Hoteltest Estrel Berlin
Groß und großartig

Seit 1992 fühlt Top hotel den Vorzeigebetrieben der gastlichen Branche auf den Zahn. Standen bislang ausschließlich Hotels der Luxuskategorie im Fokus der Tester, hat Top hotel im vergangenen Jahr seine Mystery Checks auf das Business- bzw. Wellness-Segment ausgedehnt. Dieses Mal im Test: das Estrel in Berlin

MO. 28/02, 16:05; Telefonische Reservierung

Frau G. wirkt zunächst verhalten freundlich, taut aber im Verlauf des Gesprächs hörbar auf. Nachdem klar ist, dass ich weder an einer Veranstaltung teilnehme, noch über eine Firmenrate buche, bietet sie mir die günstigste Tagesrate für das Standard-Einzelzimmer an: 128 Euro zuzüglich 18 Euro fürs Frühstück – ohne Alternative. Als ich auch an anderen Zimmerkate­gorien und am Hotel als solchem Interesse zeige, kommt die Reservierungsmitarbeiterin in Schwung. Das Formelle erledigt Frau G. korrekt: Sie vermerkt meine frühe Anreise, lässt sich den schwierigen Straßennamen meiner Adresse buchstabieren, offeriert Tischreservierung sowie Anfahrtsbeschreibung und fragt nach, ob ich eine bestimmte Zimmerlage, zum Beispiel in einem der oberen Stockwerke, bevorzuge. Das berühmte i-Tüpfelchen wäre gewesen, mir eine Massage nahe zu legen, als ich mich nach Sauna und Fitness erkundige. So könnte man diese – wie ich bei meinem Besuch feststelle – qualitativ wirklich gute Abteilung pushen. Am Ende des Telefonats wiederholt Frau G. die getroffenen Vereinbarungen, bedankt sich für meine Buchung und erkundigt sich, ob ich noch Fragen oder Wünsche habe – eine ebenso nützliche wie bei Reservierungsgesprächen selten gestellte Frage. Da dem nicht so ist, verbleiben wir gegenseitig mit guten Wünschen für einen schönen Tag. Die Reservierungsbestätigung ist schon am nächsten Morgen in der Post: fehlerfrei und mit allen gewünschten Informationen und Broschüren.
Wertung: sehr gut

Internetauftritt / Onlinebuchung

So viele Informationen so kompakt dargestellt – das freut den Business-User, der sich zügig informieren will. Die Homepage des Estrel ist grafisch glasklar gestaltet und ebenso übersichtlich wie informativ. Gegliedert in »Hotel«, »Convention Center« und »Entertainment« leitet die Seite den Besucher genau da hin, wo er hin will; ein Buchungsbutton und die Übersicht über Aktuelles komplettieren die Startseite. Wer eine Tagung plant, kann die Bankettmappe entweder komplett herunterladen oder sich nur auf einzelne Features beschränken. Ein E-Mail-Anfrageformular ist ebenfalls vorhanden. Die Onlinebuchung funktioniert unkompliziert und listet dieselben Preise, die telefonisch oder bei HRS angeboten werden. Die Bestätigung lässt sich sofort ausdrucken, erfolgt jedoch auch noch einmal automatisch generiert per E-Mail.
Wertung: sehr gut

Lage / Anfahrt

Die Sonnenallee, an der das Estrel liegt, ist trotz des hübschen Namens eine verkehrsreiche, mehrspurige und laute Straße im Osten Berlins. Einen idyllischeren Anblick bietet da der Spreekanal auf der Eingangsseite des Hotels. Hier kann man im Sommer auch per Schiff anreisen – und direkt im Biergarten des Estrel stranden.Auf dem Landweg ist Deutschlands größtes Hotel mit 1125 Zimmern ebenfalls gut zu erreichen. Die Stadtautobahn ist nah und mit öffentlichen Verkehrsmitteln braucht man sowohl vom Flughafen als auch vom Hauptbahnhof etwa 45 Minuten. Mit dem Taxi geht es ebenfalls nicht viel schneller. Wer mit dem eigenen Pkw anreist und kostenlos parken will, muss ein Stück laufen: Die 450 Stellplätze in der Hoteltiefgarage kosten je 15 Euro am Tag.
Wertung: gut

MI. 23/03; Anreise

Wäre das Hotelgebäude nicht so groß und in seiner Form markant, könnte man am Tag meiner Anreise denken, es handele sich um eine riesige Tankstelle. Tatsächlich weisen die zahllosen blauen Flaggen vor dem Eingang jedoch »nur« auf die Großveranstaltung einer Tankstellenkette hin. Auch in der Lobby und dem mehrstöckig offenen Atrium informieren mich große, blaue, auf die Spitze gestellte Quadrate, dass bei dieser Kette »alles super« ist. Was das sonstige Erscheinungsbild des Hotels betrifft, so gibt es – bis auf einen etwas schmutzverfärbten Teppich  im Entree – nichts zu beanstanden.
Wertung: sehr gut

12:45; Check-in

Der Page hinter der Eingangstür grüßt mich zwar freundlich, nimmt sich aber weder meines Gepäcks an, noch zeigt er mir den Weg zur rechts gelegenen Rezeption, sodass ich erst einmal links beim Concierge und der Theaterkasse lande. An der Rezeption schließlich werde ich nett begrüßt und willkommen geheißen. Das Anmeldeformular muss ich nur noch unterschreiben; die Details meiner Reservierung werden allerdings nicht noch einmal abgeglichen. Dass ich keine Kreditkarte vorlegen kann, übergeht der adrett gekleidete Herr konziliant und er bittet auch nicht um Vorkasse. Dafür beschreibt er mir kurz den Weg zum Zimmer und wünscht mir einen angenehmen Aufenthalt. Leider erhalte ich von ihm keine Informationen zum Hotel – etwa die Frühstücks- oder Saunaöffnungszeiten. Ebenso nützlich wäre der Hinweis gewesen, dass aufgrund der Großveranstaltung – richtig: Tankstellen – nur ein einziges Restaurant für sonstige Gäs­te geöffnet hat.
Wertung: gut

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