Weinernte 2017: Klein, aber fein

Weinernte 2017

Klein, aber fein

Ein turbulentes Jahr geht für die deutschen Winzer zu Ende. Unterm Strich zeichnet sich beim Jahrgang 2017 eine recht kleine Erntemenge ab – allerdings mit guten bis sehr guten Qualitäten. Mit Preissteigerungen ist daher wohl zu rechnen.

Dank des warmen und sonnigen Wetters im Juli und August haben die Trauben eine wahre »Turboreife« an den Tag gelegt und die Zuckergehalte stark ansteigen lassen. Dieser ungewöhnlich frühe Prozess hat dazu geführt, dass bereits Ende September die Lese in den meisten Betrieben abgeschlossen war. In einigen Regionen haben die Reben sogar einen Entwicklungsvorsprung von fast zwei Wochen gegenüber dem langjährigen Mittel aufgewiesen, teilte das Deutsche Weininstitut (DWI) mit. Selbst der Riesling, der normalerweise überwiegend im Oktober geerntet wird, war zum Teil bereits Mitte September lesereif. Die letzten Ertrags­schätzungen lassen laut DWI eine bundesweite Weinmosternte von rund 7,5 Millionen Hektolitern erwarten. Dies entspräche einem Minus von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr sowie dem zehnjährigen Mittel von neun Millionen Hektolitern. 

Die Ernteergebnisse unterliegen allerdings regional und einzelbetrieblich sehr großen Schwankungen, je nachdem, wie stark die Weinberge von den Aprilfrösten geschädigt wurden, die als Hauptgrund für die Mengeneinbußen anzusehen sind. Darüber hinaus haben vereinzelte Hagelunwetter sowie notwendige Traubenselektionen in den Weinbergen die Erträge reduziert. Es ist daher zu erwarten, dass sich die Preise wegen des Ernterückgangs wahrscheinlich etwas nach oben entwickeln werden.

Auch in vielen Ländern Europas führten in diesem Jahr extreme Witterungsverhältnisse zum Teil zu erheblichen Ertrags­verlusten. Die EU-Kommission geht aktuell von einer europaweiten Weinmosterntemenge in Höhe von rund 146 Millionen Hektolitern aus. Dies wäre die kleinste europäische Weinmosternte seit dem Jahr 2000. Sie läge damit 23 Millionen Hektoliter (14 %) unter dem Vorjahresergebnis und 22 Millionen Hektoliter (13 %) unter dem fünfjährigen Mittel.

Weltweit gesehen ist die Weinproduktion in diesem Jahr sogar auf den niedrigsten Stand seit mehr als 50 Jahren gefallen. Laut einer ersten Schätzung der Internationalen Organisation für Rebe und Wein (OIV) kamen die Winzer insgesamt auf rund 247 Millionen Hektoliter – 8,2 Prozent weniger als im vergangenen Jahr und damit das niedrigste Ergebnis seit 1961.

 

Foto: www.deutscheweine.de