Hotelmarkt USA
Sammelklage gegen sechs Hotel-Giganten

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Die Hotelgruppen Choice, Intercontinental, Wyndham, Hilton, Marriott und Hyatt sollen zwischen 2015 und 2017 im Wettbewerb geschummelt und illegale kartellartige Absprachen durchgeführt haben. Das wirft ihnen zumindest die Kanzlei Hagens Berman in einer Sammelklage vor – Gäste hätten zu viel bezahlt und verdienten Entschädigungen, so die Anwälte.

Die Anklage lautet auf wettbewerbswidrige Geschäftspraktiken von Hotels, welche zum Ziel hatten, deren Preise künstlich hoch zu halten. Nahezu 60 Prozent aller Hotelzimmer in den USA seien laut der Pressemitteilung von Hagens Berman im Rahmen der Klage betroffen. Konkret wird den Hotels vorgeworfen, ein Abkommen geschlossen zu haben, das die Stichwortsuche nach Marken unterbindet und die Marken demnach nicht gegeneinander werben können.

Beispielsweise habe Hilton darauf verzichtet, Suchwörter zu benutzen, die auch in Zusammenhang mit einer Suche nach Hyatt stehen könnten. Dadurch sei es, so die Anwälte, für den Kunden schwieriger geworden, online Informationen über konkurrierende Hotels zu finden und sie zu vergleichen. „Wir vertreten die Ansicht, dass Gästen eine Entschädigung von den Beklagten für diese betrügerischen Werbepraktiken zusteht“, erklärt Rechtsanwalt Steve Berman.

Angeklagt sind dabei:

Choice Hotels International mit den Marken Comfort Inn, Comfort Inn Suites, Quality Inn, Sleep Inn und Choice
InterContinental mit den Marken Holiday Inn, Holiday Inn Express, Candlewood Suites, Crowne Plaza, Staybridge Suites und InterContinental
Wyndham mit den Marken Travelodge, Super 8, Knights Inn, Ramada, Days Inn, Howard Johnson's und Wyndham
Hilton mit den Marken Hampton Inn, DoubleTree, Embassy Suites, Homewood Suites, Hilton Garden Inn, Waldorf Astoria, Conrad und Hilton
Marriott mit den Marken Sheraton, Starwood, Ritz-Carlton, Residence Inn und Marriott
Hyatt mit den Marken Park Hyatt, Grand Hyatt und Hyatt

Aktuell ruft die Kanzlei Gäste, die zwischen 2015 und 2017 in einem Hotel der angeklagten Gruppen ein Zimmer gebucht hatten, dazu auf, sich mit ihnen in Verbindung zu setzen und die Sammelklage zu unterstützen. Die Anwälte gehen von Millionen von betroffenen Kunden aus. Die Klage liegt dem zuständigen Amtsgericht für den Bezirk Nord im US-Bundesstaat Illinois bereits vor.

Quelle: Hagens Berman