Bildquelle: Oversum Vital Resort

Oversum Vital Resort Winterberg
Win-Win in Winterberg

Die Sport- und Tourismus-Hochburg Winterberg kann als Blaupause dafür dienen, wie Hotelbetreiber und öffentliche Hand voneinander profitieren können. Darüber hinaus überrascht das neue Oversum Vital Resort mit einer spektakulären Architektur.

Kategorie: Neue Hotels
Text: Johanne Kautz, 16. Juli 2012

Hinterließ Winterberg früher bei manchem Gast den Eindruck einer etwas in die Jahre gekommenen Feriendestination, so setzt die Stadt im Sauerland heute mittlerweile Maßstäbe für innovatives, ganzjähriges Tourismusmarketing. »Public Private Partnership« lautet das Gebot der Stunde, was impliziert, dass öffentliche Hand und Privatwirtschaft langfristig und zum gegenseitigen Nutzen wirtschaften. Nach zweijähriger Bauphase ist das Ergebnis nun sichtbar – und das ist beileibe kein Überraschungsei.

Eingenistet am Hang des grünen Kurpark-Tals liegt auf einer Gesamtfläche von 13.000 Quadratmetern das im Mai 2012 eröffnete »Ei von Winterberg«, das diesen Spitznamen schnell verpasst bekam. Unter dem raffinierten Holzgerüst mit seinem konkav das Hotel umspannenden Glasfronten liegen die 77 Zimmer des neuen Oversum Vital Resort, das vom Dehoga auf Anhieb als Vier-Sternen-Superior-Haus klassifiziert wurde. Zweifellos profitiert der dörfliche Stadtteil Winterbergs mit seinen Schieferdächern vom gelungenen Design dieses spektakulären Hotelneubaus. Urbanes Flair trifft auf Idyll und Natur – architektonisch wie städteplanerisch ein Volltreffer.

Der Name Oversum leitet sich ab von den lateinischen Wörtern Ovum (Ei) und Universum. Zum gesamten Gebäudekomplex – und damit auch zum Hotel – gehört demnach fast alles, was für den kommunalen Bedarf notwendig und teuer ist: ein Schwimmbad, eine Kongresshalle, eine Eisbahn, ein Medical-Center und sogar öffentliche Parkplätze. Um diese Bereiche und um deren Finanzierung muss sich die Stadt nach Eröffnung des Vital Resorts künftig keine Sorgen mehr machen, denn ein Vertrag regelt die langfristigen Geschäfte untereinander – beispielsweise zu welchen 30 festen Terminen die Kongresshalle der Stadt kostenlos zur Verfügung stehen muss. Oder in welchem Umfang das Schwimmbad – hier hat sich die Stadt eingekauft – öffentlich genutzt wird. Diverse Gutachten kamen in der Planungsphase des Resorts zu dem Ergebnis, dass bei einer Beibehaltung der dezentral gelegenen fünf Bäder, der Eissporthalle, des Kurmittelhauses und der Stadthalle Sanierungskosten in Höhe von rund 15 Millionen Euro auf die Stadt zugekommen wären – wobei lediglich der vorhandene Standard bewahrt, aber keine Angebotsverbesserung erzielt worden wäre. Das Projekt Oversum Vital Resort schlug jetzt mit insgesamt 4,5 Millionen Euro bei der Stadt zu Buche; die jährliche direkte Kostenbeteiligung liegt bei rund 700.000 Euro. Den Löwenanteil von 30,5 Millionen Euro investierte der private Entwickler und Ideenlieferant, die sab AG aus Friedrichshafen.

Die hohe, weitläufige Lobby präsentiert sich mit einer modernen, stylishen Einrichtung, die sich durch das gesamte Haus zieht. Die runden Sitzinseln mit ihren roten Samtkissen auf graumelierten Shaggy-Teppichen setzen ebenso Ak- zente wie das aus den meterhohen Bodenvasen ragende Steppengras. An der Rezeption trifft Sauerländer Schiefergrau auf sienarote Elemente, halogen-gespickte Kronleuchter aus Silberbändern ziehen ebenfalls die Blicke auf sich. Hinter den Rezeptionistinnen wird mittels Flachbildschirmen schon einmal die Vorfreude auf das geschürt, was die Gäste in ihrem Urlaub erwartet: Wandervergnügen, Bike-Abenteuer und fröhliche Familien beim Wintersport.

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