Hoteltest NH Dresden Altmarkt
Natürlich freundlich

Seit 1992 fühlt Tophotel den Vorzeigebetrieben der gastlichen Branche auf den Zahn. Standen bislang ausschließlich Hotels der Luxuskategorie im Fokus der Tester, hat Tophotel nun seine Mystery Checks auf das Business- bzw. Wellness-Segment ausgedehnt. Dieses Mal im Test: das NH Dresden Altmarkt.

FR. 04/05, 20:45 Telefonische Reservierung

Es ist Freitagabend. Die Reservierungsabteilung des Hotels, so es denn eine vor Ort gibt, ist nicht mehr besetzt. Dass ich nach viereinhalb Minuten in der Warteschleife (!) mit der NH-Reservierungszentrale verbunden bin, bestätigt mir mein telefonisches Gegenüber auf Nachfrage. Ich hätte es aber auch so gemerkt, da Frau M. Nachfragen zum Hotel nicht sofort beantworten kann, sondern stets anmerkt, erst einmal nachschauen zu müssen. Sie bietet mir ein Standardeinzelzimmer mit Frühstück zum Preis von 208 Euro an – ohne Alternative. Als ich Genaueres zum Zimmer wissen will, wirkt die Reservierungsmitarbeiterin ratlos. Ich konkretisiere: Wie groß? »17-24 Quadratmeter.« Wie ausgestattet? »Na ja, da ist ein Bett drin und ein Stuhl und ein Schreibtisch. Und ein Fernseher.« So könnte man auch eine Gefängniszelle beschreiben. Bietet das Hotel noch andere Kategorien an? Jetzt wird Frau M. wach und spult mir Wahlmöglichkeiten bis hin zur Suite herunter. Restaurant? Zögern. »Ja, mit internationaler Küche.« Öffnungszeiten? »Kann ich gerade nicht finden.« Wellness? »Moment … Ja, Sauna und Dampfbad.« Und so geht das weiter. Kein Mensch kann erwarten, dass ein Mitarbeiter einer Reservierungszentrale alle Hotels persönlich kennt, aber der Zugriff auf die Hotelinformationen sollte so gestaltet sein, dass die markantesten ­Dinge auf einen Blick abrufbar sind und einem Anrufer ansprechend weitergegeben werden können. Das klappt in diesem Fall gar nicht. Den eigentlichen Buchungsvorgang wickelt Frau M. indes korrekt und höflich ab. Sie erfragt Raucher- oder Nichtraucherpräferenz, Anreisezeit sowie Telefonnummer und E-Mail-Adresse. Sie gibt mir eine Buchungsnummer und informiert mich, dass ich das Zimmer bis 18 Uhr am Anreisetag kostenlos stornieren kann. Dann wiederholt sie alle Vereinbarungen, bedankt sich für meine Buchung und wünscht mir noch einen schönen Abend. Die E-Mail-Reservierungsbestätigung folgt prompt, ist tabellarisch-zweckmäßig und vollgepfropft mit Geschäftsbedingungen. Zum Hotel selbst erfährt man auch hier praktisch nichts.
Wertung: befriedigend

Internet-Auftritt / Online-Buchung

Als Unterseite der NH-Mutter-Homepage ist der Internet-Auftritt des NH Dresden Altmarkt anspruchslos und langweilig. Neben ein paar Bildern (darunter die Bar in drei verschiedenen Farbvarianten) gibt es nüchterne Scroll-Listen zu Angebot, Ausstattung und Zimmerkategorien sowie kurze, alt-­backene Texte. Vieles klingt, als sei es vom Englischen per Sprachcomputer ins ­Deutsche übertragen worden. So gehören zur Zimmerausstattung unter anderem »Schreibtisch mit Lampe, Stromspannung, Kleiderschrank im Zimmer, Telefonate zwischen den Bundesstaaten«. Wer unter dem Stichwort Extra-Service »kostenloses Polieren der Schuhe« liest und sich auf einen Schuhputzservice freut, hat Pech. Was damit wirklich gemeint ist, findet der User – skurril! – unter der Überschrift Freizeit: »Schuhputzmaschine«. Seltsam auch die Auflistung unter dem Stichwort Fitness & Wellness: »Bereitschaftsarzt, Sauna, Dampfbad«. Der gut ausgestattete Fitnessraum und das durchaus ­attraktive Massage- und Kosmetikangebot hingegen finden keine Erwähnung. Die Informationen zu Restaurant und Veranstaltungsmöglichkeiten sind dürftig, ein E-Mail-Anfrageformular zur Veranstaltungsplanung ist zwar vorhanden, geht aber an nicht ans Hotel, sondern an die zentrale Veranstaltungsplanung von NH.

Bei der Online-Buchung wird der niedrigste Preis garantiert und nur für eine garantierte Buchung eine Kreditkartennummer verlangt. Eine Bestätigung lässt sich sofort ausdrucken, wird aber auch noch einmal automatisch per E-Mail geschickt.
Wertung: mangelhaft