Hotelverband Deutschland
Spitzenwerte im Konjunkturbarometer für Sommer 2017

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Das deutsche Beherbergungsgewerbe setzte in den ersten Monaten des Jahres 2017 seine positive Entwicklung fort. Nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes verzeichneten die Branche (inkl. Camping) ein Plus von 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Hotelverband Deutschland (IHA) legt dazu sein jährliches Sommerkonjunkturbarometer vor – Übernachtungen, Auslastung, Umsatz und Beschäftigung erreichten erneut Spitzenwerte.

„Unsere Branche ist bestens aufgestellt und gehört bei Produktqualität, Serviceangebot und Preis-Leistungs-Verhältnis zur Weltspitze“, erklärt Otto Lindner, Vorsitzender des Hotelverbandes Deutschland (IHA). „Doch steigende Kosten, unfaire Marktpraktiken im Online-Vertrieb und zunehmende Wettbewerbsverzerrungen sorgen für Wolken am Branchenhimmel.“ Umso wichtiger sei es, die Unabhängigkeit und Handlungsfähigkeit der Hoteliers in Deutschland weiter zu stärken. Hier stehe die Politik in der Verantwortung, ein „level playing field“ zu schaffen. „Aufgabe des Gesetzgebers ist es, einen Ordnungsrahmen für die Plattformökonomie zu gestalten, der monopolistische Strukturen und wettbewerbsbeschränkende Klauseln verhindert und zugleich Zukunftschancen eröffnet.“

Als eine der wichtigsten Zukunftsthemen der Branche bezeichnet der Hotelverbandsvorsitzende zudem die Sicherung des steigenden Arbeits- und Fachkräftebedarfs. „In Zeiten des demografischen Wandels und sinkender Bewerberzahlen sind wir alle aufgerufen, zum einen weiterhin in die Qualität der Ausbildung zu investieren und zum anderen unseren Teams unsere Wertschätzung und Anerkennung noch deutlicher zu zeigen. Wo Flexibilisierungsspielräume in unserer Arbeitswelt bestehen, sollten wir diese auch konsequent nutzen.“

Laut dem IHA-Konjunkturbarometer konnten bei den hotelspezifischen Kennziffern wie Zimmerauslastung, Zimmerpreis und Zimmerertrag über fast alle Segmente hinweg Zuwächse erreicht werden. Lediglich die Hotellerie in kleineren Städten musste leichte Rückgänge bei Auslastung (-1,6 Prozent) und Zimmerpreis (-0,3 Prozent) hinnehmen. Die Daten basieren dabei auf dem Hotelbenchmark der MKG Group, an dem größere Hotels der Markenhotellerie in Städtedestinationen überproportional häufig teilnehmen, so dass die Ergebnisse für die Hotellerie im engeren Sinne, jedoch nicht für den deutschen Beherbergungsmarkt in seiner gesamten Bandbreite als repräsentativ gelten können.

Nach den aktuellen Auswertungen erzielten die Hotels in Deutschland von Januar bis Juni 2017 eine durchschnittliche Zimmerauslastung von 70,4 Prozent (+1,2 Prozent) und steigerte ihren Zimmerertrag (RevPAR) um 1,7 Prozent auf 64 Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der durchschnittliche Netto-Zimmerpreis (ohne Mehrwertsteuer und ohne Frühstück) lag bei 91 Euro (+0,6 Prozent).

Das IHA-Konjunkturbarometer greift darüber hinaus Zahlen des Statistischen Bundesamtes und der Bundesagentur für Arbeit auf: Laut amtlicher Statistik nahmen die Übernachtungen in Hotels, Hotels garnis, Gasthöfen und Pensionen von Januar bis Mai um 2,7 Prozent auf 104,3 Millionen zu. Mit einem Plus von 4,0 Prozent stiegen die Übernachtungen ausländischer Gäste in der klassischen Hotellerie wieder stärker als die Anzahl der inländischen Übernachtungen (+2,3 Prozent). Der Umsatz im Beherbergungsgewerbe legte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (Januar bis Mai) nominal um 2,5 Prozent, inflationsbereinigt (real) um 0,9 Prozent zu.

Positive Zahlen meldet auch die Bundesagentur für Arbeit: Von Dezember 2015 bis Dezember 2016 entstanden 8.139 zusätzliche sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze im deutschen Beherbergungsgewerbe – das ist ein Plus von 2,8 Prozent. In der Gesamtwirtschaft betrug der Anstieg der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im gleichen Zeitraum 2,3 Prozent.

Der gesamte Bericht steht kostenlos zur Verfügung unter: www.hotellerie.de