Hoteltest Best Western Victoria Freiburg
Grün und gut

Housekeeping

Ab 14 Uhr ist niemand vom Housekeeping mehr da – weder, um mir ein spezielles Kissen aufs Zimmer zu bringen, noch um mir einen Knopf anzunähen. Die Damen, die ich am nächsten Vormittag treffe, scheinen zudem sehr gestresst und grüßen nur bedingt freundlich. Die Wäsche- und Housekeeping-Wagen wirken aufgeräumt, Zimmerlisten liegen zwar aus, allerdings ohne Namen der Gäste.
Wertung: befriedigend

Sicherheit

Ein Besucher erhält am Empfang nicht nur meine Zimmernummer, sondern darf auch – ohne telefonische Voranmeldung – in die oberen Etagen gehen. Das ist grob fahrlässig. Alle sonstigen Sicherheitsvorschriften werden erfüllt.
Wertung: mangelhaft

Front Office

»Sie erholen sich am besten, wenn Ihnen in geschmackvoller Atmosphäre jeder Wunsch erfüllt wird – das ist unser täglicher Anspruch«, heißt es auf der Hotelwebsite. Nur klaffen Anspruch und Wirklichkeit manchmal auseinander. Im Hotel Victoria ist die Servicequalität stark mitarbeiterabhängig, wie schon die telefonische Reservierung gezeigt hat. Ein Nackenkissen? »Schau ‘mal im Regal im Kofferraum«, sagt eine Mitarbeiterin zur anderen, die bereits verneinend mit den Schultern gezuckt hat. Fehlanzeige. Ich finde ein solches Kissen übrigens später im Housekeeping-Office auf meiner Etage. Einen Knopf annähen? »Morgen früh ab neun ist wieder jemand vom Housekeeping da«, erklärt Frau B. Auf die Idee, mir diese kleine Dienstleistung selbst anzubieten, kommt sie nicht. Und sogar nach einem Nähetui muss ich mich erst selbst erkundigen. Beim Weckruf wären vorgegebene Standards hilfreich: »Guten Morgen – sieben Uhr – Ihr Weckruf« ist etwas dürftig für ein so persönlich geführtes Hotel. Die telefonisch von einem Anrufer übermittelte Bitte um dringenden Rückruf erreicht mich erst nach einer halben Stunde – ebenfalls per Telefon, als ich mich wieder auf dem Zimmer aufhalte. An die Uhrzeit des Anrufs kann sich die Rezeptionistin nur ungefähr erinnern, und das »dringend« in der Rückrufbitte wird unterschlagen. Gut, dass es da noch Frau S. gibt, die durch Kompetenz, angenehme Umgangsformen und natürliche Dienstleistungsbereitschaft vieles wettmacht. Durch sie werden die meisten meiner Anliegen zuvorkommend erfüllt.
Wertung: noch gut

Öffentliche Bereiche

Die öffentlichen Bereiche des Hotels präsentieren sich alle sehr gut gepflegt und geben kaum Anlass zur Beanstandung. Bei den Toiletten im Untergeschoss dürften die Kabinenelemente aus schwarz satiniertem Glas für Stoßseufzer beim Reinigungspersonal sorgen, da sie jeden Fingerabdruck zeigen. Bei den Toiletten im Erdgeschoss hat man hingegen pflegeleichtere naturfarbene Elemente gewählt. Hier fallen auch die helle Beleuchtung, ein illuminierter Schminkspiegel in der Damentoilette und der effiziente Dyson-Händetrockner positiv auf. Als Aufenthaltsraum dient die kleine Lobby neben der Rezeption, die zwar nicht über Tageslicht verfügt, aber behaglich eingerichtet ist. Durch kostenlose Zeitungen und ebenfalls kostenlose Heißgetränke in Bio-Qualität können Wartezeiten gut überbrückt werden. Originell ist der als Entspannungsoase angepriesene Energie-Dachgarten, wo neben den Solarzellen noch etwas Platz für Liegestühle, Wasserspiele und einen Duftgarten gelassen wurde. Hier quoll beim Testbesuch allerdings ein Standaschenbecher über.
Wertung: sehr gut

Restaurant

»Wir würden es bedauern, wenn unsere Gäste nicht zu einer kulinarischen Exkursion durch Freiburg aufbrechen würden …«: Das ­Hotel Victoria wird als garni geführt, was für den Gast keinen Nachteil hat, ­außer dass er das Haus zum Essen noch einmal verlassen muss. Fußläufig erwartet ihn ein breitgefächertes gastronomisches Angebot von regionaler Küche bis hin zum Top-Japaner.

Sauna / Fitness

Im ersten Stock des Anbaus befindet sich ein winziger Fitness- und Saunabereich. Dieser ist jedoch so durchdacht und geschickt gestaltet, dass – vorausgesetzt, er wird nicht von mehr als zwei bis drei Personen gleichzeitig genutzt – man sich dort auspowern wie auch entspannen kann. Im schmalen Fitnessraum mit Frühlingswaldtapete stehen sinnvollerweise nur ein Laufband und ein Fahrrad-Ergometer von Technogym, außerdem gibt es einen Kurzhantelsatz. Auch eine Yogamatte ist vorhanden, darüber hinaus Handtücher und einige Traubenzuckerpäckchen. Das Laufband hat einen Ein- und Ausschalter an der Wand, sodass es nicht permanent auf »stand by« ist. Nebenan bietet eine kleine, natürlich mit Doscha-Wolle isolierte Sauna Platz für drei Gäste, mehr können im Ruheraum auch anschließend nicht liegen. In der Dusche der Sauna finde ich den einzigen Instand­haltungsschaden im ganzen Haus: Schimmelsporen in den Fugen des unteren Fliesensegments. Die Saunatücher aus Waffelpikee sind ­genauso groß wie nötig und leicht zu trocknen. Es gibt einen CD-Spieler mit Entspannungsmusik, Wasser in Flaschen, eine Karaffe mit ­Ingwerwasser und Kuschelhandtücher zum Einhüllen. Trotz aller Energiesparmaßnahmen ist es kein Problem, mir die Sauna außerhalb der normalen Nutzungszeiten anzuschalten. Hier hat der Wunsch des Gastes eine höhere Priorität als die erhöhte Energie, die er verursacht.  
Wertung: gut

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