu einer Überprüfung aller Verträge mit dem Reinigungsdienstleister.
Unlängst waren Münchner First-Class- und Luxushotels Bußgelder auferlegt worden, da sie nach Ansicht des Zolls die Verstöße gegen die Mindestlohnbestimmungen offenbar gebilligt hatten. Nach einer Razzia im vergangenen Herbst stehen nun mehrere namhafte Betriebe am Pranger. Und einige wohl auch zu recht, wie eine seriöse Hotelchefin kritisch gegenüber dieser Fach-Illustrierten bemerkte. Dass Hotels nun auch für Verfehlungen ihrer Reinigungsdienstleister haften sollen, ist ein Novum.
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Zimmermädchen-Affäre - Bußgelder wegen Dumpinglohn rechtlich unsicher (12. Juni 2009)
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