Die neue Superbude in Hamburg St. Pauli fängt Gäste aller Altersklassen ein und setzt dabei vor allem auf den Glamour der Musikszene.
Kategorie: Neue Hotels
Text: Carsten Hennig, 14. Mai 2012
Die Erfolgsformel ist simpel, wenngleich nicht einfach zu kopieren: Hostel mit jungendlichem Pfiff sowie professionellem Hotelservice. Geplant und realisiert wurde dieses Konzept von Kai Hollmanns Fortune Hotels Group. Neben dem Gastwerk und dem George in Hamburg sowie den erfolgreich laufenden 25hours Hotels beginnt nun auch die Hostel-Idee Früchte zu tragen. So wurde Ende Februar das zweite Haus mit 86 Zimmern (252 Betten) in St. Pauli eröffnet, das thematisch auf die Musikszene ausgerichtet wurde.
Herzstück des Hauses – auch im Marketingkonzept – ist die mit 36 Quadratmetern für Hostel-Verhältnisse geräumige »Rockstar«-Suite. Das Bett fällt dank seiner sechs Matratzen völlig aus dem Rahmen – und das ist auch gewollt, schließlich lassen sich von der Wand mehrere Holzbohlen herunterklappen, wodurch sich das Bett in eine kleine Bühne verwandelt. Starkstrom für E-Gitarren, Playback von der Bose-Anlage, Beamer für Präsentationen und ein Catwalk für exklusive Modeschauen – all das wurde berücksichtigt. Das außergewöhnliche Konzept kommt an, denn bereits kurz nach der Eröffnung wurde der Tour-Stop eines bekannten US-Skateboarders in der Superbude St. Pauli inszeniert.
Das neue Hostel von Kai Hollmann präsentiert sich aber auch wieder als Hort frischen Interior-Designs, wie man es von der Fortune Hotels Group gewohnt ist. So wird die Lobby, in der die Rezeption gleichzeitig als Bar und Schanktresen fungiert, von einer Wand aus recycelten PET-Flaschen eingerahmt. Die gemütliche Sitzecke neben den Kühlschränken – die Gäste rechnen ihre Getränke ehrlich selbst ab – ist vor allem aufgrund der großen iMacs bei den Gästen sehr begehrt. Und zweckentfremdete Schubkarren mit Fellen paaren sich mit Loungemöbeln und klassischen Ledersesseln – eigenwillig, aber gemütlich. Die Lobby fungiert als Wohnzimmer, als Veranstaltungsfläche für lokale Musikbands und manchmal auch als Arbeitsraum für Hotelmitarbeiter, die mit ihrem Laptop gern direkt am Ort des Geschehens sind. Der Internetzugang via Highspeed-WLAN ist kostenfrei.
Mit nur zehn Mitarbeitern je Superbude kommt Hoteldirektor Jörn Hoppe aus – inklusive Hausdame und Frühstücksservice. Die Zimmerraten beginnen bei 59 Euro im Doppelzimmer, die Vier-Bett-Zimmer schlagen mit 91 Euro zu Buche.
Im Zentrum der Marketingaktivitäten stehen die eigene Website und der Facebook-Auftritt, zu dem jeder Mitarbeiter Zugang hat und nach Herzenslust Nachrichten und witzige Fotos veröffentlichen kann. Dieses Konzept scheint aufzugehen: Gäste aller Altersklassen fühlen sich in dem Hostel wie zuhause – vielleicht auch, weil man sie beim Namen kennt. Das vertrauliche »Du« ist in der Superbude Usus. Hoteluniformen oder gar Kleidungsvorschriften gibt es übrigens nicht – Kai Hollmann setzt ganz auf die Persönlichkeiten seiner Angestellten.
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