Hoteltest im Erbprinz Ettlingen
Adel verpflichtet  –  eigentlich - Frühstücksbuffet, Housekeeping - Remake, Housekeeping / Öffentliche Bereiche, Spa-Treatmetnt, Housekpeeing - Wäscheservice

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MI. 17/08, 09:20 - Frühstücksbuffet

 

Mein morgendlicher Milchkaffee ist mir heilig – fifty-fifty heiße Milch und guter, starker Filterkaffee, gerne Schaum und auf jeden Fall eine große, bauchige Schale oder Tasse. So lieben es die Franzosen und ich auch. Der Kaffee ist vorzüglich im Erbprinz, aber im feinen Porzellantässchen serviert ist er nach drei Schlucken alle. Ich habe mir einen Platz im Garten ausgesucht mit schön eingedecktem Tisch, auf den schon die Sonne blinzelt, fein. Das Buffet ist im Café aufgebaut und sehr appetitlich angerichtet. Fast ständig wuselt eine Küchenkraft umher, füllt auf, richtet an und macht sauber, sehr gut. Sehr gut ist auch die Qualität des Angebotenen, die Auswahl dagegen überschaubar. Weit und breit entdecke ich keine Frühstückskarte, die dem eventuell Abhilfe schaffen könnte. Und so labe ich mich am Gebotenen: an zweierlei frisch zubereitetem Müsli, einem hochwertigen Orangendirektsaft, der sehr guten Brotauswahl und den hausgemachten Marmeladen, verschiedenem Räucherfisch und Shrimps und wirklich frischem Obstsalat. Die großzügig in eine Schüssel gefüllten Erdbeeren hat fast vollständig ein kleiner Junge auf seinen Teller gehäuft, mit der Konsequenz, dass es nicht nur an diesem Tag, sondern auch am nächsten Morgen keine Erdbeeren mehr gibt. Kleiner Gauner. Ein feines Glas Sekt mundet ebenso wie die frisch schmeckende Buttermilch, Wurst und Käse bieten keine Überraschungen, zum Caprese fehlt das Basilikum. Aus der eigenen Patisserie und wirklich lecker sind die süßen Sächelchen, insbesondere die Aprikosentarte lässt mich verzückt zurück. Frau M., die Frühstücksleitung, ist noch vom alten Schlag und hat ihre Augen überall. Eine Zeitung? Selbstverständlich. Ein Tee zum Abschluss? »Probieren Sie doch einmal unseren weißen Tee – nur zehn Knospen, und ganz kurz ziehen lassen, ein Gedicht!«
Wertung: noch sehr gut

Housekeeping – Remake

Als ich zum Zimmer zurückkomme, hängt das »Bitte aufräumen«-Schild noch an der Tür, diese ist aber nicht mehr abgeschlossen. Das Zimmer ist auch schon gemacht, nur: »Ich wollte später noch staubsaugen«, sagt die Reinigungskraft. Und wischen wohl auch? Das Bad ist zwar sauber, Spiegel, Dusche, Armaturen sind ordentlich geputzt, aber der Boden klebt noch. In der Toilette schäumt es zwar putzmittelfrisch, die Markierungen an Brille und Schüsselrand sind jedoch noch vorhanden. Das Zimmer zeugt auch nicht gerade von enthusiastischer Putztatkraft. Der Kronkorken liegt nicht mehr auf dem Teppichboden, aber noch auf dem Schreibtisch, die Kleidung wurde über die Stuhllehne gehängt, aber nicht zusammengelegt. Das Bett ist sehr schlicht gemacht und das benutzte Glas sieht aus, als sei es mit dem Bodenwischlappen ausgerieben worden. Einfach ekelhaft.
Wertung: mangelhaft

Housekeeping / Öffentliche Bereiche

Dass auf dem Dach ein Penthouse für den Chef entsteht, hat mir mein neuer Freund vom Frühstücksbuffet gesteckt. Der kleine Erdbeerfan hat wohl einen guten Draht zur Inhaberfamilie. Aber auch an etlichen anderen Stellen im Haus ist Baustelle, was auch immer dort entsteht. So gibt es sicherlich mehr Staub als sonst, was den Staub auf den Bilderrahmen erklären würde. Und die vielen schmutzigen Fenster. Aber umso mehr müsste halt geputzt werden. Herr Zepf sei ein Mann mit gutem Geschmack und Humor, besagt der Hotelprospekt und bezieht das auch auf die Einrichtung des Hauses. Tatsächlich wirken die bunt und breit gestreiften Teppichböden im jüngst renovierten Anbau lustig. Und es gibt im ganzen Haus poppige Bilder. Doch in dem Gebäude, in dem mein Zimmer liegt, ist die Wanddekoration dem Boden schon einen Schritt voraus, soll heißen: Sie passen nicht zueinander. Grüne Granitstufen auf den Treppen, blau-rot-gold gemusterter Teppichboden, darauf ein klassisch-beiges Sofa und dar-über ein pinkfarbenes, großformatiges Blumenbild – das tut dem Auge weh. Also auch hier bitte bald bunte Streifen, Herr Zepf! Gut gepflegt und regelmäßig gecheckt präsentieren sich die öffentlichen Toiletten. Ein Messingschildchen warnt: »Bitte vergessen Sie Ihren Schmuck nicht.«
Wertung: gut

17:15 - Spa-Treatment

Sehr hübsch hat Spa-Managerin Jacqueline Frank ihr Beauty-Spa eingerichtet. Und sie begrüßt mich auf das Herzlichste. Ob ich vielleicht vorab noch etwas trinken möchte? Ich bin zur Hyaluron-Gesichtsbehandlung angemeldet, die mit zehnminütiger Verspätung beginnt. Kosmetikerin A. kommt aus der Dominikanischen Republik und ist eine ganz reizende Person. Sie macht ihre Sache auch gut, nur kennt sie nicht alle für eine solche Behandlung vorgegebenen Standards. So erklärt sie mir beispielsweise nicht die einzelnen Schritte der Behandlung. Auch dauert es aus irgendeinem Grund ewig, bis die Maske einzieht, sodass die anschließende Gesichtsmassage praktisch flach fällt. Für die standardisierte Intensivbehandlung der Firma Thalgo zahle ich 129 Euro. In einem anderen Fünf-Sterne-Wellnesshotel habe ich dafür wenige Wochen zuvor 100 Euro gezahlt.
Wertung: befriedigend

Housekeeping – Wäscheservice

Praktisch nichts zu bemängeln gibt es am Wäscheservice. Höchstens, dass es keinen Express-Bügelservice gibt, wenn man mal schnell etwas aufgefrischt braucht. Die beiden Teile, die ich um 9 Uhr morgens im Wäschebeutel an der Rezeption abgegeben habe – eins zum Bügeln, eins zum Waschen –, hängen am Abend um 18 Uhr feinsäuberlich gebügelt/gewaschen am Kleiderschrank.
Wertung: noch sehr gut

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