Grand Hotel Heiligendamm
Staatliche 4-Millionen-Bürgschaft soll Betrieb absichern
UPDATE (Bad Doberan-Heiligendamm, 02. Juli 2009) Die finanziellen Schwierigkeiten werden schärfer: Das Grand Hotel Heiligendamm hat beim Land Mecklenburg-Vorpommern eine Bürgschaft über vier Millionen Euro beantragt und bewilligt bekommen. Laut Medienberichten soll damit der Betrieb des stark unter der Finanzkrise leidenden Leading Hotel gesichert werden. Eine Stellungnahme seitens des Hotelmanagements steht noch aus.
Ein Sprecher des Finanzministeriums in Schwerin bestätigte gegenüber dieser Fach-Illustrierten, dass mit der Bürgschaft ein Kredit abgesichert wird. Weitere Angaben werden jedoch nicht gemacht. Das Grand Hotel Heiligendamm stünde im besonderen Interesse des Landes, heißt es als Begründung der Bürgschaft.
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Noch bis Mitte 2008 hatte Kempinski einen Gewinn von 1,5 Millionen Euro erwartet. Stattdessen wurde nach Medienberichten lief ein Verlust von zwei Millionen Euro auf. Durch den plötzlichen Ausstieg der Gruppe seien Ausgaben für ein neues Buchungssystem, Internet-Auftritt und Neupositionierung notwendig geworden, die das Ergebnis im ersten Halbjahr 2009 belastet hätten, so Anno August Jagdfeld, Geschäftsführer der Gesellschaft Grandhotel Heiligendamm. Konkrete Zahlen nannte er nicht. Nach Informationen des Immobiliendienstes "Thomas Daily" belaufen sich edie Bankkredit einschließlich der Bürgschaft mit etwa 22 Millionen Euro auf elf Prozent des gesamten Investitionsvolumens von etwa 200 Millionen Euro.
Die Notwendigkeit einer staatlichen Bürgschaft für eine Kreditaufnahme macht deutlich, dass die Refinanzierung des nur gering ausgelasteten Betriebes deutlich schwieriger geworden ist. Zwar müssen nicht wenige Luxushotels eine lange Durststrecke durchstehen, doch im Fall des Grand Hotel Heiligendamm gelten viele Fehler aus hausgemacht. Erst im Februar hatten sich der Betreiber – eine Tochtergesellschaft von Fundus Fonds – und die Kempinski AG als Managementgesellschaft nach längerem Streit getrennt. Kempinski-Vorstand Reto Wittwer hatte das Hotel als „Totgeburt“ bezeichnet; wir berichteten.

Das 2003 eröffnete Grand Hotel Heiligendamm wurde durch den G8-Gipfel im Sommer 2007 weltbekannt. Die Gesamtinvestitionen betrugen rund 320 Millionen Euro. Die Gewinnzone soll nach Angaben des Hotelmanagements 2011 erreicht werden. Die Auslastung lag zuletzt bei 50 Prozent, für dieses Jahr sind 60 Prozent angepeilt.
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