Hoteltest im Steigenberger Frankfurter Hof
Die Luxus-Luft wird dünner - Frühstück

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DI. 24/01, 07:55 / 09:40 Uhr

Frühstücksbuffet

Gefrühstückt wird im Restaurant »Hofgarten«, einem großen, nahezu tageslichtlosen Raum mit Speisesaal-Ambiente. »Sie haben bestimmt eine Zimmernummer für mich«, behauptet die Dame am Stehpult vor dem Eingang. Ich hätte sogar einen Namen für sie. Die Zeitungsauswahl ist auf »Frankfurter Rundschau« und »FAZ« begrenzt, im Saal herrscht geschäftiges Treiben. Es ist laut, voll, die Tische sind eng gestellt, die Atmosphäre lädt nicht zum gemütlichen Frühstücken ein. Soll sie vermutlich auch nicht, wenn hier bei voll besetztem Haus über 400 Gäste durchgeschleust werden müssen. Die Tische sind nur mit Tischsets eingedeckt, die Blumendeko beschämend spärlich. Den Smoothie, den mir eine junge Mitarbeiterin unaufgefordert bringt, kann sie nicht genau erklären (»Ananas, Kokos und ich glaube Banane«). Nach einem Kaffee und etwas Obst verabschiede ich mich zum Yoga und setze mein Frühstück anderthalb Stunden später fort. Da ist es schon deutlich ruhiger im Raum – und die Smoothies sind anscheinend alle. Am Buffet fällt eine gewisse Diskrepanz auf: Während ein Teil des Angebots als überdurchschnittlich vielfältig und von sehr guter Qualität bezeichnet werden kann, präsentiert sich ein anderer Teil von Umfang und Qualität her eher bescheiden. So kann der Gast für den Preis von 39 Euro aus einer beachtlichen Anzahl warmer Speisen wählen, neben Eiern, Würstchen, Speck und Tomaten stehen auch Reis Congee, Chicken Curry Malaysia, Foul Medammas (ein arabisches Gericht aus Saubohnen), marinierter Lachs mit Soja und Misosuppe bereit. Frische Eierspeisen bereitet ein Koch am Front Cooking Buffet zu, zudem gibt es Waffeln mit Ahornsirup und Vanillesauce. Sehr gut schmecken Auberginenmousse und Couscous-Salat, der angemachte Feta und das Pesto, das zu Cocktailtomaten mit Mozzarellabällchen gereicht wird. Das Birchermüsli erweist sich als stark rosinenlastig. Als ordentlich darf die Fischauswahl gelten mit Räucherfisch, mariniertem und geräuchertem Lachs sowie einem Shrimpssalat, auch wenn Letzterer um diese Uhrzeit nicht mehr ganz fangrisch aussieht. 

Das Käse- und Wurstsortiment hingegen kommt über Standard nicht hinaus – es gibt nicht einmal einen anständigen Schinken. Regelrecht dürftig erscheint die Brotauswahl, und das in einem Land, in dem täglich über 300 verschiedene Brotsorten gebacken werden. Im Steigenberger Frankfurter Hof gibt es nur zwei Sorten aufgeschnittenes Graubrot, Baguette sowie zweierlei kleine Brötchen, die ganz offensichtlich im Haus aufgebacken wurden. Toast, Knäcke und ein »Fitness-Haferbrot« sind nur abgepackt zu haben, frisches Vollkornbrot, Schwarzbrot und Brezeln suche ich vergebens. Stattdessen ergänzen Croissants, Fertig-Blätterteigteilchen und Mini-Muffins das spärliche Angebot. Marmelade wird ausschließlich in Portionsgläsern angeboten, Honig direkt aus der Wabe. Erfreulich dagegen die Getränkeauswahl: Der erkältete Gast freut sich über heißes Ingwerwasser; für den Kreislaufanschub liegt Sekt im Kühler. Bei den als frisch gepresst bezeichneten Orangen- und Grapefruitsäften handelt es sich um gute Direktsäfte, des Weiteren stehen Kiwi- und Maracujasaft, Wasser und dreierlei Milch (zwei Fettstufen und Sojamilch) zur Verfügung. Mein Milchkaffee kommt in einer zu kleinen Tasse, ist aber heiß und von guter Qualität. Beim grünen Tee habe ich die Auswahl zwischen Morgentau und Green Leaf. Letzterer wird ohne Ablageschale und ohne Teatimer serviert. Als ich bei der Bedienung nachfrage, meint diese: »Der kann schon raus!« Ein Porridge, das ich beim Front Cook bestelle, wird auftragsgemäß zubereitet und mit einer hübschen  Johannisbeerranke verziert. Leider vergisst man mir einen Löffel dazu zu reichen. 
Wertung: befriedigend