Arbeitszeitgesetz
»Probleme sind nicht hausgemacht«

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Die Reaktion des Dehoga auf den Vorstoß der Gewerkschaft NGG ("Richtungswechsel statt mehr Arbeit" – wir berichteten) ließ nicht lange auf sich warten. Es geht insbesondere um die Definition der Sachlage, wie ein Landesverband auführt.

Der DEHOGA Bayern nimmt zu der Pressemitteilung der NGG vom 22. August Stellung und betont, dass es ihm nicht um die Erhöhung des Arbeitszeitvolumens, sondern um die flexible Gestaltung der Arbeitszeit geht. »Der bayerischen Hotellerie und Gastronomie geht es explizit nicht um mehr Arbeit oder weniger Arbeitsschutz. Es geht auch nicht um unbezahlte Mehrarbeit. Zudem garantieren die gesetzlichen Regelungen der Ruhezeiten die gesundheitlichen Belange unserer Mitarbeiter. Das, was das bayerische Gastgewerbe benötigt, ist lediglich etwas mehr Flexibilität. Dies brauchen im Übrigen auch andere Branchen, um international wettbewerbsfähig zu bleiben. Das jetzige Arbeitszeitgesetz entspricht nicht mehr der Lebenswirklichkeit. Die Begrenzung der täglichen Arbeitszeit auf maximal zehn Stunden ist nicht mehr zeitgemäß.« heißt es in einer Mitteilung.

Vom Dehoga Sachsen kommt folgende Stellungnahme: »Fachkräfte fehlen mehr denn je. Die Ausbildungszahlen sind wie in den letzten Jahren stetig gesunken. Das Thüringer Gastgewerbe steht vor Herausforderungen wie Nachwuchs, Personalgewinnung und Nachfolgeregelungen. Anders als von unserem Sozialpartner der Gewerkschaft NGG behauptet, sind die Probleme der Thüringer Gastgewerbeunternehmer eben gerade nicht hausgemacht. Die Geburtenrate ist in den letzten Jahren um 50 Prozent gesunken. Die fehlenden Kinder von vor 15 bis 20 Jahren suchen keine Ausbildung und die existierenden ziehen auch andere Branchen oder das Studium vor“, so Dirk Ellinger, Hauptgeschäftsführer DEHOGA Thüringen. „Auch wenn die Geburten mittlerweile wieder ansteigen, wird es noch eine lange Durststrecke bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen geben“, fährt Ellinger fort.